Ludwigs-Maxmilians-Universität München

Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie

Prof. Dr. Heinz Mandl

 

 

 

 

Seminar: Lernen in Computernetzen

Wintersemester 2000/2001

Dozent: Dr. Nic. Nistor

 

 

 

 

 

Evaluation einer problemorientierten

virtuellen Lernumgebung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vorgelegt von:

Timo Baur

Email: baur@interstream.de

Julian Garbotz

Email: jgarbotz@gmx.de

Hans-Joachim Steiner

Email: hans-steiner@web.de

 

 

Inhaltsverzeichnis

Einführung *

Problemstellung *

Auswahl einer Lernumgebung *

Fragestellung *

Theoretische Grundlagen *

Evaluation *

Einführung in die Lerntheorie *

Problemorientiertes Lernen *

Ansätze des situierten Lernens *

Der Cognitive Apprenticeship-Ansatz *

Psychologische Bezüge *

Die Lernumgebung *

Die Funktionsweise von Easy-Start *

Ablauf einer Sitzung mit Easy-start *

Evaluation *

Authentisches Problem *

Situierter Kontext *

Multiple Kontexte *

Multiple Perspektiven und sozialer Kontext *

Cognitive Apprenticeship *

Ergebnis *

Literaturverzeichnis *

Einführung

Virtuelle Lernumgebungen gewinnen angesichts der zunehmenden Verbreitung des Internet zunehmend an Bedeutung. Die damit einhergehende Vernetzung der Kommunikationsprozesse erfordert - auch kulturübergreifend - eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fragestellungen, wie Lernumgebungen gestaltet werden sollten, um gute bzw. bessere Lernergebnisse zu erzielen.

Fragestellungen ergeben sich aus dem

(Hesse, Garsoffky, Hron, 1995)

 

In dieser Arbeit soll eine webbasierte Lernumgebung unter dem pädagogischen Ansatz der Problemorientierung evaluiert werden.

Es interessiert uns also, inwieweit eine von uns ausgewählte Lernumgebung den Anforderungen des problemorientierten Ansatzes genügt. Zur Zeit wird in verschiedenen Bereichen versucht, die Forderung nach problemorientierten Lernen in die Praxis umzusetzen. So ist z.B. im Medizinstudium ein solches Projekt gestartet worden (Gräsel, 1997). Wir werden im Folgenden versuchen, die Eigenheiten einer webbasierten Lernumgebung im Hinblick auf ihre Problemorientiertheit zu evaluieren.

 

Problemstellung

Auswahl einer Lernumgebung

Zur Evaluation standen verschiedene Lernumgebungen zur Auswahl. Aus Gründen der Praxisnähe, des einfachen Aufbaus und Zügen des problemorientierten Ansatzes wurde das Lernprogramm Easy-start der Webseite www.baseportal.de als zu evaluierende Lernumgebung ausgewählt. Es bietet eine kurz Einführung in die Programmierung der Datenbank "Baseportal" und stellt mit Hilfe genauer Erklärungen und der gleichzeitigen Möglichkeit des Ausprobierens am Problem einen ca. 5-minütigen Kurs dar

Fragestellung

Die Fragestellungen in dieser Arbeit lauten: In welchen Punkten entspricht Easy-start einer problemorientierten Lernumgebung und in welchen nicht? Ferner werden wir auf die Frage eingehen, inwieweit sich bestimmte Anforderungen des problemorientierten Ansatzes sich in einer webbasierten Lernumgebung umsetzen lassen. Dazu werden wir die Aspekte der im folgenden beschriebenen Theorie überprüfen.

Theoretische Grundlagen

Evaluation

"Wissenschaftliche Evaluation meint eine empirische Erfolgskontrolle..." (Nolting und Paulus, 1996, S.75)

Eine Evaluation einer Lernumgebung soll unter Berücksichtigung eines bestimmten Aspektes darlegen, inwieweit diese Lernumgebung den Zielvorstellungen entspricht oder wo und welche Elemente das Erreichen des Lernzieles behindern, um daraus neue Ansätze herzuleiten, die eine Verbesserung der gewünschten Lernergebnisse erwarten lassen.

 

 

 

Einführung in die Lerntheorie

"Lernen" spielt in der Psychologie eine große Rolle und wird "verstanden als eine relativ andauernde Veränderung von Verhalten und Erleben" (Nolting und Paulus, 1996, S.43). Diese Veränderung wird durch verschiedene Lernprozesse erreicht, wobei der unmittelbaren Auseinandersetzung mit einem persönlichen Problem eine besondere Gewichtung zukommt, da dies zu einer höheren intrinsischen Motivation führt.

