Allgemeine Psychologie I
Denken - Stichwortkatalog/Überblick
Grundlage: W.Hussy, 1984, Denkpsychologie; Stuttgart, Kolhammer
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DENKEN ist ein miteinander agierendes System von Strukturen und Prozessen

 
Methoden Extraspektion
Introspektion
Abgrenzung Gedächtnis ist Grundlage für Denken
John Locke Assoziationismus
Denken verknüpft Erfahrungen
bei Geburt "tabula rasa"
Ideen entstehen
Umwelt und Sinneseindrücke
durch den Geist selbst
Immanuel Kant Nativismus
angeborene Kategorien beeinflussen die Wahrnehmung
Empiristen (KÄW)
Berkley, Hume,Hartley
Gesetzmäßigkeiten assoziativer Gedankenabläufe
Kontiguität
Ähnlichkeit
Wiederholung       
 
Schottische Schule (PSL)
Mills
Assoziationsstärke gemessen als
Permanenz - überdauernd
Sicherheit - Vertrauen in die Ideenverknüpfung
Leichtigkeit - Mühelosigkeit der Ideenverknüpfung 
Leipziger Schule
Wilhelm Wundt (FAK)
dreidimensionale Gefühlstheorie
gespannt/entspannt
angenehm/unangenehm
erregt/ruhig

Assoziationsbegriff wird unterteilt in
Fusion - Sinneseindrücke als Kombination (Ton)
Assimilation - unbewußtes Ergänzen (beim Lesen)
Komplikation - Zusammensetzen (versch. Sinneskanäle) 

Titchener strukturalisierter Ansatz
Zerlegung des Bewußtseins in kleinste Einheiten
Methode: Experiment und Introspektion
Unterscheidung von assoziativ verknüpften Sinneseindrücken
Vorstellungen
Affekten
Gedanke und Wille wird unterschieden
Gedanke ----->mentale Verknüpfung---> Wille
Introspektion als subjektiv kritisiert
Objektivierungsversuch durch "trainierte Wissenschaftler"
Behaviorismus
John B. Watson
Grundlage ist nur das sichtbare Verhalten
elemetaristisch und empiristische Sichtweise
nichtbeobachtbare Konzepte (Ideen,Gefühle,Introspektion) werden abgelehnt
Denken ist eine Instanz motorischen Verhaltens
stimulus-response-Theorie (S-R)
Neo-Behaviorismus Intervenierende Variable "Organismus" (O) 
S-O-R-Theorie beinhaltet auch kognitive Elemente des Menschen (Vorstellungen, Bewußtsein)
Würzburger Schule
Oswald Külpe
Kritik an Strukturalismus und Behaviorismus
Denken folgt nicht immer logischen Bahnen
ist nur teilweise bewußt
beinhaltet nicht immer Vorstellungen
Hinzunahme der Retrospektion
unbewußte Determinationen steuern Denkablauf
Gestaltpsychologie
Max Wertheimer, Wolfgang Köhler, Kurt Kaffka
Das Ergebnis von Wahrnehmungs-, Lern- und Denkprozessen ist mehr als die Summe seiner Teile
Bsp: 
Melodie behält ihre Gestalt, auch, wenn diese eine Oktave höher gespielt wird.
