Fragenkatalog Entwicklungspsychologie
Erstellt nach einem Skript der Fachschaft Psychologie LMU 1998 " Der Oerter-Knacker"
Literatur: Oerter-Montada: Entwicklungspsychologie (teilw.zitiert nach Skript)
               Lexikon der Psychologie Bd.1-3  Bechtermünz Verlag          August/September 1998
               Zimbardo, Psychologie, 5.Auflage 1992
Blauer kursiver Text : Schulpsychologenprüfung 1998
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Entwicklung des Symbolspiels -  Darstellung einer der Beschreibungen

Entwicklung des Symbolspieles nach BELSKY & MOST
 
 

Niveau I oral                                                             (alles wird in den Mund genommen)
Niveau II einfaches Manipulieren                        (visuell gesteuertes, exploratives Manipulieren)
Niveau III funktionsgerechtes Manipulieren      (Spielzeugtelefon bedienen,Lenrad drehen, Auto schieben)
Niveau IV Inadäquates in-Beziehung-setzen       (Löffel + Stock, Puppe auf Telefon legen)
Niveau V Funktional-relationales Manipulieren Objekte angemessen in Beziehung setzen  
(Tasse auf Untertasse, geometrische Form in passendes Loch einsetzen)
Niveau VI Handlungsmäßige Festlegung;  
angenäherte Symbolhandlung aber ohne Beleg für echtes Symbolverhalten  
( Tasse mit Lippe berühren ohne Schlürfgeräusche, Telefonhörer ans Ohr nehmen, ohne zu sprechen)
Niveau VII Symbolspiel mit Selbstbezug, das Symbolspiel ist auf sich selbst gerichtet
(wie Niveau 6, aber bei Tasse schlürfen, am Telefon mit sich selbst telefonieren)
Niveau VIII Symbolspiel mit Partnerbezug              (Puppe mit Löffel füttern)
Niveau IX Substitution: Umdeutung eines Handlungsobjektes      (mit Schachtel Autofahren, Würfel als Tasse)
Niveau X Sequenzierung fiktiver Handlungen; Wiederholung einzelner Symbolhandlungen  
(selbst Trinken, Puppe und  Mutter zu trinken geben) oder  
Verbindung zweier verschiedener symbolisierter Handlungsschemata  
(Puppe in Wiege legen, zudecken, dann fiktiv Tasse eingießen, dann trinken)
Niveau XI Sequenzierung fiktiver Handlungen mit Substitution.  
In der Handlungssequenz werden Objekte substituiert  
(statt Geld Legosteinchen, Lätzchen als Zudecke)
Niveau XII Doppelte Substitution: zwei Gegenstände werden in einer Handlung substituiert  
(Hölzchen als Puppe und Lätzchen als Decke benutzen und "Puppe" mit "Decke" zudecken und "Gute Nacht" sagen
Tabelle nach Oerter S.257
Symbolspiel nach McCune-Nicholich & Carroll
Stufe 1 Vorsymbolische Schemata: 
Übergang von sensumotorischer Aktivität zum Als-ob-Spiel 
Objekteigenschaften dienen als Anreiz (z.B. Autofahren)
Stufe 2 Selbstbezogene Schemata: 
erste symbolische Aktivitäten, die auf das Selbst gerichtet sind 
(sich kämmen, fiktives Trinken aus leerer Tasse und schlucken)
Stufe 3 Dezentrierte Symbolspiele mit einzelnen Schemata 
Andere Objekte und Personen werden als Rezipienten/Agenten mit in die Handlung einbezogen (Puppe füttern)
Stufe 4 Kombinatorische Symbolspiele:  
Kombination einzelner Schemata als Übertragung der jeweiligen Schemata auf Objekte/Personen  
Single-scheme-combination: mehrere Objekte/Personen füttern, kämmen 
Multi-scheme-combination: Puppe füttern, kämmen, ins Bett bringen 
Stufe 5 Intern kontrollierte(geplante) Symbolspiele: 
Planen, Substitution, aktive Rolle anderer Agenten 
Handlungen erhalten hierarchische Struktur 
aktive Rolle von Objekten/Personen/Partner
- Tabelle Oerter S.256/257

Bretherton (1984) unterscheidet nach 3 Handlungskomponenten der Spielentwicklung
 
Akteur Veränderung vom Selbstbezug zum Bezug auf andere Personen
Handlung Zuerst werden Handlungen, dann Handlungsschemata, dann Handlungskombinationen auf verschiedene Objekte angewandt
Spielgegenstand Entwicklung der Substitution, Umdeutung bzw. Ersetzen durch ein anderes Objekt 
   - zuerst ist das Kind noch auf äußere Ähnlichkeiten angewiesen, 
     dann genügt  funktionelle Ähnlichkeit,  
     später wird der Bezug des gedachten zum realen Objekt  immer unwichtiger

Entwicklung des Symbolspiels anhand von 4 Dimensionen
 
Dekontextsensualisierung Spieler löst sich aus der unmittelbaren Umgebung heraus und hat sich durch fiktives Handeln von aktuellen Umweltbeziehungen abgelöst
Kombination von Handlungselementen Je komplexer das Spiel wird, umso mehr Einzelhandlungen und unbelebte Gegenstände sind beteiligt. 
Spielhandlungen werden immer länger. 
Rollenspiel wird differenzierter 
Auftreten ab 3 Jahren mit deutlicher Zunahme in den 3 Folgejahren 
Planung/Handlung/permanente Abstimmung und Kontrolle werden immer wichtiger
Selbstbezug im Symbolspiel bis etwa 15 Monate 
zunächst füttert das Kind fiktiv sich selber, später die Puppe 
Bezogener (Puppe) ist zunächst passiver Empfänger, erst später wird er als eigener Akteur ins Spiel miteinbezogen(vom Selbstbezug zum Partnerbezug)
Entwicklung der Substitution von Gegenständen durch andere Spielgegenstände haben anfangs prototypischen Charakter. 
Ab 4-8 Jahren wird der Umgang mit Ersatzobjeken leichter 
dennoch wird realistisches Spielzeug bevorzugt 
Ersatzobjekte können dann bis zu einem gewissen Grad beliebig sein 
Gegenstand entwickelt sich vom Gegenstand des äußeren Handelns zum Gegenstand des inneren Handelns/Denkens



 


Kritisches Lebensereignis

- non-normativer Charakter
    - Geburt eines Geschwisters
    - Scheidung der Eltern
    - Orts-/Schulwechsel
    - Arbeitslosigkeit
    - schwere Erkrankung/Behinderung

- Bewältigungs- und Orientierungsaufgabe
- Chance zur Entwicklung, aber auch Risiko für Fehlanpassungen
- nicht bzw. nur sehr kurzfristig antizipierbar
- erfolgreiche Bewältigung kL kann Modifizierung sozialer Rollen, persönlicher Ziele und Wertungsprioritäten bewirken
- auch Erwerb neuer Kompetenzen und Aufbau neuer Sozialbeziehungen

- kritische Lebensereignisse, die normativ sind, so daß man auf diese hinarbeiten und sie vorweg verarbeiten kann,
  bezeichnet man als Entwicklungsaufgaben

