Entwicklung des Symbolspiels
- Darstellung einer der
Beschreibungen
Entwicklung des Symbolspieles
nach BELSKY & MOST
| Niveau I | oral (alles wird in den Mund genommen) |
| Niveau II | einfaches Manipulieren (visuell gesteuertes, exploratives Manipulieren) |
| Niveau III | funktionsgerechtes Manipulieren (Spielzeugtelefon bedienen,Lenrad drehen, Auto schieben) |
| Niveau IV | Inadäquates in-Beziehung-setzen (Löffel + Stock, Puppe auf Telefon legen) |
| Niveau V | Funktional-relationales Manipulieren
Objekte angemessen in Beziehung setzen
(Tasse auf Untertasse, geometrische Form in passendes Loch einsetzen) |
| Niveau VI | Handlungsmäßige
Festlegung;
angenäherte Symbolhandlung aber ohne Beleg für echtes Symbolverhalten ( Tasse mit Lippe berühren ohne Schlürfgeräusche, Telefonhörer ans Ohr nehmen, ohne zu sprechen) |
| Niveau VII | Symbolspiel mit Selbstbezug,
das Symbolspiel ist auf sich selbst gerichtet
(wie Niveau 6, aber bei Tasse schlürfen, am Telefon mit sich selbst telefonieren) |
| Niveau VIII | Symbolspiel mit Partnerbezug (Puppe mit Löffel füttern) |
| Niveau IX | Substitution: Umdeutung eines Handlungsobjektes (mit Schachtel Autofahren, Würfel als Tasse) |
| Niveau X | Sequenzierung fiktiver Handlungen;
Wiederholung einzelner Symbolhandlungen
(selbst Trinken, Puppe und Mutter zu trinken geben) oder Verbindung zweier verschiedener symbolisierter Handlungsschemata (Puppe in Wiege legen, zudecken, dann fiktiv Tasse eingießen, dann trinken) |
| Niveau XI | Sequenzierung fiktiver Handlungen
mit Substitution.
In der Handlungssequenz werden Objekte substituiert (statt Geld Legosteinchen, Lätzchen als Zudecke) |
| Niveau XII | Doppelte Substitution: zwei
Gegenstände werden in einer Handlung substituiert
(Hölzchen als Puppe und Lätzchen als Decke benutzen und "Puppe" mit "Decke" zudecken und "Gute Nacht" sagen |
| Stufe 1 | Vorsymbolische Schemata:
Übergang von sensumotorischer Aktivität zum Als-ob-Spiel Objekteigenschaften dienen als Anreiz (z.B. Autofahren) |
| Stufe 2 | Selbstbezogene Schemata:
erste symbolische Aktivitäten, die auf das Selbst gerichtet sind (sich kämmen, fiktives Trinken aus leerer Tasse und schlucken) |
| Stufe 3 | Dezentrierte Symbolspiele
mit einzelnen Schemata
Andere Objekte und Personen werden als Rezipienten/Agenten mit in die Handlung einbezogen (Puppe füttern) |
| Stufe 4 | Kombinatorische Symbolspiele:
Kombination einzelner Schemata als Übertragung der jeweiligen Schemata auf Objekte/Personen Single-scheme-combination: mehrere Objekte/Personen füttern, kämmen Multi-scheme-combination: Puppe füttern, kämmen, ins Bett bringen |
| Stufe 5 | Intern kontrollierte(geplante)
Symbolspiele:
Planen, Substitution, aktive Rolle anderer Agenten Handlungen erhalten hierarchische Struktur aktive Rolle von Objekten/Personen/Partner |
| Akteur | Veränderung vom Selbstbezug zum Bezug auf andere Personen |
| Handlung | Zuerst werden Handlungen, dann Handlungsschemata, dann Handlungskombinationen auf verschiedene Objekte angewandt |
| Spielgegenstand | Entwicklung der Substitution,
Umdeutung bzw. Ersetzen durch ein anderes Objekt
- zuerst ist das Kind noch auf äußere Ähnlichkeiten angewiesen, dann genügt funktionelle Ähnlichkeit, später wird der Bezug des gedachten zum realen Objekt immer unwichtiger |
Entwicklung des
Symbolspiels anhand von 4 Dimensionen
| Dekontextsensualisierung | Spieler löst sich aus der unmittelbaren Umgebung heraus und hat sich durch fiktives Handeln von aktuellen Umweltbeziehungen abgelöst |
| Kombination von Handlungselementen | Je komplexer das Spiel wird, umso mehr Einzelhandlungen
und unbelebte Gegenstände sind beteiligt.
Spielhandlungen werden immer länger. Rollenspiel wird differenzierter Auftreten ab 3 Jahren mit deutlicher Zunahme in den 3 Folgejahren Planung/Handlung/permanente Abstimmung und Kontrolle werden immer wichtiger |
| Selbstbezug im Symbolspiel | bis etwa 15 Monate
zunächst füttert das Kind fiktiv sich selber, später die Puppe Bezogener (Puppe) ist zunächst passiver Empfänger, erst später wird er als eigener Akteur ins Spiel miteinbezogen(vom Selbstbezug zum Partnerbezug) |
| Entwicklung der Substitution von Gegenständen durch andere | Spielgegenstände haben anfangs prototypischen Charakter.