Beim Problemlösen "lernt die Person aus ihren eigenen Entdeckungen. Sie findet selbst eine Regel für eine Anforderung..." und weiter: "...es wird ein Prinzip erkannt. Die Person gewinnt Einsicht in einen Zusammenhang,....weswegen man auch von "produktivem Denken" spricht" (Nolting und Paulus, aaO, S.53) .

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Kommunikation, die permanentes Wirken des Senders auf den Empfänger beinhaltet, wobei der Empfänger "richtig" entschlüsseln muß: "Sender und Empfänger kommunizieren als "ganze Menschen" mit allen aktuellen Prozessen, also z.B. auch mit ihren Emotionen." (Nolting und Paulus, aaO, S.59).

Emotionen wiederum werden u.a. ausgelöst durch eine ganze Palette von Eindrücken, die der Empfänger in der normalen Face-to-Face-Kommunikation (FtF) in ihrer Gesamtheit einzuordnen weiß: Mimik, Gestik, Körperhaltung, Tonfall, Lautstärke, Betonung usw.

In der virtuellen Kommunikation fehlen die meisten dieser für eine gewohnte Kommunikationsleistung als Empfänger notwendigen Rahmeninformationen, es kann zu Fehleinschätzungen hinsichtlich wahrgenommener Informationen kommen ein Beispiel hierfür seien die in virtuellen Kommunikationen häufig auftretenden "Flamings", also aus fehlerhaft interpretierten Aussagen (z.B. in Diskussionsforen o.ä.) entstehende verbale Attacken.

Lernen wird aber auch verstanden als "konstruktiver Prozess", bei dem der Lernende im Lernablauf individuelle Lernschritte konstruiert, und sich so kognitive Strukturen bilden, die das neu Erlernte in den bislang beim Lernenden vorhandenen Wissenskontext subjektiv einordnen.

Daher stellt sich die Frage, welche Elemente der Lernkommunikation nicht zwingend notwendig sind, bzw. welche Elemente unabdinglich sind.

Neben dem rein inhaltlichen Sachaspekt sind sehr stark subjektiv emotional wirkende Aspekte wie Selbstoffenbarungs-, Beziehungs- und Appellaspekt (Schultz von Thun, Miteinander Reden 1, 2000, S.25 ff) klassische Elemente einer Kommunikation.

Jeder dieser Aspekte kann Emotionen induzieren, und in der Folge das Lernergebnis wesentlich beeinflussen

"Die emotionale Person wird innerlich bewegt durch Situationen von psychologischer Bedeutung" (Zimbardo, 1992, S.380)

Emotionen haben eine adaptive Funktion (Zimbardo, aaO), die es dem Menschen ermöglichen, sich von reinen Reiz-Reaktions-Verhaltensweisen zu lösen, und eine Auffassung vom Kontext des Reizes sowie aktueller Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen zusammenzustellen.

Dabei hat der "Emotionsausdruck" (Zimbardo,aaO) eine wesentliche Funktion, die interkulturell auch unterschiedlich gedeutet wird.

Der "Emotionsausdruck" findet aber virtuell einen anderen Niederschlag, als Face-to-Face, die Evaluation wird also untersuchen, wie und welche emotional wirksamen Parameter berücksichtigt und wie die vorhandenen Lernanregungen und angeregten Vorgehensstrukturen bereits emotional positive Wirksamkeit entfalten können.

Problemorientiertes Lernen

Beim problemorientierten Lernen ist eine Problem- oder Entscheidungssituation von zentraler Bedeutung. Gelernt wird demnach nicht anhand von Theorie, die mit Beispielen untermauert wird, sondern direkt anhand der "Beispiele" bzw. Probleme. Diese Probleme sollen realistisch sein, d.h. so oder ähnlich in der Realität vorkommen. Grundsätzlich ist dies selbstverständlich nicht neu und nicht nur unter dem Begriff "problemorientiertes Lernen" bekannt: Es gibt viele andere Bezeichnungen, etwa "entdeckendes Lernen" (Bruner, 1966, 1981), "fallorientiertes Lernen" oder "Fallstudiendidaktik" (Kaiser, 1983). Ebenso können reformpädagogische Ansätze als Wegbereiter gelten, da sie gegen ein passives, rezeptives Lernen und für einen stärkeren Erfahrungsbezug plädieren (Gräsel, 1997).

Diese älteren Ansätze sind jedoch nicht einfach nur übernommen worden, sondern wurden noch weiterentwickelt. Basis hierfür waren die Ansätze des situierten Lernens, auf die nun besonders eingegangen wird.