Entwicklungsaufgaben
- Havighurst: bestimmte Entwicklungsziele sind (kulturell oder biologisch) altersmäßig festgesetzt und normativ
     - Schulanfang
     - Pubertät
- beeinflußt durch
    - gesellschaftlich-kulturelle Ziele, basierend auf kulturellem Druck (Bildung, Beruf, Eheschließung)
    - individuelle Voraussetzung bzw. Leistungsfähigkeit (physische Reife, Pubertät, Menopause)
    - individuelle Aufgabensetzung

- durch diese werden Entwicklungsaufgaben festgelegt und die Möglichkeiten bestimmt, diese zu erreichen
- sind als Sozialisationsziele interpretierbar

- Oerter S. 67


Exosystem

- Bronfenbrenner: Entwicklung in ökologischen Systemen
                            Mensch ist aktiver Bestandteil der wechselnden Umwelt mit ihren Systemen
                            Mensch und Umwelt(Ökosystem) beeinflussen sich gegenseitig (Interaktionismus)
                            Menschliche Ökosysteme umfassen auch Kultur (Sozialisation),Institutionen,Handlungsvorschriften
- 4 Arten solcher Systeme
Mikrosystem  unmittelbares Umfeld des sich entwickelnden Menschen: Familie - 
Dyaden (Mutter-Kind), Triaden (3 Geschwister) in Relation zur physikalischen Umwelt (Setting)
Mesosystem Wechselwirkungsgefüge (Widersprüche, wechselseitige Unterstützung) von mindestens 2 Mikrosystemen (Settings) , denen das Individuum angehört 
Bei großer Widersprüchlichkeit/Nichtpassung der Systeme problematisch (z.B Lernschwäche sozial niedrig gestellter Kinder)
Exosystem  System eines oder mehrerer Settings, von welchem man nur mittelbar betroffen ist, ohne selbst handelnde Person zu sein (Beruf des Vaters, Schule älterer Geschwister)
Makrosystem Kultur als Ganzes, die jeden und alles beinflußt (Konsumverhalten, Werte-Normensysteme)

- Jedes System ist größer und umfassender als das vorangegangene


Bindungsverhalten
- Funktion für das Kleinkind, dafür zu sorgen, daß die Mutter in der Nähe bleibt
    - Vorphase:
            -    kein personendifferenziertes Verhalten, allgemeine soziale Ansprechbarkeit
    - personenunterscheidende Ansprechbarkeit:
            -   ab 3 Monate
            -differenzierte Bindungsweisen an einige unterschiedliche Personen
    - eigentliche Bindung:
            - ab 7/8 Monaten
            - Lokomotion (kann sich selbst in die Nähe von Bezugspersonen begeben)
            - Objekt-/Personenpermanenzwahrnehmung (vermißt P. bei Abwesenheit)
            - flexibles Ausrichten des Verhaltens auf das Heranholen eines Elternteiles
    - zielkorrigierte Partnerschaft
            - ab 3 Jahren
            - situationsspezifische Verhaltensbeeinflussung

- Fremde-Situationstest nach Ainsworth und Wittig
    - Kinder 12-24 Monate
    - Mutter und Kind in übersichtlichem, jedoch nicht vertrauten Raum, in welchem sich 2 Stühle und eine Matte mit
       attraktivem Spielzeug befanden
      - primäre Stimulation des Erkundungssystemes

Bindungsverhalten wurde überprüft:
    - freundliche, fremde Person spricht zuerst mit Mutter, dann mit Kind
    - Mutter verläßt kurz den Raum (läßt also das Kind mit der Fremden alleine)
    - später wird das Kind für kurze Zeit ganz alleine gelassen

Ergebnis:
- es gibt 3 Haupttypen der Bindung (nach Bowlby & Ainsworth)
- Unterscheidung nach sicherer und unsicherer Bindungsbeziehung
- sichere Bindungsbeziehung:
    - B-Kinder suchen/wahren bei/nach Belastung den Kontakt und die Nähe der Mutter
    - alleingelassen, zeigen sie zunächst keine Anzeichen von Kummer
    - zeigen Sie Kummer, dann zeigen sie deutlich, daß sie die Mutter vermissen, auch die Fremde kann sie dann nicht
      trösten
    - kehrt die Mutter zurück, wird sie stürmisch begrüßt und rückt in den Mittelpunkt des Interesses
    - von der Mutter in den Arm genommen, wehren sie sich nicht, sondern entspannen sich
- unsichere Bindungsbeziehung
    - vermeidender Typ/ Typ A
    - alleingelassen zeigen diese Kinder kaum Kummer über das Weggehen der Mutter
    - höchstens beunruhigt, wegen des Alleinseins
    - bei Rückkehr der Mutter wird diese ignoriert oder nur beiläufig gegrüßt
    - Nähe wird manchmal gemieden
    - neutrales Verhalten bei "in den Arm nehmen"

- ambivalente Typen (C-Kinder)
    - alleinegelassen, geben diese ihrem Kummer deutlich und lautstark Ausdruck
    - bei Rückkehr der Mutter ambivalentes Verhalten: einerseits Kontaktsuche, andererseits aber auch Widerstand
    - bei 2.Rückkehr steigert sich der Widerstand

weiter eingeführt:
- desorientiert/desorganisierte Kinder (D-Typ)
- zeigen zusätzlich bizarres Verhalten (Grimassieren, Erstarren)


Begriffsbildung
-  ist ein aktiver Erkenntnisvorgang
-  Begriffe dienen der Problembewältigung und Umweltorientierung
-  informationsverarbeitungspsychologisch: System von Regeln, auf deren Grundlage psychische Erlebnisse (Gegenstände,
   Erfahrungen, Ereignisse) geordnet und gruppiert werden

- Begriffsbildung als Ordnen
- Wygotzki
    1. Thematisch
        - es wird eine thematische Beziehung zwischen 2 Objekten hergestellt
    2.Kettenbegriffe
        - zwei oder mehr Begriffe werden nach einem Kriterium oder Thema verknüpft, dann wechselt die Ordnung, und nur das
           letzte Objekt der vorausgegangenen Reihe wird mit dem folgenden verknüpft
    3. Kulturell adäquate Begriffe
        - mit stabilen, hinreichenden Merkmalen

Flexibilität bei der Begriffsbildung
    - Altersunterschiede in der kognitiven Komplexität bei Gruppierungsaufgaben
    - materiell: zwischen 10-12 Jahren
    - bei Symbolen zwischen 12 und 15 Jahren
    - Abnahme der Werte in der fluiden Intelligenz ab dem 60. Lebensjahr

Repräsentationsformen bei der Begriffsbildung
- Bruner leitet 3 Repräsentationsniveaus bei der Begriffsbildung ab:
    - Enaktive Repräsentation
        - früheste Form der Vergegenständlichung
        - Handlung erzeugt den Gegenstand (Greifen, siehe auch  Bruner )
    - Ikonische Repräsentation
        - Umwelt wird durch Bilder und räumliche Schemata repräsentiert
        - ihr Aufbau dauert lange, da viele Details inkludiert werden
        - kodiert nur periphere, nicht wesentliche Merkmale eines Objektes
        - dient als Werkzeug für die Erkenntnis der Weltzusammenhänge
    - Symbolische Repräsentation
        - sprachliche Kodierung eines Gegenstandes/Ereignisses
        - Einsparung von Speicherplatz im Arbeitsgedächtnis durch Beschränkung auf die wesentlichen Elemente