Ab 4-8 Jahren wird der Umgang mit Ersatzobjeken leichter dennoch wird realistisches Spielzeug bevorzugt Ersatzobjekte können dann bis zu einem gewissen Grad beliebig sein Gegenstand entwickelt sich vom Gegenstand des äußeren Handelns zum Gegenstand des inneren Handelns/Denkens |
- non-normativer Charakter
- Geburt eines Geschwisters
- Scheidung der Eltern
- Orts-/Schulwechsel
- Arbeitslosigkeit
- schwere Erkrankung/Behinderung
- Bewältigungs- und Orientierungsaufgabe
- Chance zur Entwicklung, aber auch Risiko für Fehlanpassungen
- nicht bzw. nur sehr kurzfristig antizipierbar
- erfolgreiche Bewältigung kL kann Modifizierung
sozialer Rollen, persönlicher Ziele und Wertungsprioritäten bewirken
- auch Erwerb neuer Kompetenzen und Aufbau neuer Sozialbeziehungen
- kritische Lebensereignisse, die normativ sind, so daß
man auf diese hinarbeiten und sie vorweg verarbeiten kann,
bezeichnet man als Entwicklungsaufgaben
Entwicklungsaufgaben
- Havighurst: bestimmte Entwicklungsziele
sind (kulturell oder biologisch) altersmäßig festgesetzt und
normativ
- Schulanfang
- Pubertät
- beeinflußt durch
- gesellschaftlich-kulturelle
Ziele, basierend auf kulturellem Druck (Bildung, Beruf, Eheschließung)
- individuelle
Voraussetzung bzw. Leistungsfähigkeit (physische Reife, Pubertät,
Menopause)
- individuelle
Aufgabensetzung
- durch diese werden Entwicklungsaufgaben
festgelegt und die Möglichkeiten bestimmt, diese zu erreichen
- sind als Sozialisationsziele
interpretierbar
- Oerter S. 67
- Bronfenbrenner: Entwicklung in ökologischen
Systemen
Mensch ist aktiver Bestandteil der wechselnden Umwelt mit ihren Systemen
Mensch und Umwelt(Ökosystem) beeinflussen sich gegenseitig (Interaktionismus)
Menschliche Ökosysteme umfassen auch Kultur (Sozialisation),Institutionen,Handlungsvorschriften
- 4 Arten solcher Systeme
| Mikrosystem | unmittelbares Umfeld des sich entwickelnden Menschen:
Familie -
Dyaden (Mutter-Kind), Triaden (3 Geschwister) in Relation zur physikalischen Umwelt (Setting) |
| Mesosystem | Wechselwirkungsgefüge (Widersprüche, wechselseitige
Unterstützung) von mindestens 2 Mikrosystemen (Settings) , denen das
Individuum angehört
Bei großer Widersprüchlichkeit/Nichtpassung der Systeme problematisch (z.B Lernschwäche sozial niedrig gestellter Kinder) |
| Exosystem | System eines oder mehrerer Settings, von welchem man nur mittelbar betroffen ist, ohne selbst handelnde Person zu sein (Beruf des Vaters, Schule älterer Geschwister) |
| Makrosystem | Kultur als Ganzes, die jeden und alles beinflußt (Konsumverhalten, Werte-Normensysteme) |
- Jedes System ist größer und umfassender als das vorangegangene
Bindungsverhalten
- Funktion für das Kleinkind, dafür zu sorgen,
daß die Mutter in der Nähe bleibt
- Vorphase:
- kein personendifferenziertes Verhalten, allgemeine
soziale Ansprechbarkeit
- personenunterscheidende Ansprechbarkeit:
- ab 3 Monate
-differenzierte Bindungsweisen an einige unterschiedliche Personen
- eigentliche Bindung:
- ab 7/8 Monaten
- Lokomotion (kann sich selbst in die Nähe von Bezugspersonen begeben)
- Objekt-/Personenpermanenzwahrnehmung (vermißt P. bei Abwesenheit)
- flexibles Ausrichten des Verhaltens auf das Heranholen eines Elternteiles
- zielkorrigierte Partnerschaft
- ab 3 Jahren
- situationsspezifische Verhaltensbeeinflussung
- Fremde-Situationstest nach Ainsworth und Wittig
- Kinder 12-24 Monate
- Mutter und Kind in übersichtlichem,
jedoch nicht vertrauten Raum, in welchem sich 2 Stühle und eine Matte
mit
attraktivem Spielzeug
befanden
- primäre Stimulation
des Erkundungssystemes
Bindungsverhalten wurde überprüft:
- freundliche, fremde Person spricht
zuerst mit Mutter, dann mit Kind
- Mutter verläßt kurz den
Raum (läßt also das Kind mit der Fremden alleine)
- später wird das Kind für
kurze Zeit ganz alleine gelassen
Ergebnis:
- es gibt 3 Haupttypen der Bindung (nach Bowlby
& Ainsworth)
- Unterscheidung nach sicherer und unsicherer Bindungsbeziehung
- sichere Bindungsbeziehung:
- B-Kinder suchen/wahren
bei/nach Belastung den Kontakt und die Nähe der Mutter
- alleingelassen, zeigen sie zunächst
keine Anzeichen von Kummer
- zeigen Sie Kummer, dann zeigen sie
deutlich, daß sie die Mutter vermissen, auch die Fremde kann sie
dann nicht
trösten
- kehrt die Mutter zurück, wird
sie stürmisch begrüßt und rückt in den Mittelpunkt
des Interesses
- von der Mutter in den Arm genommen,
wehren sie sich nicht, sondern entspannen sich
- unsichere Bindungsbeziehung
- vermeidender Typ/ Typ A