Denken resultiert und erhält seine Richtung aus einer "defekten Gestalt"
Lösung durch Umwandlung in "gute Gestalt" durch Neustrukturierung des Problems
Schimpansenexperiment:
* außerhalb des Käfigs liegende Banane ist direkt nicht erreichbar 
(defekte Gestalt)
* Affe benutzt Stock, um Banane zu erreichen 
(Einsicht in das Problem, Umstrukturierung)
* Banane erreicht, Problem gelöst=gute Struktur (Gestalt)
Kognitive Psychologie Informationsgewinnung
Repräsentation und Transformation von Information
Speicherung
Verhaltens- und Aufmerksamkeitssteuerung
Entwicklungsursachen
* Behaviorismus impliziert passive Rolle des Individuums
* Informationstheorie mit mathematischen Systemen
* Informationsverarbeitungsmodelle (Computer)
Informationsverarbeitung menschlicher Organismus als offenes System
* Informationsaufnahme, - verarbeitung, - speicherung 
   und  Informationsausgabe
* System aus Elementen (Speicher- & 
   Gedächtnisstrukturen) sowie Relationen, die die 
   Richtung des Informationsflusses angeben
* offene Systeme Verbindung zu umgebenden Strukturen
   Input-/Output-Elemente (Sinnesorgane)
* Einfach-/Mehrfachverknüpfungen
* geschlossene Systeme
    keine Randelemente
T O T E - Einheit Rückkoppelungsschleife in einem System
test           -      operate          -    test                      - exit
Problem   -     Lösung -  Prüfung: gelöst J/N - Ende
Computersimulation vs. Künstliche Intelligenz Simulationsforschung
* Modellüberprüfung
* entsprechend menschlichem Vorgehen
* Berücksichtigung menschlicher Grenzen 
Künstliche Intelligenz
* optimale Nutzung der Computermöglichkeiten
   (Speicher, Verarbeitungsgeschwindigkeit,Präzision)
* optimierte Problemlösung
Begriff Begriff (Concept) als Relation (R) zwischen seinen definierenden Merkmalen:  C: R (x,y,...)
AUTO hat Türen und Motor und ...
Variation von Verknüpfungsregeln möglich
Begriffsklassifikationen 1.Art der definierenden Merkmale
eindimensional (Farbe)
mehrdimensional (Farbe & Form)
2.Art der Verknüpfungsregel
konjunktiv (und-Verbindung)
disjunktiv
           inklusive disjunkt ein ODER mehrere Merkmale mögl.
           exklusive disjunkt entweder / oder-Regel
relational  größer/kleiner
Merkmalsidentifikation mit bekannten Regeln Merkmale zu bestimmern
Regelidentifikation/Regellernen mit bekannten Merkmalen Verknüpfungsregeln lernen
Experiment: Rezeptionsmethode
"der zu findende Begriff hat 2 Merkmale" 
* Herausfinden der Verknüpfungsregel (Kreis UND rot)
* Präsentation verschiedener Objekte mit diesen
   Merkmalen
* Rückmeldungen vom Vl (richtig/falsch)
* Versuchsende bei Nennung des richtigen Begriffs
Schwierigkeitsgrade beim Regellernen
Neisser & Weene
* bei 2 Merkmalen gibt es 16 Verknüpfungsmöglichkeiten
* 4 Regelebenen
Level 0:  Regel 1 (alle) und Regel 2 (alle nicht)
               = Merkmale sind irrelevant
Level 1: Regel 3-6 (Affirmation und Negation)
               = nur 1 Merkmal ist relevant
Level 2: Regel 7-14 (pos./neg.Konjunktion; 
               pos/neg.Disjunktion, Kondition, Exklusion)
               = gezielte Verknüpfung
Level 3: Regel 15-16 (Bikondition und exkl. Disjunktion)
               = Mehrfachverknüpfung beider Merkmale

Schwierigkeit steigt, je mehr beteiligte kognitive Prozesse
Level 0 und 1 : keine kognitive Operation, einzelne 
                          Merkmale
Level 2: Kognitive Operationen: 
               Konjunktion (= 1 eindeutige Verknüpfung)
               Disjunktion (A und B + A oder B)
Level 3:  doppelte Verknüpfung