- Schemabegriff
    - Darstellung eines Begriffes durch seine Beziehungen zu anderen Begriffen
- Skript: Darstellung der Grundstrukturen typischer, standardisierter Handlungsabläufe (Einnehmen von Mahlzeiten
                 Geburtstagsparty, Weihnachtsabend)
- es wird angenommen, daß sich nicht die Repräsentationsform ändert, sondern lediglich die Komplexität der repräsentierten Schemata

Begriffslernen aus Wahrscheinlichkeiten
- korrelative Begriffsbildung
    - Repräsentation von Begriffen durch eine Vielzahl von Merkmalen, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit miteinander
      korrelieren
- es genügt also, wenn Kennzeichen eines Begriffes nur in bestimmten Kombinationen auftauchen
- bereits bei 10 Monate alten  Kindern nachgewiesen (Younger & Cohen)

- Schlüsselmerkmale
    - Fliegen ist ein Schlüsselmerkmal für Vögel, wenngleich nicht alle Vögel fliegen können
    - hierarchisch geordnet
    - übergeordnete Ebene, Basisebene, untergeordnete Ebene
    - Schlüsselmerkmale liegen auf der Basisebene
    - Nachweis bereits an 3 jährigen Kindern

- Prototypen
    - eigenständig kreiert, jedoch auch kulturabhängig
    - Adler ist ein besserer Repräsentant für Vogel als Huhn
    - Organisation von Wahrnehmungsmustern in Gestalten


Keil´s 4 Hypothesen über die Rolle von Begriffen in der Realität (1989)
1. Viele Begriffe sind Theorien, da sie Erklärungen über Beziehungen zwischen ihren Elementen und zu anderen Begriffen beinhalten
2. Theorien sind assoziativ mit dem Wissen einer Person verknüpft
3. Kausalbeziehungen spielen eine wesentliche Rolle
4. Auch hierarchische Beziehungen sind für eine Person informativ

- Kinder können schon sehr früh zwischen ontologisch richtigen (Die Kuh ist lebendig) von ontologisch falschen (Die Kuh dauert eine Stunde) unterscheiden
- das zeigt  Widersprüche zu Piaget
- Erklärung liegt in der Enkulturation: heute haben Kinder schon sehr früh eine naturwissenschaftlich fundierte Denkweise und
glauben nicht mehr an Geister und Hexen



Entwicklung der Begriffsbildung/Problemlösungsstrategien
- Experiment v. Bruner & Koslowski 1972
- ein vom Kind durch Drehen einer Platte/Hebels herbeiholbarer Gegenstand
Strategien bei 2-jährigen:
1. Versuch des direkten Erreichens (auf den Tisch klettern, zu dem Gegenstand hinlaufen)
2. Versuch, die Plattform durch Drehen oder Ziehen, Rütteln am Hebel zu sich her zu bewegen
3. teilweise Drehung der Plattform
4. Drehung mit erfolgreichem Greifen des Gegenstandes
- Strategieverlauf in obiger Reihenfolge
- Oerter S.567
 


Setting
- Setting beschreibt Handlungsraum für ein Verhalten,
- 3 Komponenten bilden die "Persönlichkeit der Umgebung"
Umfasst 3 Situationsbeschreibungen:
1. interpersonale Beziehungsqualitäten
2. persönliche Entwicklungsmöglichkeiten
3. Konzentration auf Systemerhaltung
- einflußreicher Forscher: Robert Moos (1979)
 

- Zimbardo, Psychologie 5.Aufl., S. 418


Entwicklung des Greifens
 
Neugeborenenphase Greifreflex beim Berühren der Handinnenfläche 
Öffnen der Hand beim Berühren des Handrückens 
Armbewegung mit offener/vorübergehend auch gefausteter Hadn in Richtung auf gesehene Greifobjekte bewegt
2-4 Monate Greifreflex verschwindet
ab 4 Monate visuell-gesteuertes Greifen mit mühsamer Hand-Ohr-Mund-Koordination
ab 8-10 Monate Pinzettengriff
wechselnde Händigkeit, Konstituierung ab ca. 1 Jahr

Greifentwicklung nach Piaget:

- vom einfachen Schema zur komplexen Struktur
- Mensch als aktiver Gestalter seiner Entwicklung
- Strukturen müssen erst erworben und entwickelt werden
- Greifentwicklung ist ein Modell für das Entstehen von Handlungs- und mentalen Operationsstrukturen
    - diese entstehen aus einfachen, zunächst separaten (Handlungs-) Schemata
      (Schauen,Hören,Saugen,Greifreflex) und werden geübt
    - Differenzierung und Verbindung zu komplexen und flexiblen Strukturen
    - Entwicklungsrichtung wird durch die Effizienz und Widerspruchsfreiheit des folgenden Entwicklungsschritts
      bestimmt

a. Greifentwicklung ist Beispiel für Handlungs- und Operationsstrukturen
    Reflexartige Schemata werden durch Umweltstimuli ausgelöst und geübt
    "ebensoviele Welten wie Sinneskanäle"

b. Durch Wiederholung erfolgt Ausweitung und Differenzierung der Schemata

c. Organisation der Schemata untereinander als gegenseitige, reziproke Assimilation bzw. Akkomodation

d. Hierarchische Organisation der Schemata zu Strukturen (Mittel-Zweck-Beziehungen)

e. Der konkret über die Sinne identifizierte Gegenstand ist unabhängig von der konkreten Handlung
   existiert unabhängig im Raum und hat Dauer
   Ergebnis der Organisation ist eine geistige Konstruktion des Kindes
   die Greifentwicklung hat dabei herausragende Bedeutung

Greifentwicklung nach Bower
- von globaler Struktur zu spezialisierten und konkretisierten Verhaltenssequenzen durch Erfahrungslernen
Greifentwicklung ein Modell einer kognitiven Entwicklung
- Kind hat sehr allgemeine kognitive Strukturen (Bild einer einheitlichen Welt)
- allerdings keine kognitive Strukturveränderung, sondern Reifen und Lernen
- Umweltbedingungen hemmen oder beschleunigen, verändern aber nicht prinzipiell
- Strukturen differenzieren ab ca. 4.Monat, werden durch Lernen erweitert und sinnesspezifisch spezialisiert

Erste Phase:    Sehen und Hören initiiert die aus Arm- und Handbewegungen bestehende Greifbewegung
                         keine Zwischenkontrolle
                         kein Feedback
Zweite Phase:  Armbewegung unter visueller Steuerung mit Feedback
                         Ergreifen erst, wenn der Gegenstand berührt ist, der von nun an auch visuell verfolgt wird

Bruner
- von der diffusen zur artikulierten, differenzierten Willenshandlung
- Greifen ist für Bruner keine kognitive, sondern eine kognitiv-motivationale Handlung