- alleingelassen zeigen diese Kinder
kaum Kummer über das Weggehen der Mutter
- höchstens beunruhigt, wegen
des Alleinseins
- bei Rückkehr der Mutter wird
diese ignoriert oder nur beiläufig gegrüßt
- Nähe wird manchmal gemieden
- neutrales Verhalten bei "in den
Arm nehmen"
- ambivalente Typen (C-Kinder)
- alleinegelassen, geben diese ihrem
Kummer deutlich und lautstark Ausdruck
- bei Rückkehr der Mutter
ambivalentes Verhalten: einerseits Kontaktsuche, andererseits aber
auch Widerstand
- bei 2.Rückkehr steigert sich
der Widerstand
weiter eingeführt:
- desorientiert/desorganisierte Kinder (D-Typ)
- zeigen zusätzlich bizarres Verhalten (Grimassieren,
Erstarren)
Begriffsbildung
- ist ein aktiver Erkenntnisvorgang
- Begriffe dienen der Problembewältigung und
Umweltorientierung
- informationsverarbeitungspsychologisch: System
von Regeln, auf deren Grundlage psychische Erlebnisse (Gegenstände,
Erfahrungen, Ereignisse) geordnet und gruppiert
werden
- Begriffsbildung als Ordnen
- Wygotzki
1. Thematisch
- es wird
eine thematische Beziehung zwischen 2 Objekten hergestellt
2.Kettenbegriffe
- zwei oder
mehr Begriffe werden nach einem Kriterium oder Thema verknüpft, dann
wechselt die Ordnung, und nur das
letzte Objekt der vorausgegangenen Reihe wird mit dem folgenden verknüpft
3. Kulturell adäquate Begriffe
- mit stabilen,
hinreichenden Merkmalen
Flexibilität bei der Begriffsbildung
- Altersunterschiede in der kognitiven
Komplexität bei Gruppierungsaufgaben
- materiell: zwischen 10-12 Jahren
- bei Symbolen zwischen 12 und 15
Jahren
- Abnahme der Werte in der fluiden
Intelligenz ab dem 60. Lebensjahr
Repräsentationsformen bei der Begriffsbildung
- Bruner leitet 3 Repräsentationsniveaus bei der
Begriffsbildung ab:
- Enaktive Repräsentation
- früheste
Form der Vergegenständlichung
- Handlung
erzeugt den Gegenstand (Greifen, siehe auch Bruner
)
- Ikonische Repräsentation
- Umwelt
wird durch Bilder und räumliche Schemata repräsentiert
- ihr Aufbau
dauert lange, da viele Details inkludiert werden
- kodiert
nur periphere, nicht wesentliche Merkmale eines Objektes
- dient als
Werkzeug für die Erkenntnis der Weltzusammenhänge
- Symbolische Repräsentation
- sprachliche
Kodierung eines Gegenstandes/Ereignisses
- Einsparung
von Speicherplatz im Arbeitsgedächtnis durch Beschränkung auf
die wesentlichen Elemente
- Schemabegriff
- Darstellung eines Begriffes durch
seine Beziehungen zu anderen Begriffen
- Skript: Darstellung der Grundstrukturen typischer,
standardisierter Handlungsabläufe (Einnehmen von Mahlzeiten
Geburtstagsparty, Weihnachtsabend)
- es wird angenommen, daß sich nicht die Repräsentationsform
ändert, sondern lediglich die Komplexität der repräsentierten
Schemata
Begriffslernen aus Wahrscheinlichkeiten
- korrelative Begriffsbildung
- Repräsentation von Begriffen
durch eine Vielzahl von Merkmalen, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit
miteinander
korrelieren
- es genügt also, wenn Kennzeichen eines Begriffes
nur in bestimmten Kombinationen auftauchen
- bereits bei 10 Monate alten Kindern nachgewiesen
(Younger & Cohen)
- Schlüsselmerkmale
- Fliegen ist ein Schlüsselmerkmal
für Vögel, wenngleich nicht alle Vögel fliegen können
- hierarchisch geordnet
- übergeordnete Ebene, Basisebene,
untergeordnete Ebene
- Schlüsselmerkmale liegen auf
der Basisebene
- Nachweis bereits an 3 jährigen
Kindern
- Prototypen
- eigenständig kreiert, jedoch
auch kulturabhängig
- Adler ist ein besserer Repräsentant
für Vogel als Huhn
- Organisation von Wahrnehmungsmustern
in Gestalten
Keil´s 4 Hypothesen über die Rolle von
Begriffen in der Realität (1989)
1. Viele Begriffe sind Theorien, da sie Erklärungen
über Beziehungen zwischen ihren Elementen und zu anderen Begriffen
beinhalten
2. Theorien sind assoziativ mit dem Wissen einer Person
verknüpft
3. Kausalbeziehungen spielen eine wesentliche Rolle
4. Auch hierarchische Beziehungen sind für eine
Person informativ
- Kinder können schon sehr früh zwischen ontologisch
richtigen (Die Kuh ist lebendig) von ontologisch falschen (Die Kuh dauert
eine Stunde) unterscheiden
- das zeigt Widersprüche zu Piaget
- Erklärung liegt in der Enkulturation: heute haben
Kinder schon sehr früh eine naturwissenschaftlich fundierte Denkweise
und
glauben nicht mehr an Geister und Hexen
Setting
- Setting beschreibt Handlungsraum
für ein Verhalten,
- 3 Komponenten bilden die
"Persönlichkeit der Umgebung"
Umfasst 3 Situationsbeschreibungen:
1. interpersonale Beziehungsqualitäten