* mit impliziten Klassifikationstendenzen
Je größer die Komplexität der zu bestimmenden Merkmale, desto komplexer die notwendigen Operationen, desto schwieriger

Konzeptlernen Merkmale und Regeln müssen gelernt werden
Fokusstrategie 1.konservativ
Ausgangsbeispiel stellt Fokus (Brennpunkt dar)
systematische Variation einer Dimension
am häufigsten angewanddt, da sicherer Lösungsweg
2. Spielerisches Fokussieren
es werden zwei Dimensionen gleichzeitig verändert
kalkulierbares Risiko, keine Zeitverzögerung
3. negative Fokusstrategie
* bei disjunkten Begriffen
* erste gefundene neg. Beisp. stellt Fokus dar
* wie konservativ, sehr erfolgreich
4. Multiple negative Strategie
* Suchen aller negativen Beispiele, dann Erschließen des Begriffes daraus
* Auffinden disjunkter Begriffe schwieriger wg. ungewohnten Umganges mit negativer Information
Sukzessive Hypothesentestung erste Wahl begründet Hypothese über gesuchten Begriff
unsystematisches Prüfen durch Auswahl - Scanning
unkalkulierbares Risiko, Erfolg zufallsabhängig
Neue Hypothese bei negativem Feedback
bevorzugt bei erhöhter Schwierigkeit und thematisierten Aufgaben (komplexere Bilder statt geometr.Aufgaben)
Begriffsfindung im Rahmen S-R- oder S-O-R-Theorie Kontiguität
Reiz und Reaktion sind Ereignisse
Begriff: 
Menge von Reizen, auf die die gleiche Reaktion erfolgt, Reize sind ähnlich und assoziiert
Generalisierung
Konsistente Verstärkung
Wenn Reize nicht in der Umwelt liegen, sondern im Organismus, dann S-O-R-Modell (Hunger->Nahrung->Essen)
Hypothesentheorie von Restle Verhalten wird immer durch Hypothesen gesteuert
* es kann immer nur 1 Hypothese geprüft werden
* Lernen nur durch negative Rückmeldung
   (aus Fehlern lernen)
* nur die Arbeitshypothese ist im Gedächtnis
* sampling- with-replacement (Wiederverwendungsmodell)
    alte Hypothese wird wieder bereitgehalten
* Alles- oder-Nichts-Prinzip
Bower & Trabasso
Modifikation der Hypothesentheorie
* begrenztes Gedächtnis für bereits getestete Hypothesen
* sampling-without-replacement (Konsistenzmodell)
   alte Hypothese scheidet aus dem Repertoire aus
* Gedächtniseffekte
    - eine oder mehrere Hypothesen in der Prüfung
    - unterschiedliche Prüfungsdauer
    - teilweise Speicherung möglich
Levine Alles- oder-Nichts-Gesetz falsch
ständiger Lernfortschritt durch Einengung des Hypothesenraumes
beträchtliches Speichergedächtnis für falsche und potentiell richtige Hypothesen,
gearbeitet wird jeweils mit 1 Hypothese
Stadien der Begriffsfindung (WESCH) Wahrnehmung relevanter Information
Enkodierung  - Auswahl & Bewertung
Schlußfolgerung  - inferential knowledge
Kontrollprozesse
Begriffsfindungsmodell v. Bourne
steuern den Informationsfluß zwischen den Gedächtnissystemen
Kritik an den Forschungsansätzen zur Begriffsfindung
(Restle, Bourne, Levine)
1.zu spezifische Modelle, nicht vergleichbar oder 
   verallgemeinerbar, zu abstrakt, realitätsfern
2.Bildung und Erwerb natürlicher Begriffe ungeklärt
3.im Experiment nur künstliche Begriffe (wenige  Merkmale, nur 1 Regel)
Begriffsbildungsmethode von ACH Experiment:
Präsentation von 12 stereometrischen Körpern (gleichzeitig), die mit einem sinnlosen Wort versehen waren (Zettel)
Frage: Welche Merkmale weist ein Begriff auf, der durch das sinnlose Wort benannt war?
Methode: Einübung:  Anfassen, Aussprechen
Zettel werden entfernt
Suchen:      Zuordnung der Figuren zu bestimmten  "Worten"
Prüfen:       inwieweit hat der sinnfreie Begriff an  Bedeutung gewonnen?