Greifentwicklung nach von Hofsten und Thelen (1989)
- motorische Entwicklung ist ein Anwendungsfeld für das Lösen von spezifischen
  Handlungsproblemen und den
- Erwerb von Skills, die erst später zu allgemeinen Fähigkeiten generalisiert werden
- Wahrnehmung und Handlung sind miteinander verknüpft
- Verknüpfungen sind sehr spezifisch und unbewußt
- Wahrnehmungs-Handlungssysteme sind Module, die sich nach eigenen Regeln entwickeln
- qualitative Entwicklungsveränderungen entstehen dadurch, daß spezifische Wahrnehmungs-Handlungssysteme auf ein
   bestehendes Handlungsproblem hin koordiniert und integriert werden
- Greifentwicklung als sehr individueller Entwicklungsprozess
- lose koordinierte Verhaltenskomponenten werden immer weiter optimiert



Homogamie & Endogamie

- Endogamie ("Regel", nur innerhalb des eigenen Status zu heiraten)
- schließt physische und soziale Erklärungen für das Zustandekommen von Partnerschaften ein
- räumliche Nähe
- Ähnlichkeiten in
    - Ausbildung
    - ausgeübter Berufe
    - Hobbies
    - sozio-ökonomischer Status
                    (Frauen heiraten in die "besseren Kreise" ein)
      - Rasse
      - Nationalität
      - Religion

- Kritikpunkt: Endogamie liefert  kein Erklärungsmuster für das Entstehen von Beziehungen
                      psychische Variablen sind zu berücksichtigen
                      wie gehen Partner mit Unterschieden um
 

- Homogamie bei der Partnerwahl
- "Gleich und Gleich gesellt sich gerne"  nicht konsistent bestätigt
- Komplementäre Bedürfnisbefriedigung bei beiden Partnern



Phasen der Partnerschaftsentwicklung (Klein, 1991)

Stufe der
gegenseitigen Anziehung Physische Attraktivität wichtig 
"Belohnungswert " des Partners
wachsenden Familiarität Vertrautheit 
Partner geben sich offen zu erkennen 
Kommunikation auf der Ebene ähnlicher Wertorientierungen.Einstellungen,Bedürfnisse
Interaktion "alltagstauglicher" Austausch 
pers. Vorstellungen wurden mit Rollen abgestimmt 
gegenseitig akzeptierte Abhängigkeit ist entstanden


Altern aus biologischer Sicht
- irreversibel
- unidirektional
- vorhersehbarer Prozess
- unbeeinflußbar (bedingt beeinflußbar)
    - Umwelteinflüsse
    - eigene Aktivität vs. Inaktivität
- genetische Festlegung des Alterns (100-115 Jahre)
- gengesteuertes Altern
- Zellschädigungstheorien
    - Theorie der freie Radikale
        - durch Stoffwechselprozesse werden aggressive Sauerstoffmoleküle gebildet, welche die Zellen angreifen
    - Reparatur-Mechanismus-Theorie
        - reduzierte Reparaturwahrscheinlichkeit einer Zelle bei fortlaufender Schädigung
    - abnehmende Zellteilungsfähigkeit
- Immunologische Theorien
    - Alterungsprozess bedingt abnehmende Immunüberwachung und damit Anfälligkeit für letale Erkrankungen(Krebs)
    - bei kardiovaskulären Erkrankungen spielen genetische Faktoren eine Rolle



Altern aus psychologischer Perspektive
    - Vielfalt von Alternsverläufen (besser vielleicht:  Alterungsprozessverläufen, d.Verf.)
    - hohe interindividuellen Unterschiede bzgl. Ausmaß und Zeitpunkt der Veränderungen im Menschen
    - Unterschiedlichkeit der Entwicklungsergebnisse

  -Untersuchung des "Differentiellen Alterns" statt "normales" Altern

- Pathologisches Altern: aufgrund physiologischer oder anderer pathologischer Veränderungen (Depression, Demenz, sonstige
  Krankheiten)

- dagegen steht "erfolgreiches(optimales) Altern" mit Konzepten wie "Lebenszufriedenheit" und "Wohlbefinden"
- kognitive Theorie des Alterns (Thomae, 1970)
    - vom Individuum selbst erlebte Alterungsvorgänge



Stabilität
- absolute Stabilität
    - Schwimmen/Radfahren: wird (außer durch Krankheit) nie mehr verlernt (kann nur durch Übung hinsichtlich
      bestimmter Ausprägungen verbessert werden - schnell/schön/akrobatisch
    - keine Veränderung in der Entwicklung oder nicht erfassbar

- normative oder Positionsstabilität
    - Position von Individuen in der Verteilung eines Merkmals oder einer Leistung in der Alterskohorte als Bezugsgruppe
       - relativ zur Außenwelt stattfindende Veränderungen bleiben innerhalb der Bezugsgruppe "stabil"

- ipsative Stabilität
    - früher verwendet: zwei alternative Merkmale derselben Person werden zu verschiedenen Zeitpunkten verglichen
    - Feststellung von Präferenzen zwischen Alternativen über die Zeit

Entwicklung kann als Stabilisierung interindividueller Unterschiede aufgefasst werden, als Herausbildung von Eigenschaften und Fähigkeiten
Prüfung latenter Eigenschaften wie Aggressivität oder Fähigkeiten (Intelligenz)



Zone nächster Entwicklung
- Wygotsky
- Verstandesleistungen entstehen durch Handlungen und Interagieren mit anderen
- Denken ist verinnerlichtes Handeln
- wird das Kind durch Kontakt und Austausch zu etwas (ein Ziel) geführt, erreicht es die ZnE:
    -Bereich von Anforderungen und Leistungen, den das Kind (und sicher nicht nur Kinder! d.Verf) nur mit kompetenter Hilfe
      anderer und nicht alleine erreichen kann und wird
3 Typen der ZnE
- intentionale Instruktion (informelle und formelle Erziehung)
- stimulierende Umgebung (Bücher, Malutensilien etc)
- Spiel

- entscheidend ist die von Objekten, Lehrern, Eltern, Umwelt geförderte Fähigkeit zur Lösung zukünftiger Aufgaben
- selbständige Meisterung des Problems

Zone freier Bewegung: mehr Explorationsmöglichkeiten, als von der Umwelt gefördert
Zone geförderter Handlungen: in ZFB enthalten
Zone nächster Entwicklung: vergrößert die ZfB



Wichtige Formen des Spiels und ihre Reihenfolge in der Entwicklung
Sechs Formen:
Sensumotorisches Spiel Freude an Körperbewegungen, die lange Zeit wiederholt werden 
Bewegung richtet sich zunehmend auf Gegenstände, zuerst auf Körperteile, später auf die nähere Umwelt (Klapper) 
bevorzugt auf Gegenstände, mit denen manipuliert wird
Informationsspiel realitätsorientiertes Informationsverhalten 
aktive Erkundung von Gegenständen (Zerlegen) 
Konstruktionsspiel realitätsorientiert 
Gegenstände werden v. Kind benutzt, um aus oder mit ihnen einen Zielgegenstand herzustellen 
Werkzeuge (Bleistift) und Rohmaterial (Knete) müssen realitätskonform beherrscht und aufeinander bezogen werden, um das Zielobjekt herzustellen
Als-ob-Spiel 
Symbolspiel,Fiktionsspiel
bei engerer Spieldefinition die eigentliche kindliche Spielform (12-13 Monate) 
Spielgegenstand und darauf bezogenes Handeln wird nach eigenen Zielvorstellungen und Wünschen umgedeutet 
Nach Piaget gibt es4 Dimensionen des Symbolspieles
Rollenspiel 
soziodramatisches Spiel
Zusammenspiel mehrerer Personen mit fiktiven Rollen, die höhere soziale und kognitive Kompetenz besitzen müssen 
Gewährleistung gemeinsamen Handelns (ab 4 Jahren)
Regelspiel festgelegte Regeln (spezifische Kompetenz) werden festgelegt 
deren Einhaltung ist unabdingbar und diese sind gleichzeitig 
Reiz des Spieles (Wettkampf-/Gesellschaftsspiele)