2. persönliche Entwicklungsmöglichkeiten
3. Konzentration auf Systemerhaltung
- einflußreicher Forscher:
Robert Moos (1979)
- Zimbardo, Psychologie 5.Aufl.,
S. 418
| Neugeborenenphase | Greifreflex beim Berühren
der Handinnenfläche
Öffnen der Hand beim Berühren des Handrückens Armbewegung mit offener/vorübergehend auch gefausteter Hadn in Richtung auf gesehene Greifobjekte bewegt |
| 2-4 Monate | Greifreflex verschwindet |
| ab 4 Monate | visuell-gesteuertes Greifen mit mühsamer Hand-Ohr-Mund-Koordination |
| ab 8-10 Monate | Pinzettengriff |
- vom
einfachen Schema zur komplexen Struktur
- Mensch
als aktiver Gestalter seiner Entwicklung
- Strukturen müssen
erst erworben und entwickelt werden
- Greifentwicklung ist ein
Modell für das Entstehen von Handlungs- und mentalen Operationsstrukturen
- diese
entstehen aus einfachen, zunächst separaten (Handlungs-) Schemata
(Schauen,Hören,Saugen,Greifreflex) und werden geübt
- Differenzierung
und Verbindung zu komplexen und flexiblen Strukturen
- Entwicklungsrichtung
wird durch die Effizienz und Widerspruchsfreiheit des folgenden Entwicklungsschritts
bestimmt
a. Greifentwicklung ist Beispiel
für Handlungs- und Operationsstrukturen
Reflexartige
Schemata werden durch Umweltstimuli ausgelöst und geübt
"ebensoviele
Welten wie Sinneskanäle"
b. Durch Wiederholung erfolgt Ausweitung und Differenzierung der Schemata
c. Organisation der Schemata untereinander als gegenseitige, reziproke Assimilation bzw. Akkomodation
d. Hierarchische Organisation der Schemata zu Strukturen (Mittel-Zweck-Beziehungen)
e. Der konkret über die
Sinne identifizierte Gegenstand ist unabhängig von der konkreten Handlung
existiert unabhängig
im Raum und hat Dauer
Ergebnis der
Organisation ist eine geistige Konstruktion des Kindes
die Greifentwicklung
hat dabei herausragende Bedeutung
Greifentwicklung
nach Bower
- von globaler Struktur zu spezialisierten
und konkretisierten Verhaltenssequenzen durch Erfahrungslernen
Greifentwicklung ein Modell
einer kognitiven Entwicklung
- Kind hat sehr allgemeine
kognitive Strukturen (Bild einer einheitlichen Welt)
- allerdings keine kognitive
Strukturveränderung, sondern Reifen und Lernen
- Umweltbedingungen hemmen
oder beschleunigen, verändern aber nicht prinzipiell
- Strukturen differenzieren
ab ca. 4.Monat, werden durch Lernen erweitert und sinnesspezifisch spezialisiert
Erste Phase:
Sehen und Hören initiiert die aus Arm- und Handbewegungen bestehende
Greifbewegung
keine Zwischenkontrolle
kein Feedback
Zweite Phase: Armbewegung
unter visueller Steuerung mit Feedback
Ergreifen erst, wenn der Gegenstand berührt ist, der von nun an auch
visuell verfolgt wird
Bruner
- von
der diffusen zur artikulierten, differenzierten Willenshandlung
- Greifen ist für Bruner
keine kognitive, sondern eine kognitiv-motivationale Handlung
Greifentwicklung
nach von Hofsten und Thelen (1989)
-
motorische Entwicklung ist ein Anwendungsfeld für das Lösen von
spezifischen
Handlungsproblemen
und den
- Erwerb von Skills, die
erst später zu allgemeinen Fähigkeiten generalisiert werden
- Wahrnehmung und Handlung
sind miteinander verknüpft
- Verknüpfungen sind
sehr spezifisch und unbewußt
- Wahrnehmungs-Handlungssysteme
sind Module, die sich nach eigenen Regeln entwickeln
- qualitative Entwicklungsveränderungen
entstehen dadurch, daß spezifische Wahrnehmungs-Handlungssysteme
auf ein
bestehendes
Handlungsproblem hin koordiniert und integriert werden
- Greifentwicklung als sehr
individueller Entwicklungsprozess
- lose koordinierte Verhaltenskomponenten
werden immer weiter optimiert
- Endogamie ("Regel", nur innerhalb des eigenen
Status zu heiraten)
- schließt physische und
soziale Erklärungen für das Zustandekommen von Partnerschaften
ein
- räumliche Nähe
- Ähnlichkeiten in
- Ausbildung
- ausgeübter Berufe
- Hobbies
- sozio-ökonomischer Status
(Frauen heiraten in die "besseren Kreise" ein)
- Rasse
- Nationalität
- Religion
- Kritikpunkt: Endogamie liefert kein Erklärungsmuster
für das Entstehen von Beziehungen
psychische Variablen sind zu berücksichtigen
wie gehen Partner mit Unterschieden um
- Homogamie bei der Partnerwahl
- "Gleich und Gleich gesellt sich gerne" nicht
konsistent bestätigt
- Komplementäre Bedürfnisbefriedigung bei beiden
Partnern
Stufe der
| gegenseitigen Anziehung | Physische Attraktivität wichtig
"Belohnungswert " des Partners |
| wachsenden Familiarität | Vertrautheit
Partner geben sich offen zu erkennen Kommunikation auf der Ebene ähnlicher Wertorientierungen.Einstellungen,Bedürfnisse |