Ansätze des situierten Lernens

Ausgangspunkt für die Entwicklung der Ansätze des situierten Lernens war das Problem, daß das im Unterricht erworbene Wissen oft von den Lernenden nicht angewendet werden konnte (Resnick, 1987, nach Gräsel, 1997). Zur Lösung diese Problems wurden folgende Grundannahmen getroffen:

Lernen ist situations- und kontextgebunden

Im Gegensatz zu einer "objektivistischen" Auffassung geht man in den Ansätzen des situierten Lernens davon aus, daß Wissen nicht unabhängig von der Lernsituation ist (daher auch der Name). Wissen ist demnach keine gespeicherte Repräsentation, die in beliebigen Situationen abgerufen werden kann, sondern ganz im Gegenteil eine Auseinandersetzung des Lernenden mit Gegenständen in einer bestimmten Situation. Dies widerspricht der traditionellen kognitiven Psychologie. Ein extremer Vertreter dieser modernen Auffassung fasst dies folgendermaßen zusammen: "Wissen konstituiert sich damit immer in der Koordination zwischen einer Person, in deren neuronalem System Erfahrungen Spuren hinterlassen haben, und einer Situation, die bestimmte Handlungsangebote und -beschränkungen beinhaltet. Wissen ist demnach nicht etwas, was ein Individuum besitzt, sondern ist relational definiert"(Renkl, 1994, nach Gräsel, 1997, S. 32f).

Daraus erwächst die Forderung nach authentischen Problemen, wie sie im problemorientierten Lernen gestellt wird. Die Lernprobleme sollten also möglichst authentisch sein und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch der Form nach. Dies bedeutet, daß die Komplexität einer realen Situation in der Lernsituation erhalten werden sollte. Dazu gehört, daß z.B. auch irrelevante und widersprüchliche Informationen angegeben werden. Außerdem sollte die Darstellungsform der Probleme möglichst realitätsnah sein (auditiv, visuell, sensitiv).

 

 

 

Lernen als aktiver, konstruktiver Prozess

Wenn man hier Lernen als aktiven und konstruktiven Prozess versteht, so meint dies nicht nur, daß der Lernende aufmerksam die Informationen verarbeitet, sondern daß erst der Lernende ganz individuell dem Lernmaterial seine Bedeutung gibt. Texte und Filme haben demnach für sich genommen noch keine Bedeutung. Die Bedeutung wird ihm erst durch die aktive Konstruktion vom Lernenden zugewiesen. Dies geht mit der Aussage im vorherigen Punkt einher, daß Wissen relational ist. Der Lernende verknüpft das bereits vorhandene Wissen mit den aktuellen Aufgabenstellungen. Diese Verknüpfung geschieht individuell unterschiedlich, je nachdem welches Vorwissen, welche Vorerfahrungen und welche Einstellungen der Lernende besitzt. Die Lernumgebung sollte demnach so gestaltet sein, daß der Lernende sein Vorwissen auf einen authentischen und bedeutungsvollen Lerngegenstand bezieht und dabei neue und sinnvolle Verknüpfungen schließen kann.

Lernen als soziales Aushandeln von Bedeutungen

Sowenig Wissen unabhängig von der Lernsituation ist, sowenig sind Lernvorgänge individuelle Vorgänge, die unabhängig von sozialen Umständen geschehen. So spielt mit Sicherheit die jeweilige Kultur, in der das Lernen stattfindet, eine bedeutende Rolle, selbst wenn jemand "für sich alleine" lernt. Denn er ist geprägt in seinen Ansichten bzw. den Bedeutungen, den er bestimmten Worten und Dingen beimißt. Lernt er in der Gruppe, wird automatisch ein Austausch und damit eine gemeinsame Konstruktion von Wissen stattfinden.

Lernen als selbstgesteuerter Prozeß

Nach dem Ansatz des situierten Lernens steuert der Lernende selbst, inwieweit er das Lernmaterial versteht und sein Vorwissen darauf bezieht. Je komplexer eine Lernumgebung ist und je weniger Instruktion er erhält, desto mehr ist der Lernende auf seine Fähigkeit, selbstgesteuert zu lernen, angewiesen. Er kann und muss in einer komplexen problemorientierten Lernumgebung sich eigene Ziele setzen und geeignete Lernmethoden finden. Die Fähigkeit, selbstgesteuert zu lernen, ist dabei sowohl Voraussetzung als auch Lernziel. Wichtig ist dabei jedoch den Lernenden nicht zu überfordern und seine Strategien zu überprüfen (s. folgendes Kapitel ).

