| Steiner,G. (2001) Lernen und Wissenserwerb (S.137-205)
in A.Krapp & B.Weidenmann (Hrsg) Pädagogische Psychologie:Ein lehrbuch
(4.Auflage), Weinheim; Beltz |
| Lernen = Prozess, der ein Individuum aufgrund
eigener, meist wiederholter Aktivität, zu relativ überdauernden
Verhaltensänderungen führt |
| Auftretenswahrscheinlichkeit von Verhaltensweisen
nimmt ab, wenn Konsequenz unangenehm (erwartet) |
| Reizgeneralisierung: lernpsychologisch eine
konsequente 1:1-Abfolge von Reiz ->>Verhalten |
| positive Verstärkung Belohnung, erwartetes Ergebnis tritt ein aversiver Reiz Straferwartung, Verunsicherung, Kontrollverlust negative Verstärkung nicht Strafe sondern Wegnahme eines (positiven oder negativen) Zustandes |
| Operandes Konditionieren (Skinner 1969)
R ------> Sr operantes, spontanes, nicht durch einen Reiz ausgelöstes Verhalten >>>> verstärkender Stimulus Kontingenz: unmittelbares Folgen einer Konsequenz auf ein Verhalten Positive Verstärker (Danke schön; Kaugummi aus Automat nach Geldeinwurf) bauen Verhaltensweisen auf Shaping Ausformen des Verhaltens durch kleine Schritte des oK Diskriminative Reize Wahlmöglichkeit/Unterscheidung Sd --- R ---Sr Ungewollte Verstärkung unerwünschten Verhaltens: Beispiel: Quengelndes Kind Zeitliche Aspekte von Verstärkung: one-trial-learning - heiße Herdplatte- Finger verbrennen=aversiver Reiz=Lernen Verstärkungspläne - für komplexere Verhaltensänderungen (Tierversuche) Intervallpläne zeitlicher Abstand zwischen den Verstärkungsintervallen wird variabel gehalten z.B. bei 2x täglich Briefzustellung Briefkastenkontrolle, wenn man nicht weiß, wann Briefträger kommt Lernen vor einer terminlich festgelegten Arbeit reduziert kontinuierlichen lernaufwand Extinktion (Löschung) wird jede richtige Reaktion verstärkt, so erlischt das gelernte Verhalten, sobald keine Verstärkung mehr Quotenpläne es wird nach Quote verstärkt, unabhängig von Zeit (z.B. jede 20.Reaktion) Vater stellt quengelndes Kind durch Nachgeben ruhig - es lohnt sich also für das Kind, zu quengeln fester Quotenplan: bei Akkordarbeitern, Provisionszusagen etc. |
| Strafe Applizieren von aversiven Reizen Entzug einer positiven Verstärkung |
Wirkung von Strafe wenn
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| Strafmaß bestimmt sich durch die Interpretation
des bestraften Individuums! |
Unerwünschte Nebeneffekte
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Sinnvolles Strafen
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| Steuerung von Handlungen : TOTE-Modell Test (Fragestellung) - Operation(=Handeln) - neuer Test (Überprüfung des Sollzustandes)- Exit |
| Gelernt werden Bewegungsklassen, also generalisierte,
motorische Programme, nicht Reiz-Reaktionssequenzen |
| Kontext-Interferenz - randomisiertes Variieren
von Lernvorgängen (Wurfabstand bei Basketball) kurzfristig wenig Effekt mittelfristig bereits hohe Lernzuwachsraten Elaborationshypothese (Shea & Morgan 1979) höhere Aufmerksamkeit erforderlich wegen Randomisierung Rekonstruktionshypothese (Lee u. Magilla 1983) Variation der Repräsentationsrekonstruktion (vor jedem Wurf neu angepasst) Reduktion der erforderlichen Rückmeldungen wirkt sich günstig auf Bewegungslernen aus |
| Verstärkung im behavioristischen Sinne ist nicht
dasselbe wie Rückmeldung! |
| Automatisierung bzw. Prozeduralisierung 1.Aufbau von Regelwissen / konzeptuelles oder deklaratives Wissen (Autoschaltung) 2.Wissenskompilierung zu Verfahrenswissen - prozedurales Wissen Chunkgröße nimmt zu 3.Automatisierung generalisiertes Verhaltensprogramm /generalisiertes motorisches Programm |
| Lernen am Modell - Beobachtungslernen (Bandura
