Dimensional Overlap - Cognitive Basis for Stimulus-Response-Compatibility (SRC)
v. Sylvan Kornblum/ et.al. - aus Psychological Review 1990, Vol 97, No.2 S.253-270
Excerpt von Hans-J.Steiner      Nov 1998   LMU München - Fakultät für Psychologie                                                                          Nov.98

Stimulus-Response-Compatibility : SRC ist ein klassisches Problem

* hochkompatible

* inkompatible  &  nicht-kompatible Aufgaben

Werden hohe Kompatibilitäts-Effekte erzielt, bestehen Übereinstimmungen zwischen Stimulus und Response, und es werden automatische Response-Aktivitäten hervorgerufen

Es wird postuliert, daß diese Beziehung auf Gemeinsamkeiten, Gleichheiten oder Korrespondenzen der Ensemble-Sets basiert

Diese Beziehung wird als „Dimensional Overlap" (DO) bezeichnet, es überlappen sich also Elemente des Stimulus, die ebenfalls im Reaktionsmuster enthalten sind.

SRC Effekte

* Mapping

* irrelevente Dimensionen

* Anzahl der Reaktions-Alternativen

Ursprüngliche Ausrichtung auf räumliche, symbolische, sensomotorische oder semantische Aufgaben.

Neue Sichtweise: gemeinschaftliche kognitive Mechanismen

SRC sei also ein prozessual determiniertes Modell

SRC bezieht sich darauf, daß einige Aufgaben leichter sind, als andere, weil das Stimuli-Response-Set variiert bzw. wie S-R kombiniert werden.

Beispiel: eine einzelne Zahl kann mit ihrem Namen leichter kombiniert werden, als mit dem Namen einer Stadt oder Person.

Weiterhin ist es schwieriger, eine Zahl mit einem anderen Zahlwort zu kombinieren, als mit dem Zahlwort für diese Zahl bzw. für eine Stadt.

Dimensional overlap model

set level compatibility

Kongruenz., Passung (match) und Korrespondenz zwischen den Dimensionen der Stimuli und Responses in „Sets"

set-level-determinante= dimensional overlap

element level compatibility

individuelle Stimulus und Response-Elemente

element-level-determinante= mapping zwischen Stimulus und Response

Kategorie , informell: Gruppierung

Kategorie formell: relationales System , Set von Items in Beziehung und Operationen, welche eine Struktur definieren, dabei Dimensionen und Attribute berücksichtigen

Mapping:

Zuordnungsmodell zwischen relationalen Systemen: homomorph

>>notwendig für dimensional overlap

je größer das homomorphe mapping, umso größer der dimensional overlap

One-to-One-Zuordnung: isomorph

Überlappungs-Dimensionen sind erlernt

Mapping bezeichnet die Kennzeichnung eines Reizes/Responses auf einen Stimulus

Wenn der erwartete response auf einen Stimulus dem Erwartungswert (..) entspricht, ist der Prozess valide und führt zu Ergebnissen.= >>congruent mapping =>> es entsteht „Erleichterung" (bei der Vp)

Differiert der aktiverte response vom Erwartungs-response, entstehen „Kosten" (negative Ergebnisse) =>> incongruent mapping / führt zu Interferenz = Störung =>> längerer Identifizierungszeit, evtl sogar Abbruch der Reaktion

Ohne dimensional overlap hat mapping keine Auswirkungen (map1 = map 2 = map 3 usw).

dimensional overlap ist Voraussetzung, um mapping effects beobachten zu können

Automatic

Schneider, Dumas,Shiffrin (1984)

Gesetz 1

jeder Prozess, der keine unspezifischen Ablaufressourcen nutzt, und der nicht die unspezifische Prozesskapazität reduziert, wird als „automatisch" bezeichnet

Gesetz 2

jeder Prozess, der Ressourcenbedarf aufgrund von Input hervorruft, ist, unabhängig vom Versuch des Subjektes, die Ablenkung zu ignorieren, automatisch

3 Levels der Automatic nach Treisman (1984) : stark / partiell / gelegentlich

wobei diese Levels sich auf die automatisierten Aufmerksamkeits-Interaktionen

(Hinweis auf Aufmerksamkeit vs. Kapazität oder Ressourcen)

Automatische Handlungsprozesse werden ohne Intention des Handelnden durchgeführt und können auch nicht gestoppt werden. Gegensatz dazu: kontrollierter Prozess

Unter bestimmten Bedingungen können automatische Prozesse selbstbeobachtet werden, jedoch gibt es keine Bedingungen, unter welchen automatische Prozesse ignoriert oder umgangen werden können.

Automatic umfaßt nicht die gesamte Handlung, sondern nur einen Teil davon.

Automatic führt die Aktivation zum congruent response

Dies wiederum kann nur bei Vorliegen eines dimensional overlap (DO) überhaupt der Fall sein, ohne DO kommt es nicht zu diesem Prozess

Mapping effect als Kompatibilitätsmaßstab

schnellste RT (response time) bei DO und congruent mapping Bedingung

langsamste RT bei mapping Bedingungen, die die Verwendung einer Regel inkludieren, und welche die Suche nach der „passenden" S-R-Paarung bis zum response erfordern

Irrelevante Dimensionen

Bei Vorliegen mehrerer potentiell zu variierender Dimensionen kann jede einzelne mit dem response korreliert sein.

Sind beide Dimensionen korreliert, bezeichnet man das als redundant, weil der response auch auf Basis nur einer Stimulusinformation erfolgen kann

Ist eine Dimension korreliert, ist dieses die relevante, die andere Dimension ist die irrelevante

Überlappung eines irrelevanten Stimulus mit einer response dimension führt zu einem mapping effect, der eine der relevanten Dimension äquivalente Ausprägung hat

Die Ergebnisse wäre also aufgrund der mapping effects identisch, obgleich die Dimension relevant/irrelevant ist

Interaktion des SRC und der Anzahl der Alternativen

RT nimmt mit der Anzahl der Alternativen zu, bei steigender Kompatibilität nimmt die Funktionskurve dennoch ab

Training

starke Verbindung zwischen Training (consistent mapping) und automatic response

dennoch scheint es so zu sein, daß selbst natürliche Kategorien in Aufgaben genauso trainiert werden mußten, wie nichtkategoriale Items.

Im Rahmen des SRC-paradigmas sind demzufolge solche Bedenken wohl unbegründet

Studie von Mowbraiy & Rhoades (1959)

Vp führte 45.000 (!) Versuchsdurchgänge eines 2 bzw. 4-Wahl-Versuches durch

Zwischen dem 2-Wahl - und dem 4-Wahl-Versuch bestand ein anfänglicher Unterschied (was standardmäßig festgestellt wird)

Nach 15.000 Versuchen in der 2-Wahl-Aufgabe und 30.000 Versuchen in der 4-Wahl-Aufgabe konnte kein meßbarer Unterschied mehr zwischen den Responses festgestellt werden.

Dies widerspricht der Annahme (Ergebnissen), daß die RT mit zunehmenden Alternativen zunimmt.

repliziert von Leonard (1959) mittels taktiler Stimuli

Gründe und Annahmen hieraus uneinheitlich, spekulativ

Taxonomie von S-R-Ensembles und SRC Effekten

es werden im Originaltext ausführlich die unterschiedlichen Ensemble-Modelle taxonomisch variiert
/hier ist eine verkürzte Version nicht erforderlich;

Diese ausführlichen Ausführungen sind kaum verkürzbar und daher nötigenfalls im Originaltext nachzulesen

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17.11.98 HS


24.1.99 H.S.

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