Methode:  Satzbildung mit sinnfreien Worten, 
Ergebnis: Transfer ist möglich
Schwierigkeitsgrade beim Regellernen
Bourne
implizite individuelle Klassifikationstendenzen
typisches Antwortverhalten
beide Merkmale: positive Attribution
beide Merkmale nicht vorhanden: negative Attribution
daher konjunktive Regeln leichter zu lernen als disjunktive
Übung fördert den Aufbau adäquater Verhaltensweisen
Transfer beim Regellernen Übungseffekt bzgl. neuer Regeln aufgrund bereits bearbeiteter Regeln
Transfer bewirkt Erleichterung des Problemzuganges
Experiment:
Vpn übten Regelindentifikation
4 Regeln mit 3 Durchgängen (= 12 Probleme bearbeitet)
2.Test: Beearbeitung neuer Regeln
Ergebnisse:
Übungseffekt: Fehlerwert sinkt pro Regel
Transfereffekt: Fehlerwerte pro Regelgruppe sinken

Erklärung des Transfereffektes:
Erkenntnisgewinn bzgl. der Gesamtsystemstruktur
Zusammenhangseinsicht
Entwicklung einer Strategie zur fehlerfreien Regelidentifikation

Problemlösen PROBLEM ist die Barriere zwischen einem IST-Zustand und einem angestrebtem SOLL-Zustand
AUFGABE hat keine Barriere, Überführung von IST-zu SOLL erfolgt ohne Probleme: Abruf der Information direkt aus dem  Gedächtnis
Problemdefinition in Gestalttheorie: defekte Gestalt erzeugt Spannung und soll in gute Gestalt überführt werden
Behaviorismus: dominante Reaktion auf Reiz führt nicht zu gewünschtem Ergebnis
Informationsverarbeitung: Ausgangszustand kann nicht ohne Operatoren in Zielzustand transformiert werden
Geschlossenes Problem Ist- & Sollzustand sind klar definiert
Transformatoren sind unklar (mathemat. Formel)
Offenes Problem Weder Ausgangs- noch Zielzustand sind definiert, Transformatoren unklar (Verbesserung der Lebensqualität)
Klassifikation von Barrieretypen nach Dörner 1.Interpolationsbarrieren (geschlossenes Problem)
  Ist-/Sollzustand & Operatoren bekannt
  spezifische Abfolge unbekannt (Anagramme)
2.Synthesebarrieren (geschlossenes Problem)
   benötigte Operatoren sind unklar (Zahlenreihen)
3. Dialektische Barrieren (offenes  Problem)
   Prüfung auf interne und externe Widersprüche
Resultatorientierter Problemlöseansatz
(bis 1960)
* ergebnisorientiert
* interindividuelle Unterschiede
* Lösungszeit/Lösungsgüte als Grundlage
* Typisch: 
   Anagramme (shua=haus)
   Gestaltpsychologische Aufgaben
   - Streichholzaufgaben/Neukombinationen
    - 9-Punkte-Aufgaben (verbinde mit einem Strich)
Prozessorientierter Ansatz * Lösungsprozess im Fokus
* Typisch: 
    - Zwischenziele bei Aufgaben
    - Sichtbarmachen von Strategien
* Aufgaben
    - Turm von Hanoi (möglichst wenig Züge)
    - Kannibalen-Missionare-Problem
    - krypto-arithmetisches Problem
                          CROSS          96233
                       +ROADS          62513


                          DANGER      158746
Problemschwierigkeiten auf Seiten des Problems 1.Problemumfang:
* Zahl der Lösungsalternativen
Hick-Hyman-Law: Entscheidungszeit (RT)  wächst linear zum Informationsgehalt des Problems
2.Problemkomplexität
* bei erhöhter Anzahl und Qualität
Problemlösequalität sinkt bei:
* ansteigender Variablenzahl
* nichtlinearer Vernetztheit
* steigender Intransparenz des Problems
3.Barrieretypen
* Interpolation/Synthese/Dialektische Barrieren
Problemschwierigkeit auf Seiten der Person 1.Faktenwissen
2.Operationswissen