Geschlechtsidentifikation als kognitive Leistung (Kohlberg)
- Unterscheidung weibl. von männl. Personen schon mit 18-20 Monaten
- Kohlberg betont den kognitiv-interaktiven Aspekt dieser Leistung
    - für richtiges Rollenverhalten muß als Erkenntnisleistung erst eine richtige Rolleninterpretation geschaffen
      werden
    - nach Erkenntnis der Geschlechtsidentität muß das Kind selbst aktiv aus seiner Umwelt auswählen

Etappen/Schritte

(1) Stabilität
     Kind erkennt 2 Geschlechter mit unterschiedlichen Aufgaben in seiner sozialen Welt
     - Unterscheidung nach Vater/Mutter, stark/schwach, draußen/zu Hause, etc.
(2) Psychische Merkmale
     Selbstzuordnung zu einem der beiden Geschlechter
     - wird durch Umwelt und sprachliche Orientierung erleichtert (er/sie, Bub/Mädchen etc.)
(3) Aktivität
     Auswahl geschlechtspassender Umweltbestandteile
     eigene Bedürfnisse werden mit externen Modellen in Bezug gebracht
     individuell sehr unterschiedliche Rolleninterpretation
(4) Physikalische Merkmale
     Aufbau der Geschlechtskonstanz
     Erkenntnisleistung zum Verständnis der entsprechenden Geschlechterrolle
     Richtiges Rollenverhaltung setzt richtige Rolleninterpretation voraus
     Individuelle Identifikation mit ca. 5-6 Jahren stabilisiert
 


Entwicklung des Verständnisses von Freundschaft
- Youniss (1982)
- bei Kindern v. 6-8 Jahren ist symmetrische Reziprozität im Handeln wichtig (Freundlichkeit/Unfreundlichkeit)
- ab 9-11 Jahren findet eine qualitative Veränderung des Verständnisses von freundlichen Handlungenstatt:
    - auf ein Leistung muß nicht mehr sofort eine Gegenleistung erfolgen, sondern erst dann, wenn Freund/Freundin
       hilfsbedürftig wird
    - Koordination von Leistung und Gegenleistung findet in einem größeren Zeitrahmen statt
- ab 12-14 Jahren Erreichen der 3.Stufe des Freundschaftsverständnisses
    - gegenseitiges Verstehen wird wichtiger, als aktive Hilfeleistung



Stufen der Perspektivenübernahme nach Selman

(1) Erkennen der Unterschiede der sozialen Perspektive als Möglichkeit
(2) Erkundung solcher Unterschiede und Attraktivitätssteigerung sozialer Perspektiven
(3) Entwicklung analytischer Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Realisierung dieser Bedürfnisse
(4) Erwerb von Fähigkeiten zur planvollen Anwendung des in der Perspektiveübernahme gewonnen
      Verstehens und in der sozialen Interaktion

Experiment:
- Selman präsentierte Kindern und Jugendlichen Geschichten, in denen sich die Perspektiven als Konflikte zwischen Handlungszielen und Handlungswegen darstellten
Beispiel:
Katze eines kleinen Mädchens  ist auf einen Baum geklettert, traut sich aber nicht mehr herunter
Das Mädchen kann gut klettern, jedoch hat der Vater es verboten
Der Vater weiß nichts von der Katze
Was soll das Mädchen tun?

Selman hat aus den Ergebnissen der Untersuchung folgende Entwicklungssequenz abgeleitet:
 
4-9 Jahre Bewußtwerden der Subjektivität von Perspektiven 
Menschen unterscheiden sich im Denken, weil sie sich in unterschiedlichen Situationen befinden
6-12 Jahre es entwickelt sich ein reflexives Verständnis der Subjektivität 
Das eigene Handeln wird aus dem Blickwinkel des anderen reflektiert und umgekehrt dessen Reaktion auf das eigene Handeln vorweggenommen 
9-15 Jahre wechselseitige Perspektivenkoordination 
Kind erkennt, daß sowohl es selbst, als auch der andere die Perspektive des jeweils anderen gleichzeitig berücksichtigen kann
ab 12 Jahren Perspektive der sozialen Bezugsgruppe kann übernommen werden 
Einbezug des sozialen Systemes und seiner Normen 
Fähigkeit zu angemessener Kommunikation



Rolle der Peergruppe für die Identitätsentwicklung
- Peergruppe: Gleichaltrige und Gleichgesinnte
-  während des Abnabelungspozesses von den Eltern bildet die Peergruppe neue Bezugspersonen und neue
   Beziehungsformen
- Erleben von Gleichheit und Souveränität
- Gleichheit setzt Toleranz und Akzeptanz von Unterschieden in der Gruppe voraus
                        das Anrecht auf Durchsetzung eigener Anliegen
                         und Gerechtigkeit
- Souveränität in Interaktionen mit Gleichaltrigen (Gleichgestellten)
                        Möglichkeit zur Selbstdarstellung
                        Verwirklichung persönlicher Ziele, die sich auch oft mit Gruppenzielen überschneiden
                        Überwindung von Widerständen anderer Gruppen( besonders der Familie)

Entwicklungsfunktionen der Peergruppe helfen dem Kind bei der Identitätsfindung
- trägt zur Orientierung und Stabilisierung bei und gewährt emotionale Geborgenheit
- hilft das Gefühl der Einsamkeit aufgrund zunehmender Selbstreflexion und Erkenntnis der Einmaligkeit
  überwinden
- bietet sozialen Freiraum für die Erprobung neuen Sozialverhaltens
- erlaubt soziale Aktivitäten, die außerhalb der Gruppe zu riskant wären
- wichtige Funktion bei der Ablösung von den Eltern
- Unterstützung durch normierende Wirkung einer Mehrheit ("die anderen dürfen auch wegbleiben")
- bietet Hilfestellung bei der Identitätsfindung durch Identifikationsmöglichkeiten, Lebensstilideal und Bestätigung
  der Selbstdarstellung

Experiment zum Nachweis der Bedeutung der Peergruppe

- Costanzo (1970)
- Assoziationsexperiment zum Konformitätsdruck in der Peergruppe
- Konformität von Gruppenmitgliedern im Alter v. 7-21 Jahren wurde erfaßt nach der
  Methode von Asch   (<<<<<Näheres dazu über diesen Link, zurück mit der BACK-Taste!)
- nachdem ein Gruppenmitglied die Länge von Linien geschätzt hatte, wurde ihm erklärt, die restlichen
  Gruppenmitglieder wichen von seinem Urteil ab.
  Der Konformitätsdruck (Majorität) wurde gemessen an dem Ausmaß, in dem der Proband seine Meinung änderte
- außerdem wurde das Ausmaß der Selbstzuweisung von Schuld gemessen
  Der Proband sollte den Ausgang einer Geschichte erfinden, in welcher der Protagonist dieser Geschichte
  irgendein Unheil anrichtete.
  Das Ausmaß der Schuldzuweisung an den Protagonisten galt als Maß für die Selbstzuweisung von Schuld.