| Interaktion | "alltagstauglicher" Austausch
pers. Vorstellungen wurden mit Rollen abgestimmt gegenseitig akzeptierte Abhängigkeit ist entstanden |
Altern aus biologischer
Sicht
- irreversibel
- unidirektional
- vorhersehbarer Prozess
- unbeeinflußbar (bedingt beeinflußbar)
- Umwelteinflüsse
- eigene Aktivität vs. Inaktivität
- genetische Festlegung des Alterns (100-115 Jahre)
- gengesteuertes Altern
- Zellschädigungstheorien
- Theorie der freie Radikale
- durch Stoffwechselprozesse
werden aggressive Sauerstoffmoleküle gebildet, welche die Zellen angreifen
- Reparatur-Mechanismus-Theorie
- reduzierte
Reparaturwahrscheinlichkeit einer Zelle bei fortlaufender Schädigung
- abnehmende Zellteilungsfähigkeit
- Immunologische Theorien
- Alterungsprozess bedingt abnehmende
Immunüberwachung und damit Anfälligkeit für letale Erkrankungen(Krebs)
- bei kardiovaskulären Erkrankungen
spielen genetische Faktoren eine Rolle
-Untersuchung des "Differentiellen Alterns" statt "normales" Altern
- Pathologisches Altern: aufgrund physiologischer oder
anderer pathologischer Veränderungen (Depression, Demenz, sonstige
Krankheiten)
- dagegen steht "erfolgreiches(optimales) Altern" mit
Konzepten wie "Lebenszufriedenheit" und "Wohlbefinden"
- kognitive Theorie des Alterns (Thomae, 1970)
- vom Individuum selbst erlebte Alterungsvorgänge
- normative oder Positionsstabilität
- Position von Individuen in der Verteilung
eines Merkmals oder einer Leistung in der Alterskohorte als Bezugsgruppe
- relativ zur Außenwelt
stattfindende Veränderungen bleiben innerhalb der Bezugsgruppe "stabil"
- ipsative Stabilität
- früher verwendet: zwei alternative
Merkmale derselben Person werden zu verschiedenen Zeitpunkten verglichen
- Feststellung von Präferenzen
zwischen Alternativen über die Zeit
Entwicklung kann als Stabilisierung interindividueller
Unterschiede aufgefasst werden, als Herausbildung von Eigenschaften und
Fähigkeiten
Prüfung latenter Eigenschaften wie Aggressivität
oder Fähigkeiten (Intelligenz)
- entscheidend ist die von Objekten, Lehrern, Eltern,
Umwelt geförderte Fähigkeit zur Lösung zukünftiger
Aufgaben
- selbständige Meisterung des Problems
Zone freier Bewegung: mehr Explorationsmöglichkeiten,
als von der Umwelt gefördert
Zone geförderter Handlungen: in ZFB enthalten
Zone nächster Entwicklung: vergrößert
die ZfB
| Sensumotorisches Spiel | Freude an Körperbewegungen, die lange Zeit wiederholt
werden
Bewegung richtet sich zunehmend auf Gegenstände, zuerst auf Körperteile, später auf die nähere Umwelt (Klapper) bevorzugt auf Gegenstände, mit denen manipuliert wird |
| Informationsspiel | realitätsorientiertes Informationsverhalten
aktive Erkundung von Gegenständen (Zerlegen) |
| Konstruktionsspiel | realitätsorientiert
Gegenstände werden v. Kind benutzt, um aus oder mit ihnen einen Zielgegenstand herzustellen Werkzeuge (Bleistift) und Rohmaterial (Knete) müssen realitätskonform beherrscht und aufeinander bezogen werden, um das Zielobjekt herzustellen |
| Als-ob-Spiel
Symbolspiel,Fiktionsspiel |
bei engerer Spieldefinition die eigentliche kindliche
Spielform (12-13 Monate)
Spielgegenstand und darauf bezogenes Handeln wird nach eigenen Zielvorstellungen und Wünschen umgedeutet Nach Piaget gibt es4 Dimensionen des Symbolspieles |
| Rollenspiel
soziodramatisches Spiel |
Zusammenspiel mehrerer Personen mit fiktiven Rollen,
die höhere soziale und kognitive Kompetenz besitzen müssen
Gewährleistung gemeinsamen Handelns (ab 4 Jahren) |
| Regelspiel | festgelegte Regeln (spezifische Kompetenz) werden festgelegt
deren Einhaltung ist unabdingbar und diese sind gleichzeitig Reiz des Spieles (Wettkampf-/Gesellschaftsspiele) |
Geschlechtsidentifikation
als kognitive Leistung (Kohlberg)
- Unterscheidung weibl. von
männl. Personen schon mit 18-20 Monaten
- Kohlberg betont den kognitiv-interaktiven
Aspekt dieser Leistung
- für
richtiges Rollenverhalten muß als Erkenntnisleistung erst eine richtige
Rolleninterpretation geschaffen
werden
- nach
Erkenntnis der Geschlechtsidentität muß das Kind selbst aktiv
aus seiner Umwelt auswählen
Etappen/Schritte
(1) Stabilität
Kind erkennt 2 Geschlechter mit unterschiedlichen Aufgaben in seiner sozialen
Welt
- Unterscheidung nach Vater/Mutter, stark/schwach, draußen/zu Hause,
etc.
(2) Psychische Merkmale
Selbstzuordnung zu einem der beiden Geschlechter
- wird durch Umwelt und sprachliche Orientierung erleichtert (er/sie, Bub/Mädchen
etc.)