* Umfang, Organisation, Verfügbarkeit
3.Persönlichkeitsvarianten
* Selbstsicherheit/Angst vor Mißerfolg
* Fluchttendenzen (thematisches Vagabundieren)
* Abnahme der Selbstrefelexion, vorschnelles Reagieren
Merkmale der Problemkomplexität
(in Klammern "Raumschiffbeispiel)
1.Variablenanzahl    (Geschwindigkeit,Höhe,Bremsstufe)
2.Vernetztheit der Variablen (Treibstoffverbrauch bei unterschiedlicher Geschindigkeit)
3.Transparenz (welche Variablen spielen wann eine Rolle)
4.Eigendynamik (fehlt in diesem Beispiel, siehe LOHHAUSEN-Experiment weiter unten)
Determination der Problemschwierigkeit durch Wissensumfang und -organisation * stellt problemrelevante Fakten zur Verfügung
* konkretisiert vorstellungsnahe interne Repräsentation
* Auswahl und Anwendung von Operationen und Bewertungen
* erhöht/reduziert  evtl. durch semantische Relationen die Problemschwierigkeit
Funktionale Gebundenheit bestimmte Informationen stehe nur in einem funktionalen Zusammenhang zur Verfügung
Bsp: Seilaufgabe
1. Stromkreis basteln mit Schalter-Montage
2. ...mit Relais-Montage
3. Seilaufgabe
>> Schalter und Relais wurden nicht als gewicht verwendet, weil diese Geräte funktional für den Stromkreiseinbau vorgesehen sind.
BegriffstypischeTätigkeit rückt typische Merkmale und charakterisierende (untypische) in den Hintergrund - der Gegenstand muß aus seinem semantischen Netz (Funktionszusammenhang gelöst werden, um weitere Merkmale verfügbar zu machen)
Duncker´sches Schachtel- und Kerzenproblem Aufgabe: Befestige Kerze an Wand
Material: 3 Kerzen, Streichhölzer, Schachtel mit Reißnägeln darin
Lösung: Schachtel umgekehrt mit Reißnagel an Wand befestigen und Kerze obendraufkleben, vorher Kerze anzünden und Wachs auf Schachtel tropfen

Lösungsschwierigkeiten, da Schachtel als Behälter und nicht als Träger gesehen wird.
Durch Reißnägel IN der Schachtel wird das "Behältnismerkmal" verstärkt, das "potentielle Trägermerkmal " unterdrückt
bei getrennter Präsentation (Reißnägel außerhalb der Schachtel) sollte sich die funktionale Gebundenheit verringern, und das problemrelevante Wissen verfügbarer werden

Selbstverstärkung nach Maltzman Alleine das Aufrufen einer Reaktion ist selbstverstärkend
Gestaltpsychologie vs. lerntheoretische Erklärung des Denkens GP wendet sich gegen mechanistisches Menschenbild 
(GP: Individuum ist nicht nur reagierendes Subjekt)
* aktive Umweltbewältigung, produktiv agierend, planend, organisierend
Hingegen wird Thorndike´s Katzenexperiment als zufälliges Try-&Error-Verhalten gesehen
Problemdefinition in der Terminologie der Gestalttheorie Problem ist eine defekte Gestalt, die eine Spannung erzeugt. 
Dadurch wird eine Person dazu gebracht, nach einer Spannungslösung zu suchen, daß aus der defekten Gestalt eine gute wird.
Problemlösen entsteht durch Umorganisieren des Wahrnehmungsfeldes
Einsicht Einsicht bewirkt eine sprunghafte Veränderung und plötzliche Lösungsfindung, aufgrund internen Umstrukturierungsvorganges (AHA-Erlebnis)
Bsp: Affenversuch mit Banane & Stock
Köhler´s Kritik an Thorndike´s Problemkäfigen Katzen konnten den Öffnungsmechanismus nicht sehen, lösungsrelevante Gegenstände waren nicht im Wahrnehmungsfeld, daher nur Try & Error- Verhalten
Thorndike sieht Lernen als allmählichen Prozess, bei dem irrelevante SR-Verbindungen gelöscht, relevante verstärkt werden.