Ergebnis:

- im Alter v. 12-13 Jahren erreicht der Konformitätsdruck seinen Höhepunkt
- bei Kindern mit hoher Schuldselbstzuweisung ist dieser am höchsten ausgeprägt
- danach sinkt für alle Gruppen (hohe,mittl.,niedrige Selbstzuweisung von Schuld) der Konformitätsdruck ab
- bei der Gruppe mit hoher Schuldselbstzuweisung wird der Konformitätsdruck am langsamsten überwunden

Assoziations-Reaktionszeitexperiment zum Nachweis der emotionalen Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter
- Powell (1955
- Vergleich von Reaktionszeiten auf neutrale Wörter und Stimuluswörter mit Freundschaftsbezug
- drastischer Anstieg von Reaktionszeiten auf Wörter, die sich auf Freundschaft bezogen
- Alterspanne, in der Freundschaft wichtig ist, ist bei Mädchen deutlich größer, als für Jungen
- Freundschaftsbeziehungen sind für Mädchen also wichtiger, als für Jungen


Interessenentwicklung von universellen zu spezifischen Interessen
- Todt
 
1-2 Jahre universelle Interessen umweltbezogen
4-5 Jahre kollektive Interessen geschlechtsspezifisch
ab 9 Jahren allgemeine Interessen
Stufe 1 prestigebezogene Berufsinteressen       bei Jungen  
Dienst am Menschen,Verantwortung  
bei Mädchen
Stufe 2 fähigkeitsbezogene Berufsinteressen
 
Jugendalter  spezifische Interessen Kompromiß zwischen den wichtigsten Bedürfnissen des Einzelnen und den Umweltanforderungen (Beruf)

Weitere Interessenentwicklung bei Erwachsenen unter Persönlichkeitsgesichtspunkten


Sechs Stadien des moralischen Urteils nach Kohlberg

- Kohlberg unterscheidet 3 Niveaus mit je 2 Stufen der Entwicklung

Vormoralisches Niveau
- moralische Entscheidungen werden entweder durch Strafen und Autoritäten oder mit eigenen Interessen
  begründet
Stufe 1 Orientierung an Strafe und Gehorsam 
Stufe 2 Instrumentelle Orientierung an eigenen Bedürfnissen
Konventionelles Niveau
- gekennzeichnet durch eine Tendenz zur Erhaltung wichtiger Sozialbeziehungen
Stufe 3 Lösungssuche bleibt beschränkt auf persönlich bekannte Personen
Stufe 4 Erweiterte Orientierung von persönlich bekannten Personen auf übergreifende Systeme (Staat/Religionsgemeinschaften)
Postkonventionelles Niveau
- Erkenntnis, daß das System in seiner gegebenen Form hinterfragbar ist und variabel
Stufe 5 Verständnis des Systems als veränderbarere Gesellschaftsvertrag  
utiliaristische Überlegungen
Stufe 6 Suche nach allgemeingültigen ethischen Prinzipien
- Entwicklungsförderung des moralischen Denkens
 - der Jugendliche soll durch die Diskussion ethischer Konflikte Unzulänglichkeiten und Widersprüchlichkeiten
   entwicklungsmäßig früherer Lösungen erkennen und eine neue Stufe moralischer Urteilskompetenz erreichen
   können
- Erfahrungen, wirklich Einflußmöglichkeit auf die Konfliktlösung und somit Verantwortung zu haben,
  sind besonders effektiv
- Vermittlung in "just-community"-Modellversuchen
    - gemeinsam konzipierte Lösungen werden in die Tat umgesetzt und  nicht durch eine übergeordnete Autorität
      blockiert, damit die Kinder/Jugendlichen sich auch ernst genommen fühlen



Objektpermanenz
-nach Piaget nur existent, solange im Blickfeld sichtbar (aus den Augen aus dem Sinn

    - hingegen: wird das Objekt nicht verdeckt, sondern das Licht ausgeschaltet (aus den Augen), wird jedoch die
                      Greifbewegung fortgesetzt (als nicht aus dem Sinn)

weiter nach Piaget
 
1. Monat Objekt wird bis zur Mittellinie verfolgt
2-4 Monate Verfolgen, Suche, Rückkehr zum Ausgangspunkt
4-8 Monate Suche des verschwundenen Objektes 
keine Suche, wenn teilweise sichtbar
8-12 Monat Kind sucht verdecktes Objekt, Ort und Objekt sind gleich
12-18 Monate intentionales Suchen ABC-CBA


Geschlechtskonstanz

Kohlberg (1974) - nicht die Umwelt prägt das Kind, sondern das Kind gestaltet seine Geschlechtsrolle selbst in aktiver Auseinandersetzung mit der Umwelt

1.Schritt  Kind erkennt, daß es 2 unterschiedliche Geschlechter gibt 
ordnet die Welt nach Müttern/Vätern - stark/schwach - draußen/zu Hause
2.Schritt Selbstzuordnung zu einem  der beiden Geschlechter
3.Schritt aktive Auswahl passender Umweltparameter
4.Schritt sukzessiver Aufbau der Geschlechtskonstanz 
 - Erkenntnis, daß Geschlecht nicht frei wählbar
Eaton & Bargen
Geschlechtskonstanz entwickelt sich in über die Jahre verteilten Etappen
Geschlechtsidentität Selbsteinstufung als Junge/Mädchen
Stabilität Erkenntnis, daß das Geschlecht über lange Zeit erhalten bleibt
Motiv Invariabilität des Geschlechts, auch bei Änderungswunsch
Konstanz Wissen um Unveränderlichkeit des Geschlechts trotz Veränderung von Aktivitäten oder äußerer Erscheinung

Der Einfluß der Schule auf die kognitive Entwicklung
 - Schule als Setting über viele Jahre hinweg
-  Interaktionsformen sind im Vgl. zur Familie verschieden
- Erreichen des jeweiligen Klassenzieles als Entwicklungsaufgabe
- Intelligenzleistung steigt mit der Dauer des Schulbesuches
  - ein Elfjähriger, der die 6.Klasse besucht, ist "intelligenter", als ein Elfjähriger, der die 5.Klasse besucht
    - Intelligenztests sind für die Zeit des Schulalters falsch geeicht

Dekontextualisierung und Aussagenlogik

Dekontextualisierung: aus dem Alltagsleben und unmittelbaren Handlungszusammenhang herausgelöste Aussagen und andere kleine Informationseinheiten werden mittels Verarbeitungsprozessen wie Denken, Problemlösen, Einspeichern, gelöst /geübt.
Nicht mehr nur episodische Gedächtnisspeicherung, sondern semantische

 - Koordination von 2 Variablen
    - 2 halbvolle Becher gleicher Form werden dargeboten
      Wenn sich die Breite des Bechers A verdoppelt und die des Bechers B sich halbiert, welcher der beiden Becher wird
      der vollste sein?
- Koordination zweier Variationen
    - Versuchsperson muß anhand von Daten aus einer Tabelle angeben, welche Pflanze duch Bewässerung stärker
      beeinflußt wird

Dies sind zwei relativ schulferne Aufgaben, und dennoch wird für die Aufgabenlösung die in der Schule übliche Form der Dekontextualisierung benötigt.