(3) Aktivität
Auswahl geschlechtspassender Umweltbestandteile
eigene Bedürfnisse werden mit externen Modellen in Bezug gebracht
individuell sehr unterschiedliche Rolleninterpretation
(4) Physikalische Merkmale
Aufbau der Geschlechtskonstanz
Erkenntnisleistung zum Verständnis der entsprechenden Geschlechterrolle
Richtiges Rollenverhaltung setzt richtige Rolleninterpretation voraus
Individuelle Identifikation mit ca. 5-6 Jahren stabilisiert
Entwicklung
des Verständnisses von Freundschaft
- Youniss (1982)
- bei Kindern v. 6-8 Jahren
ist symmetrische Reziprozität im Handeln wichtig (Freundlichkeit/Unfreundlichkeit)
- ab 9-11 Jahren findet eine
qualitative Veränderung des Verständnisses von freundlichen Handlungenstatt:
- auf
ein Leistung muß nicht mehr sofort eine Gegenleistung erfolgen, sondern
erst dann, wenn Freund/Freundin
hilfsbedürftig wird
- Koordination
von Leistung und Gegenleistung findet in einem größeren Zeitrahmen
statt
- ab 12-14 Jahren Erreichen
der 3.Stufe des Freundschaftsverständnisses
- gegenseitiges
Verstehen wird wichtiger, als aktive Hilfeleistung
(1)
Erkennen der Unterschiede der sozialen Perspektive als Möglichkeit
(2) Erkundung solcher Unterschiede
und Attraktivitätssteigerung sozialer Perspektiven
(3) Entwicklung analytischer
Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Realisierung dieser Bedürfnisse
(4) Erwerb von Fähigkeiten
zur planvollen Anwendung des in der Perspektiveübernahme gewonnen
Verstehens und in der sozialen Interaktion
Experiment:
- Selman präsentierte
Kindern und Jugendlichen Geschichten, in denen sich die Perspektiven als
Konflikte zwischen Handlungszielen und Handlungswegen darstellten
Beispiel:
Katze eines kleinen Mädchens
ist auf einen Baum geklettert, traut sich aber nicht mehr herunter
Das Mädchen kann gut
klettern, jedoch hat der Vater es verboten
Der Vater weiß nichts
von der Katze
Was soll das Mädchen
tun?
Selman hat aus den Ergebnissen
der Untersuchung folgende Entwicklungssequenz abgeleitet:
| 4-9 Jahre | Bewußtwerden der Subjektivität
von Perspektiven
Menschen unterscheiden sich im Denken, weil sie sich in unterschiedlichen Situationen befinden |
| 6-12 Jahre | es entwickelt sich ein reflexives
Verständnis der Subjektivität
Das eigene Handeln wird aus dem Blickwinkel des anderen reflektiert und umgekehrt dessen Reaktion auf das eigene Handeln vorweggenommen |
| 9-15 Jahre | wechselseitige Perspektivenkoordination
Kind erkennt, daß sowohl es selbst, als auch der andere die Perspektive des jeweils anderen gleichzeitig berücksichtigen kann |
| ab 12 Jahren | Perspektive der sozialen
Bezugsgruppe kann übernommen werden
Einbezug des sozialen Systemes und seiner Normen Fähigkeit zu angemessener Kommunikation |
Entwicklungsfunktionen der
Peergruppe helfen dem Kind bei der Identitätsfindung
- trägt zur Orientierung
und Stabilisierung bei und gewährt emotionale Geborgenheit
- hilft das Gefühl der
Einsamkeit aufgrund zunehmender Selbstreflexion und Erkenntnis der Einmaligkeit
überwinden
- bietet sozialen Freiraum
für die Erprobung neuen Sozialverhaltens
- erlaubt soziale Aktivitäten,
die außerhalb der Gruppe zu riskant wären
- wichtige Funktion bei der
Ablösung von den Eltern
- Unterstützung durch
normierende Wirkung einer Mehrheit ("die anderen dürfen auch wegbleiben")
- bietet Hilfestellung bei
der Identitätsfindung durch Identifikationsmöglichkeiten, Lebensstilideal
und Bestätigung
der Selbstdarstellung
Experiment zum Nachweis der Bedeutung der Peergruppe
- Costanzo (1970)
- Assoziationsexperiment
zum Konformitätsdruck in der Peergruppe
- Konformität von Gruppenmitgliedern
im Alter v. 7-21 Jahren wurde erfaßt nach der
Methode von Asch (<<<<<Näheres dazu
über diesen Link, zurück mit der BACK-Taste!)
- nachdem ein Gruppenmitglied
die Länge von Linien geschätzt hatte, wurde ihm erklärt,
die restlichen
Gruppenmitglieder
wichen von seinem Urteil ab.
Der Konformitätsdruck
(Majorität) wurde gemessen an dem Ausmaß, in dem der Proband
seine Meinung änderte
- außerdem wurde das
Ausmaß der Selbstzuweisung von Schuld gemessen
Der Proband sollte
den Ausgang einer Geschichte erfinden, in welcher der Protagonist dieser
Geschichte
irgendein Unheil anrichtete.
Das Ausmaß der
Schuldzuweisung an den Protagonisten galt als Maß für die Selbstzuweisung
von Schuld.