Köhler´s Affen konnten nach gewonnener Einsicht das adäquate Verhalten ohne Zögern zeigen
Kritik daran: unterschiedliche Gehirne bei Katzen & Affen
Umstrukturierung Aufbrechen wahrnehmungsgebundener Strukturen und Erstellen einer neuen Problemstruktur, die Lösungseinsicht mit sich bringt, und somit Umwandlung von defekter in gute Gestalt ermöglicht
Produktives  Denken Gestaltpsychologie
Neukombination vorhandener Erfahrungen, hoher Transfer
Reproduktives Denken: Suchen vorhandener Erfahrung
kein Übertragungseffekt
Transfer nach Art des Denkens  Experiment von Katona:
1.Gruppe beobachtet bei der Lösung
2.Gruppe sollte Lösungsweg verstehen
3.Gruppe Kontrollgruppe ohne Info
Gruppe 2 zeigte nach 1-3 Wochen deutlichen Leistungsvorteil bei der Bearbeitung eines neuen Problems durch die gewonnene Einsicht in die Problemstruktur
Gruppe 1 zeigte keinen Transfereffekt, da nur problemspezifischer Lösungsweg bekannt
Richtung produktiven Denkens bestimmt aus den Merkmalen der Problemsituation und Probleminterpretation  das  Problemverständnis
Hinzufügen/Wegnahme von Info  bewirkt Richtungsveränderung (Umstrukturierung) und Wechsel der Aufmerksamkeit
determiniert den Funktionswert des Lösungsvorschlages
Funktionswert trifft Aussage über Zielnähe
Qualität der Lösungsvorschläge:
hoher FW: Lösungsvorschlag liegt auf der richtigen Linie, AHA-Erlebnis, Einsicht, Problemstrukturdurchdringung
Gute und schlechte Fehler beim Problemlösen
Duncker
Gute Fehler: 
beinhalten Lösungsvorschlag mit hohem Fw
meist nicht umsetzbar (ich gehte zu Bett)
schlechte Fehler:
bei Lösungsvorschlag mit niedrigem Funktionswert
Kritik an Gestalttheorie 1. keine geschlossene Theorie
2. Theorien stammen fast alle aus der Wahrnehmungspsychologie und sind als Übertragungen auf das Problemlösen charakterisierbar
3. vage Terminologie (größte Kritik!)
4. Introspektion und "Lautes Denken" methodologisch fragwürdig
Positive Aspekte der Gestalttheorie 1. Überwindung der passiven, mechanistischen Position der Assoziationstheorie
2. Beschreibung und Erklärung auch komplexer Problemlöseprozesse
Kennzeichen des Informationsverarbeitungsansatzes 1. Menschlicher Organismus als offenes System
    - Aufnahme, Verarbeitung, Wiederabgabe von Info
2. kybernetisches System mit kompensierenden Rückkoppelungsschleifen zwischen den Elementen, die den Organismus in einem Gleichgewichtszustand halten.