1979) sozialkognitive Lerntheorie - Beobachten, Nachahmen, Imitieren, Modellieren Akzeptanz des Modells bei positiver affektiver Valenz sozial-kognitives Lernen und nicht operante Konditionierung |
| Klassisches Konditionieren implizites Lernen Reagieren mit bereits vorhandenem Verhalten (Reflexe, Emotionen) auf neue Reize Pawlow´scher Hund Fleischpulver >>> Speicheln unconditioned Stimulus (US) >>> unconditioned reaction (UR) Hinzufügen neutraler Reiz /neutral stimulus (NS) , eben die berühmte Glocke später NS >>> CS (conditioned stimulus) eben Glocke >> Speichelfluß |
| ab und zu muß UR wieder angeboten werden, sonst
Löschung |
| Albert-Experiment:(Warson 1920) kleiner Junge spielt mit Ratte= keine Angst immer, wenn er mit Ratte spielt, schreckhafter Lärm mit Eisenstange bald Ratte => angsteinflössend (CS >>> CR) |
| Kognitive Erklärung der behavioristischen
Interpretation des Konditionierens (Recorlas 1988) nicht Kontiguität ist hinreichend, sondern Information |
| bei Albert: Stimulusgeneralisierung: Angst vor allen
Fellen, die wie die Ratte aussahen auch TEILE der Information können ausreichen, um die reaktion auszulösen, wenn informativ genug |
Lernen ist Adaption an situative Gegebenheit
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| Wissenserwerb Aufbau und fortlaufende Modifikation von Wissensrepräsentationen bereichsspezifisch |
| Chunking Zusammenfassung von Einzelinformationen zu "Paketen" höherer Ordnung (Begriff beinhaltet/meint...) |
| konstruktivistische Sicht des Wissenserwerbs individueller Aufbauprozess |
| Aebli (1978) Modell des Aufbaus begrifflichen Wissens
(Verstehens und Lernens) |
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| Beispiel: Zeuge vs. Gaffer |
Behalten von Gelerntem aus Texten
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Adaptives und selbst kontrolliertes Lernen
(Atkinson 1972)
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| Abruftraining - expanden retrieval practice
(Bjork 1988) größer werdende zeitliche Intervalle Karteikarten - Mischen, schwierige Begriffe mehrfach, gelernte Aussiortieren |
| Generatives Lernen Heraussuchen bestimmter Lerninhalte, selbst weiterentwickeln, paraphrasieren |
Networking, Mindmapping, Schematizing
Knoten-Relationen Darstellungen semantisch strukturiert (Stichwortverbindungen) gute empirische Belege über Wirksamkeit Mind Mapping räumliche Zuordnung vom Mittelpunkt verästelt nach außen wenig erforscht Schematizing wichtige Konzepte werden durch Linien verbunden spezifische Beziehungen werden dargestellt führt zu einer Makrostrukturdarstellung |
| G(anz)-Lernmethode vs. T(eil)-Lernmethode G ==> Situationsmodell, gesamtheitliche Bedeutung, Rhythmus, Reimmuster T===> Informationspakete (Vokabelpaare), |
Spezifische Wissensstrukturen |
| Mathematiklösungen auf strukturierter Basis örtliche/räumliche Orientierung lernen anhand von Markierungspunkten |
Problemlösen Herunterbrechen komplexer Probleme auf Teilprobleme Suche nach Analogien Mittel-Ziel-Analyse Antizipieren von Zielen und rekursives Schließen |
Gestaltpsychologische Sicht des Lernens und Problemlösens
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| Lern- und Wissenstransfer |
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| situiertes Lernen |
| Konstruktion von Wissensstrukturen ist kontextbezogen
, kontextualisiert Dekontextualisierung/Abstraktion >> erfordert fremde Hilfe >>> Bedingungen lernen, Anwendbarkeit und Anwendungsgrenzen |
| Qualität früherer Lernprozesse Voraussetzung
für Transfer |
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