Ergebnis:
- im Alter v. 12-13 Jahren
erreicht der Konformitätsdruck seinen Höhepunkt
- bei Kindern mit hoher Schuldselbstzuweisung
ist dieser am höchsten ausgeprägt
- danach sinkt für alle
Gruppen (hohe,mittl.,niedrige Selbstzuweisung von Schuld) der Konformitätsdruck
ab
- bei der Gruppe mit hoher
Schuldselbstzuweisung wird der Konformitätsdruck am langsamsten überwunden
Assoziations-Reaktionszeitexperiment
zum Nachweis der emotionalen Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter
- Powell (1955
- Vergleich von Reaktionszeiten
auf neutrale Wörter und Stimuluswörter mit Freundschaftsbezug
- drastischer Anstieg von
Reaktionszeiten auf Wörter, die sich auf Freundschaft bezogen
- Alterspanne, in der Freundschaft
wichtig ist, ist bei Mädchen deutlich größer, als für
Jungen
- Freundschaftsbeziehungen
sind für Mädchen also wichtiger, als für Jungen
Interessenentwicklung
von universellen zu spezifischen Interessen
- Todt
| 1-2 Jahre | universelle Interessen | umweltbezogen | ||||
| 4-5 Jahre | kollektive Interessen | geschlechtsspezifisch | ||||
| ab 9 Jahren | allgemeine Interessen |
|
||||
| Jugendalter | spezifische Interessen | Kompromiß zwischen den wichtigsten Bedürfnissen des Einzelnen und den Umweltanforderungen (Beruf) |
Weitere Interessenentwicklung
bei Erwachsenen unter Persönlichkeitsgesichtspunkten
Sechs Stadien des moralischen Urteils nach Kohlberg
- Kohlberg unterscheidet 3 Niveaus mit je 2 Stufen der Entwicklung
Vormoralisches Niveau
- moralische Entscheidungen
werden entweder durch Strafen und Autoritäten oder mit eigenen Interessen
begründet
| Stufe 1 | Orientierung an Strafe und Gehorsam |
| Stufe 2 | Instrumentelle Orientierung an eigenen Bedürfnissen |
| Stufe 3 | Lösungssuche bleibt beschränkt auf persönlich bekannte Personen |
| Stufe 4 | Erweiterte Orientierung von persönlich bekannten Personen auf übergreifende Systeme (Staat/Religionsgemeinschaften) |
| Stufe 5 | Verständnis des Systems
als veränderbarere Gesellschaftsvertrag
utiliaristische Überlegungen |
| Stufe 6 | Suche nach allgemeingültigen ethischen Prinzipien |
- hingegen: wird das Objekt nicht verdeckt,
sondern das Licht ausgeschaltet (aus den Augen), wird jedoch die
Greifbewegung fortgesetzt (als nicht aus dem Sinn)
weiter nach Piaget
| 1. Monat | Objekt wird bis zur Mittellinie verfolgt |
| 2-4 Monate | Verfolgen, Suche, Rückkehr zum Ausgangspunkt |
| 4-8 Monate | Suche des verschwundenen Objektes
keine Suche, wenn teilweise sichtbar |
| 8-12 Monat | Kind sucht verdecktes Objekt, Ort und Objekt sind gleich |
| 12-18 Monate | intentionales Suchen ABC-CBA |
Kohlberg (1974) - nicht die Umwelt prägt das Kind, sondern das Kind gestaltet seine Geschlechtsrolle selbst in aktiver Auseinandersetzung mit der Umwelt
| 1.Schritt | Kind erkennt, daß es 2 unterschiedliche Geschlechter
gibt
ordnet die Welt nach Müttern/Vätern - stark/schwach - draußen/zu Hause |
| 2.Schritt | Selbstzuordnung zu einem der beiden Geschlechter |
| 3.Schritt | aktive Auswahl passender Umweltparameter |
| 4.Schritt | sukzessiver Aufbau der Geschlechtskonstanz
- Erkenntnis, daß Geschlecht nicht frei wählbar |
| Geschlechtsidentität | Selbsteinstufung als Junge/Mädchen |
| Stabilität | Erkenntnis, daß das Geschlecht über lange Zeit erhalten bleibt |
| Motiv | Invariabilität des Geschlechts, auch bei Änderungswunsch |
| Konstanz | Wissen um Unveränderlichkeit des Geschlechts trotz Veränderung von Aktivitäten oder äußerer Erscheinung |
Der Einfluß
der Schule auf die kognitive Entwicklung
- Schule als Setting über
viele Jahre hinweg
- Interaktionsformen sind
im Vgl. zur Familie verschieden
- Erreichen des jeweiligen Klassenzieles
als Entwicklungsaufgabe
- Intelligenzleistung steigt
mit der Dauer des Schulbesuches
- ein Elfjähriger,
der die 6.Klasse besucht, ist "intelligenter", als ein Elfjähriger,
der die 5.Klasse besucht
- Intelligenztests
sind für die Zeit des Schulalters falsch geeicht
Dekontextualisierung und Aussagenlogik
Dekontextualisierung:
aus dem Alltagsleben und unmittelbaren Handlungszusammenhang herausgelöste
Aussagen und andere kleine Informationseinheiten werden mittels Verarbeitungsprozessen
wie Denken, Problemlösen, Einspeichern, gelöst /geübt.
Nicht mehr nur episodische Gedächtnisspeicherung,
sondern semantische
- Koordination von 2 Variablen
- 2 halbvolle
Becher gleicher Form werden dargeboten
Wenn sich die Breite des Bechers A verdoppelt und die des Bechers B sich
halbiert, welcher der beiden Becher wird
der vollste sein?
- Koordination zweier Variationen
- Versuchsperson
muß anhand von Daten aus einer Tabelle angeben, welche Pflanze duch
Bewässerung stärker
beeinflußt wird
Dies sind zwei relativ schulferne Aufgaben, und dennoch wird für die Aufgabenlösung die in der Schule übliche Form der Dekontextualisierung benötigt.
- Schule fördert also nicht
nur intellektuelle Leistungen, sondern verändert die gesamte Entwicklung
des Kindes
qualitativ
- bei uns gibt es keine Kontrollgruppe,
da alle Kinder die Schule besuchen, daher ist der Einfluß auf die
ognitive
Entwicklung nicht nachprüfbar
Aussagenlogik : eine Schlußfolgerung
ergibt sich strikt aus den gegebenen Prämissen und bedarf keiner weiteren
empirischen Überprüfung.(Syllogismen)
Sofern die Prämissen stimmen,
sind auch die Schlußfolgerungen richtig.