3. Darstellung im Blockschaltbild möglich
    - Abbildung der Relationen zwischen den Elementen
      und der Struktur des Systemes
Epistemische Struktur nach Dörner:
Teil des Langzeitspeichers
beinhaltet die Datenbasis (Wissen) des Individuums
Netzwerk mit Knotenpunkten
verbunden durch semantische Relationen:
1. Teil-Ganzes Relation: Eine Blume hat Blüten
2. Abstraktions-Relation: Eine Blume ist eine Pflanze
3. Raum-Zeit-Relationen (episodisches Gedächtnis)
Heuristische Struktur nach Dörner
Teil des Langzeitspeichers
speichert Veränderungswissen (Operatoren,Transformatoren)
dient der Überwindung von Barrieren
Problembewältigung
Reduktion von Lösungsalternativen
1.Analysator für Eigenschaften von Problemen
2.Speicher für Lösungsmethoden (Heuristiken)
3.Kontrollsystem
Handlungsprogramm nach Dörner
unverändert abrufbare, fertige Lösungsmethode
in der Epistemischen Struktur gespeichert
Aufgabenbewältigung
Unterschied Aufgabe/Problem Aufgabe: durch ABRUF einen HANDLUNGSPROGRAMMES zu bewältigen
Problem: Einsatz von HEURISTIKEN und neuen Operatorkombinationen
Evaluative Struktur 
nach Hussy
enthält Bewertungskriterien, die Evaluatoren
Evaluatorenauswahl determiniert die Bildung von Zwischenzielen oder Problemwechsel:
Schachzug ist zu bewerten vor dem Hintergrund des
- Figurengewinnes
- Verbesserung der eigenen Angriffsposition
- Stabilisierung der eigenen Verteidigungsposition
Arbeitsspeicher/Arbeitsgedächtnis kurzfristiges Speichermedium (schlußfolgerndes Denken)
AG benutzt Kurzzeitgedächtnis  als Zwischenspeicher zur Entlastung
Beleg: 
3 Items im KS : keine Beeinträchtigung bei schlußfolgerndem Denken
bei 6 Items ist Beeinträchtigung feststellbar
Zentraler Prozessor komplexes Programm vieler heuristischer und algorhythmischer Verarbeitungsstrategien
aktiviert den gesamten kognitiven Apparat
steuert das Zusammenwirken der Komponenten
seine Entscheidungen determinieren den Infofluß
Funktionen:
1. Auswahl und Weiterleitung einlaufender Info in AG & KS
2. Entscheidung bzgl. Fakten aus der ES,Operatoren aus der HS und Evaluatoren aus der EVS zur Verarbeitung einbezogen werden
3. Zielkontrolle
4. Prozesscharakter beim Problemlösen
5. Zielplanung, Erfolgskontrolle
SPIV-Modell 
Struktur-und Prozessmodell menschlicher Informationsverarbeitung
nach Hussy
Info-Verarbeitung erfolgt in 4 Systemzuständen
1. Problemfindung und Zielkriterienerstellung
      - Infosammlung (Umweltreize,Wissen aus der  ES)
      - ZP steuert Suche und Selektion
      - Konzentration der Info in AG und KS
      - EVS: Solange Ziel noch nicht erreicht: Problem
       - wenn lösbar: Aufgabe
2. Operatorsuche und -anwendung
       - ZP steuert Auswahl und Anwendung der Operatoren aus  HS
       -produktives Denken: Anwendung der Operatoren
3. Evaluatorsuche und -anwendung
       - Suche nach angemessenem Bewertungsmaßstab im EVS
       - Wirkungsprüfung
       - bei Nicht-Erreichen: Fortsetzen des Prozesses
Bei Erreichen
4. Outputsteuerung
      - ZP leitet Info aus AG und KS in das Antwortsystem weiter
      - steuert und kointrolliert Rückführung neuer Infos aus KS
        in langfristige Gedächtnisstrukturen
Ziele der Computersimulation Überprüfung von Modellen und Theorien des Problemlösens
typisch menschliche Vorgehensweise wird gewählt
Vergleich von  Problemlöseschritten & -qualitäten
methodische Besonderheiten:
1. Probleme mit sequentiellem Charakter
- ermöglicht viele Teilschritte
2. Rückgriff auf zwei  zusätzliche Datenquellen
- Methode des "lauten Denkens"
- Registrierung von Augenbewegungen
Entstehen einer Problemlöseeinstellung
nach Luchins & Luchins
taugliche Operatorkombination (Makrooperator) wird gesucht, und als vollständiges Handlungsprogramm in des ES abgelagert. 