- Schule fördert also nicht nur intellektuelle Leistungen, sondern verändert die gesamte Entwicklung des Kindes
  qualitativ
- bei uns gibt es keine Kontrollgruppe, da alle Kinder die Schule besuchen, daher ist der Einfluß auf die ognitive
  Entwicklung nicht nachprüfbar

Aussagenlogik : eine Schlußfolgerung ergibt sich strikt aus den gegebenen Prämissen und bedarf keiner weiteren empirischen Überprüfung.(Syllogismen)
Sofern die Prämissen stimmen, sind auch die Schlußfolgerungen richtig.
Es zeigt sich nun, daß in allen Untersuchen, in welchen schlußfolgerndes Denken notwendig war, ähnliche Ergebnisse zustandekommen:
- Kinder und Erwachsene mit Schulerfahrung halten sich im Denken und Schlußfolgern an die Aussagen, Personen ohne Schulerfahrung weigern sich, aus Prämissen Schlüsse zu ziehen oder sind dazu nicht in der Lage

Die Schule operiert mit dekontextualisierten Aussagen und übt diesbezügliche Informationsverarbeitung (s.o.)

Kinder werden mit zunehmendem Alter sensibler bzgl. linguistischer Unterscheidungen, und sind dann zunehmend imstande, auch syllogistische Aufgaben zu lösen.

Schriftsprache
- Lesen von Texten als hochkomplexer Ablauf von Informationsprozessen
- Schriftsprache ist grammatikalisch komplexer und informationsdichter
  - ermöglicht Akkumulation des Wissens über Zeit und Raum hinweg
- Trennung von Text als objektivierter Sprache und Interpretation des Textes wird möglich/notwendig



Wissen
- Erwachsene sind Kindern in Gedächtnisleistungen nur überlegen, wenn die Kinder in diesen Bereichen nicht über Vorwissen verfügen
- je größer das Vorwissen beim Kind vs. Erwachsenen ist, umso höher die Wahrscheinlichkeit, daß diese Erwachsene in Gedächtnistests schlagen
- dabei sind kindliche Denkfehler schwierig zu korrigieren
- Annahme intuitiver kindlicher Theorien
- Prozesse des Theoriewandels sind Veränderungen komplexer begrifflicher Systeme und nicht einfach mit der Akkumulation von isolierten Wissensbestandteilen gleichzusetzen
- Wissenserwerb ist Theorienwandel beim Kind
- dies bedeutet, daß alternative Denkweisen bestehen, die nur im Rahmen eines begrifflichen Systemes verstehbar sind, und deren Korrektur die Modifikation des Gesamtsystemes voraussetzt
- vergleichbar Thomas S.Kuhn´s Paradigmenwechsel= Umstrukturierung des Denkens innerhalb eine Disziplin
- im Gegensatz zu Piagets allgemeiner Annahme des Weltbildwandels geht es hier um Bereichspezifität der postulierten Veränderungen
- neuere Forschung deutet auf ein grundsätzlich gleiches, angeborenes,intuitives Wissen hin
- Prozess des Wissenserwerbs könnte also im Laufe der Entwicklung ein Prozeß der Bereicherung angeborener Strukturen, nicht ein Prozess der Umstrukturierung sein
- Carey (1985):
- das Kind beginnt mit 2 intuitiven Theorien: einer physikalischen und einer psychologischen
- alle anderen Theorien gehen durch begriffliche Differenzierungsprozesse daraus hervor
- Babies betrachten physikalisch "unmögliche" Ereignisse länger, als erwartete
- schon 3 Jährige können klar zwischen physikalischer und mentaler Welt unterscheiden
  -  man kann einen realen, aber keinen vorgestellten Hund füttern oder streicheln


Intelligenz
- fluide Intelligenz
    - Abstrahieren von Relationen, schlußfolgerndes Denken, Begriffsbildung, Aspekte der Informationsverarbeitung
    - an neurophysiologische Vorgänge gebunden
    - starke Korrelation mit dem Altersverlauf/ Abnahme ab etwa 60 J.  / stark abnehmend ab 90 J.
    - Rückgang bei Frauen früher als bei Männern

- kristalline Intelligenz
    - Sprachgewandtheit, schulische Lerninhalte, allgemeines Erfahrungs- und Faktenwissen
    - Abhängig vom Wissenserwerb (quantitativ)
    - gut trainierbar
    - diese erworbenen Fertigkeiten ersetzen im Alter fluide Intelligenzleistungen
    - zeitlich ähnlich abnehmender Verlauf wie fluide Intelligenz

Insgesamt Abnahme der Geschwindigkeit bei der Informationsverarbeitung.
Keine Leistungsunterschiede bei Wegfall der Geschwindigkeitskomponente



Identität nach Marcia
 
diffuse Identität Moratorium übernommene Identität erarbeitete Identität
Merkmal keine Festlegung für Berufe oder Werte Auseinandersetzung mit beruflichen und Wertfragen Festlegung auf Beruf oder Werte durch Dritte (Eltern) Selbstgewählte Festlegung von Beruf & Werten
Selbstwertgefühl niedrig hoch männl: niedrig 
weib.: hoch
hoch
Autonomie extern kontrolliert internale Kontrolle autoritär (extern) internale Kontrolle
kognitiver Stil impulsiv, extreme kognitive Komplexität reflexiv, kognitiv, komplex impulsiv, kognitiv, simpel reflexiv, kognitiv, komplex
Intimität stereotype Beziehungen zu tiefen Beziehungen fähig stereotype Beziehungen zu tiefen Beziehungen fähig
soziale Interaktion zurückgezogen, fühlensich von Eltern nicht verstanden, hören auf Peers und Autoritäten frei, streben intensive Beziehungen an, wetteifern ruhig, wohlerzogen, glücklich zeigen nicht-defensive Stärke, können sich für andere ohne Eigennutz einsetzen
Marcia unterscheidet 4 Formen der diffusen Identität:
    - kulturell adaptive Diffusion
    - Störungs-Diffusion
    - sorgenfreie Diffusion
    - Entwicklungsdiffusion

>>> die kulturell-adaptive Diffusion repräsentiert in multikulturellen Gesellschaften verbreitete Identitätsmuster dar
        - hier ist es von Vorteil, sich möglichst nicht festzulegen, beruflich wie privat
>>> Patchwork-Identity (Elkind, 1990)
        - weder einheitlicher Kern noch integrative Kraft feststellbar
        - keine erarbeitete Idenität
        - entstanden aus Wachstum durch Substitution
           - auch widersprüchliche Werthaltungen und Gewohnheiten können unverbunden nebeneinanderstehen