Es zeigt sich nun, daß
in allen Untersuchen, in welchen schlußfolgerndes Denken notwendig
war, ähnliche Ergebnisse zustandekommen:
- Kinder und Erwachsene mit
Schulerfahrung halten sich im Denken und Schlußfolgern an die Aussagen,
Personen ohne Schulerfahrung weigern sich, aus Prämissen Schlüsse
zu ziehen oder sind dazu nicht in der Lage
Die Schule operiert mit dekontextualisierten Aussagen und übt diesbezügliche Informationsverarbeitung (s.o.)
Kinder werden mit zunehmendem Alter sensibler bzgl. linguistischer Unterscheidungen, und sind dann zunehmend imstande, auch syllogistische Aufgaben zu lösen.
Schriftsprache
- Lesen von Texten als hochkomplexer
Ablauf von Informationsprozessen
- Schriftsprache ist grammatikalisch
komplexer und informationsdichter
- ermöglicht Akkumulation
des Wissens über Zeit und Raum hinweg
- Trennung von Text als objektivierter
Sprache und Interpretation des Textes wird möglich/notwendig
- kristalline Intelligenz
- Sprachgewandtheit, schulische Lerninhalte,
allgemeines Erfahrungs- und Faktenwissen
- Abhängig vom Wissenserwerb
(quantitativ)
- gut trainierbar
- diese erworbenen Fertigkeiten ersetzen
im Alter fluide Intelligenzleistungen
- zeitlich ähnlich abnehmender
Verlauf wie fluide Intelligenz
Insgesamt Abnahme der Geschwindigkeit bei der Informationsverarbeitung.
Keine Leistungsunterschiede bei Wegfall der Geschwindigkeitskomponente
| diffuse Identität | Moratorium | übernommene Identität | erarbeitete Identität | |
| Merkmal | keine Festlegung für Berufe oder Werte | Auseinandersetzung mit beruflichen und Wertfragen | Festlegung auf Beruf oder Werte durch Dritte (Eltern) | Selbstgewählte Festlegung von Beruf & Werten |
| Selbstwertgefühl | niedrig | hoch | männl: niedrig
weib.: hoch |
hoch |
| Autonomie | extern kontrolliert | internale Kontrolle | autoritär (extern) | internale Kontrolle |
| kognitiver Stil | impulsiv, extreme kognitive Komplexität | reflexiv, kognitiv, komplex | impulsiv, kognitiv, simpel | reflexiv, kognitiv, komplex |
| Intimität | stereotype Beziehungen | zu tiefen Beziehungen fähig | stereotype Beziehungen | zu tiefen Beziehungen fähig |
| soziale Interaktion | zurückgezogen, fühlensich von Eltern nicht verstanden, hören auf Peers und Autoritäten | frei, streben intensive Beziehungen an, wetteifern | ruhig, wohlerzogen, glücklich | zeigen nicht-defensive Stärke, können sich für andere ohne Eigennutz einsetzen |
>>> die kulturell-adaptive Diffusion repräsentiert
in multikulturellen Gesellschaften verbreitete Identitätsmuster dar
- hier ist
es von Vorteil, sich möglichst nicht festzulegen, beruflich wie privat
>>> Patchwork-Identity (Elkind, 1990)
- weder einheitlicher
Kern noch integrative Kraft feststellbar
- keine erarbeitete
Idenität
- entstanden
aus Wachstum durch Substitution
- auch widersprüchliche Werthaltungen und Gewohnheiten können
unverbunden nebeneinanderstehen
Entwicklungsfunktionen der Peergruppe
- Orientierung und Stabilisierung
- emotionale Geborgenheit
- Überwindung von Einsamkeitsgefühlen, die
als Folge der Selbsterkenntnis über die eigene Einmaligkeit entstehen
- Freiraum zur Erprobung neuer Möglichkeiten im Sozialverhalten, die außerhalb der Gruppe zu riskant wären
- Ablösungsfunktion von den Eltern
- Unterstützung durch normierende Wirkung einer
Mehrheit (die anderen dürfen auch so lange wegbleiben...)
- Identitätsfindung durch Identifikationsmöglichkeiten,
Lebensstile und Bestätigung der Selbstdarstellung
Perspektivenübernahme nach Flavell et.al(1968)
1. Unterschiede in der Perspektive werden als möglich
erkannt
2. Bedürfnis nach Erkundung dieser Unterschiede
3. Entwicklung analytischer Fertigkeiten und Fähigkeiten,
das Bedürfnis in die Tat umzusetzen
4. Erwerb von Fähigkeiten zum Einsatz der durch
Perspektiveübernahme gewonnenen Verstehens in sozialer Interaktion
Koordination sozialer Perspektiven
- Selman (1976, 1980)
-Konflikt zwischen Handlungszielen
und Handlungswegen
-Katzenbeispiel:
Katze eines kleinen Mädchens
ist auf einen Baum geklettert und traut sich nicht mehr herunter
Zwar ist das Mädchen
gut im Klettern, aber der Vater hat es ihr verboten
Von der Katze hat er natürlich
nichts gewußt
Was soll das Mädchen
tun?
| 4-9 Jahre | Subjektivität von Perspektiven wird bewußt - Menschen denken unterschiedlich, weil sie sich in unterschiedlichen Situationen befinden |
| 6-12 Jahre | reflexives Verständnis der Subjektivität: das eigene Handeln kann aus der Perspektive eines anderen reflektiert und umgekehrt dessen Reaktion auf das eigene Handeln antizipiert werden |
| 9-15 Jahre | wechselseitige Perspektivekoordination: Erkenntnis, daß beide Seiten gegenseitig die Perspektive des jeweils anderen berücksichtigen können |
| ab etwa 12 Jahren | Übernahme der Perspektive sozialer Bezugsgruppen ; erst die Übernahme der Perspektive des sozialen Systems erlaubt angemessenes Verstehen und Kommunizieren |