Es genügt dann zukünftig das reine Abrufen des Lösungsprogrammes. (Problem wurde zur Aufgabe)
Vorteil: schnelleres Lösen durch geordnete und bewährte Operatorsequenzten
Fachmann besitzt Makrooperatoren
Funktionale Fixierung Merkmalsfixierung des Faktenwissens hinsichtlich der Verarbeitungsphase
Lohhausen-Studie
nach Dörner
VP soll Ortschaft "Lohhausen" als Bürgermeister für 10 Jahre regieren. Hat mehrfache Einflußnahmemöglichkeit.
Bekommt Konsequenzen rückgemeldet. (hochkomplx: 2000 Variablen unterschiedlich verknüpft)
Offenes Problem, Zielzustand muß definiert werden
Barrieretyp:dialektisch
8 Sitzungen zu je 2 Std.: 120 Monate sind auf 8 Einheiten zu verteilen
Ergebnisse:
schlechte VP
* vagabundieren von Thema zu Thema
* kapseln sich in irrelevantem Teilthema ein
* analysieren weniger genau
* handeln ad hoc, d.h. reagieren statt zu agieren
* wenig Entscheidungsfreude
* wenig Entscheidungskoordination
* weniger Selbstreflexion und -organisation
* mehr Infobedarf
* weniger Planung und Organisation
NUR Selbstsicherheit und sinnvolle Informationssuche bieten eine Grundlage für Vorhersagen, aber nicht Testintelligenz, Testkreativität, Alter, Geschlecht, Studienfach, Vorbildung etc!
Zusammenhang zwischen emotionalen und kognitiven
Prozessen beim Problemlösen (Lohhausen-Studie)
geringe Selbstsicherheit bewirkt Angst vor Mißerfolg
Fluchttendenzem (Thematisches Vagabundieren, Verkapselung
geringe Entscheidungs- und Verantwortungsbereitschaft, geringe Delegations- und Exkulpationstendenz)
Angst vor Mißerfolg steigert Tendenz zur intellektuellen Notfallreaktion (Abnahme der Selbstreflektion, vorschnelles, unkontrolliertes, unüberlegtes Handeln)
- verkürzte und eingeengte Info-Suche
Optimierung des Problemlöseprozesses, wenn Bestreben vorhanden, einen schnellen Überblick zu bekommen
Teilerfolge wirken sich positiv auf den weiteren Prozess aus
(allerdings nicht gefunden von Putz & Osterloh/1983, wo sich die Problemlösegüte nicht hinsichtlich der Erfolgs-/Mißerfolgsmotivation unterschied)
Kognitive Vorgänge beim komplexen Problemlösen 1. Abfrage der Ist-Situation der kritischen Variablen
2. Wenn keine kritischen Variablen bekannt, wird das Generalziel zerlegt in handhabbare Teilziele (Poytelie)
  - Komponentenanalyse (Zerlegung in Bestandteile)
  - Dependenzanalyse (Kausalbeziehungen)
  - Subordinationsprozesse (Unterbegriffe: Rose bei Blume)
 -  Superordinationsprozesse (Überbegriffe: Pflanze bei Blume)
3. Bei erfolgloser Teilzielbildung: externe Zielbildung
    - Befragung der Bevölkerung
4. Rangreihe der Mißstände (Zeitplanung)
5. Absichtsbehandlung (Operator-/Evaluatorsuche)
kognitive Prototypen kleinster gemeinsamer Nenner einer Begriffsinstanz
Begriffe sind in Form von Prototypen im Gedächtnis abgespeichert
Transformationsdistanz 
bilden sich aus der individuellen Lerngeschichte
wahrsch. bildhaft (ikonisch) und nicht begrifflich abgespeichert
semantische Prototypen
nach Rosch
1. Häufigkeit der Nennung
2. Zeitpunkt der Nennung
3. Zugehörigkeitsrating
4. Verifikationszeit
Hohe Zusammenhänge zwischen Häufigkeit und Zeitpunkt der Nennung
Gradient der Begriffszugehörigkeit ist mitgespeichert (Transformationsdistanz)
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