Identitätsentwicklung-Rolle der Peergroup
- im Abnabelungsprozess befindliche Kinder & Jugendliche finden in der "Peergroup" (Gruppe der Gleichaltrigen und Gleichgesinnten) neue Bezugspersonen, die diesen Prozess stützen und neue Beziehungsformen bieten.
- Erleben von Gleichheit und Souveränität
- Gleichheit setzt Toleranz und Akzeptanz von Unterschieden in der Gruppe voraus
                  Anrecht auf Durchsetzung eigener Anliegen und generell Gerechtigkeit
- Souveränität wird in Interaktion mit Gleichaltrigen erlebt
                  Möglichkeit zur Selbstdarstellung
                  Verwirklichung persönlicher Ziele auch bei Überschneidung mit Gruppenzielen
                  Überwindung von Widerständen anderer Gruppen (besonders Familie)

Entwicklungsfunktionen der Peergruppe

- Orientierung und Stabilisierung
- emotionale Geborgenheit
- Überwindung von Einsamkeitsgefühlen, die als Folge der Selbsterkenntnis über die eigene Einmaligkeit entstehen

- Freiraum zur Erprobung neuer Möglichkeiten im Sozialverhalten, die außerhalb der Gruppe zu riskant wären

- Ablösungsfunktion von den Eltern
- Unterstützung durch normierende Wirkung einer Mehrheit (die anderen dürfen auch so lange wegbleiben...)

- Identitätsfindung durch Identifikationsmöglichkeiten, Lebensstile und Bestätigung der Selbstdarstellung



Wortbedeutungen, die 3 wichtigsten Constraints
1. Ganzheits-Annahme
- Kind geht davon aus, daß sich neue Wörter auf ganze Objekte und nicht auf Teile davon, ihre Substanz,Größe,Farbe & sonst. Eigenschaften beziehen
2. Taxonomie-Annahme
- Wörter  bezeichnen kategoriale und nicht thematische Relationen zwischen Objekten
- ohne Benennung kategorisieren Kinder thematisch (Milch/Kuh, Hand/Ring, Knochen/Hund; Schienen/Zug)
- mit Benennung eines "Kunstwortes" (dax) wurde taxonomisch benannt (Kuh/Schwein; Zug/Auto; Katze/Hund)
3. Disjunktions-Annahme
- ermöglicht das Lernen von Eigenschaften und Objektteilen
- jedes Objekt kann nur eine einzige Bezeichnung haben
- hat ein Kind schon eine Bezeichnung für ein Objekt, muß es annehmen, daß ein neues Wort für ein neues Objekt steht, und lernt auf
  diese Weise, Objektteile und Eigenschaften zu bezeichnen und Eigennamen und Oberbegriffe zu erkennen
Oerter S.722 f


Interessenentwicklung
- Interesse leitet und reguliert intentionale Akte in flexibler Weise
- basaler Affekt, der Kontakt zwischen Emotionen und Bedürfnissen sowie externen Eingaben herstellt
- Interessen sind längerfristige, stabile Beziehungen zu Objekten  (Neugier: kurzfristig)
- 3 Antriebe für das Interesse: Objekt, Austausch (intrinsische Motivation), Selbst
- Interesse ist ein Motivationskonzept
- Universelle Interessen: Bevorzugung der physikalischen Umwelt vor der sozialen Umwelt
- geschlechtsorientierte Interessen entstehen bei der aktiven Konstruktion der eigenen Geschlechtsrolle, ca. mit 4-5 Jahren
- allgemeine Interessen (Beruf) ab etwa 9 Jahren relevant
- Spezifische Interessen ab dem Jugendalter als Ausdruck sich herausbildender Individualität
Oerter S.772 ff


Perspektivenübernahme
- findet statt, um psychische Zustände und Prozesse wie etwa Denken, Fühlen, Wollen einer anderen Person zu verstehen, indem ihre Situationsgebundenheit des Handelns (also derer Perspektive) erkannt und entsprechende Schlußfolgerungen gezogen werden

Perspektivenübernahme nach Flavell et.al(1968)
1. Unterschiede in der Perspektive werden als möglich erkannt
2. Bedürfnis nach Erkundung dieser Unterschiede
3. Entwicklung analytischer Fertigkeiten und Fähigkeiten, das Bedürfnis in die Tat umzusetzen
4. Erwerb von Fähigkeiten zum Einsatz der durch Perspektiveübernahme gewonnenen Verstehens in sozialer Interaktion

Koordination sozialer Perspektiven
- Selman (1976, 1980)
-Konflikt zwischen Handlungszielen und Handlungswegen
-Katzenbeispiel:
Katze eines kleinen Mädchens ist auf einen Baum geklettert und traut sich nicht mehr herunter
Zwar ist das Mädchen gut im Klettern, aber der Vater hat es ihr verboten
Von der Katze hat er natürlich nichts gewußt
Was soll das Mädchen tun?
 
4-9 Jahre  Subjektivität von Perspektiven wird bewußt - Menschen denken unterschiedlich, weil sie sich in unterschiedlichen Situationen befinden
6-12 Jahre reflexives Verständnis der Subjektivität: das eigene Handeln kann aus der Perspektive eines anderen reflektiert und umgekehrt dessen Reaktion auf das eigene Handeln antizipiert werden
9-15 Jahre wechselseitige Perspektivekoordination: Erkenntnis, daß beide Seiten gegenseitig die Perspektive des jeweils anderen berücksichtigen können
ab etwa 12 Jahren Übernahme der Perspektive sozialer Bezugsgruppen ; erst die Übernahme der Perspektive des sozialen Systems erlaubt angemessenes Verstehen und Kommunizieren



Gedächtnisleistung und Wissen
- Wissen als Netzwerk von miteinander verknüpften Inhalten (Knoten)
- Lindberg (1980) :
Gedächtnisleisting von Drittklässlern überstieg diejenige von Collegestudenten, wenn als Lernmaterialien z.B. Namen von Cartoon-Figuren verwendet wurden, die den Kindern sehr vertraut waren, den Erwachsenen jedoch nicht
- Chi (1978)
erfahrene und unerfahrene Schachspieler sollten verschiedene, nur für kurze Zeit präsentierte Figurationen rekonstruieren
Alter korrelierte negativ mit dem Wissen der Probanden (jung=hohes Expertenwissen, alt= Schachnovizen)
bei der schachbezogenen Gedächtnisaufgabe schnitten  Kinder deutlich besser ab
- erinnerten mehr Schachpositionen, benötigten weniger Versuche und sagten ihre Leistung präziser vorher
- in einem Gedächtnisspannentest (Zahlenspanne) waren die Leistungen schlechter
Erweiterung v.Opwis  (1981) - verwendete man statt Schachfiguren Holzklötzchen und statt sinnvoller Schachformationen sinnlose Figurationen auf einem unüblichen geometrischen Brett, ging der Behaltensvorteil von Experten sukzessive verloren
Leistungsmuster von Kinder- und Erwachsenenexperten unterschieden sich nicht
- man erklärt sich das mit einer automatischen Aktivierung der Knoten
- die Gedächtnisleistung hängt also weniger vom intellektuellen Niveau und der damit verknüpften strategischen Kompetenz ab, als vielmehr von der Quantität der gespeicherten Information