Auf diesen Grundlagen aufbauend haben sich folgende Prinzipien für die Gestaltung einer problemorientierten Lernumgebungn ergeben (Reinmann-Rothmeier & Mandl, 1994). Diese werden später auch zur Evaluation harangezogen werden:

Authentizität der Lernumgebung

Die Lernumgebung spiegelt reale Situationen in ihrer ganzen Komplexität wider

Situierter Anwendungskontext

Eine situierte Lernumgebung bettet Probleme und Aufgaben in einen größeren Kontext ein. Hier wird also keine Authentizität gefordert, sondern ein sinnvoller Anwendungskontext, in dem der Lernende selbst mitdenken muß und zum eigenen Problemlösen angeregt wird.

Multiple Kontexte und multiple Perspektiven

Da es meist mehrere Anwendungsmöglichkeiten für ein bestimmtes Wissen gibt, ist es gemäß obiger Grundannahmen erforderlich, den Lernenden unterschiedliche Kontexte zu einem bestimmten Wissensinhalt anzubieten. Dadurch wird gewährleistet, daß das Wissen flexibel angewendet werden kann. Ähnlich verhält es sich mit den multiplen Perspektiven. Ist die Lernumgebung so gestaltet, daß der Lernende das zu erwerbende Wissen aus verschiedenen Perspektiven Betrachten kann, so kann er die Stärken und Schwächen verschiedener Sichtweisen erkennen.

 

 

 

Sozialer Kontext

Der soziale Kontext gilt ebenso als Grundprinzip einer problemorientierten Lernumgebung. Über eine Kooperation zwischen den Lernenden sowie zwischen den Lernenden und Experten werden soziale und kommunikativ Fertigkeiten gefördert. Teamarbeit trägt zudem zu multiplen Perspektiven bei und bindet den Lernenden persönlich an das erworbene Wissen.

Im Folgenden wird noch auf einen speziellen Ansatz innerhalb des situierten Lernens eingegangen, der sich mit der Art der Instruktion beschäftigt.

Auf der Basis der oben beschriebenen Grundannahmen des situierten Lernens wurden verschiedene Instruktionsmodelle, d.h. Modelle, wie die Annahmen konkret umgesetzt werden, entwickelt. Die bekanntesten sind: Anchored Instruction, Cognitive Flexibility Theoriy und Cognitive Apprenticeship-Ansatz (Gräsel, 1997). Im folgenden soll nur auf den letztgenannten Ansatz eingegangen werden, da dieser für diese Arbeit am wichtigsten ist.

Der Cognitive Apprenticeship-Ansatz

"Cognitive Apprenticeship" bedeutet wörtlich übersetzt "Kognitive Handwerkslehre". Handwerkslehre deshalb, weil dieser Ansatz die Bedingungen der traditionellen Ausbildung im Handwerk auf den Erwerb kognitiver Fähigkeiten anzuwenden versucht. Im traditionellen Handwerk steht grundsätzlich ein Meister dem Lehrling beiseite, der ihm zeigt, was er wie zu tun hat und ihm Tricks bzw. Strategien verrät, wie er manche Dinge besser bewältigen kann.

In diesem Sinne steht in Lernumgebungen, die nach dem Cognitive Apprenticeship-Ansatz angelegt sind, ein Experte mit dem Lernenden in Interaktion, wobei der Experte nicht nur Wissen, sondern auch geeignete Strategien zur Lösung bestimmter Probleme vermittelt.

Optimal ist es, wenn nicht nur der Experte mit dem Lernenden in Kontakt steht, sondern auch die Lernenden untereinander. Diese können ihre Vorgehensweisen miteinander vergleichen und sich so gegenseitig kontrollieren und verbessern. Da es sich bei diesem Ansatz nicht um praktische Tätigkeiten, wie im Handwerk handelt, sondern um kognitive Domänen, müssen sowohl Experte als auch Lernende ihr Wissen und ihre Strategien einander mitteilen.

Dies kann z.B. so geschehen:

Anfangs bearbeitet der Experte ein Problem und erklärt dabei, welche Handlungen er warum und auf welche Weise ausführt (modelling). Anschließend bearbeiten die Lernenden die Aufgabe. Dabei werden sie vom Experten noch stark unterstützt. Nach und nach wird diese Hilfe aber immer weiter zurückgenommen,, so daß der Lernende immer mehr auf sich selbst gestellt ist und unterschiedliche Strategien ausprobieren kann. Bei der Bearbeitung soll er sein Vorgehen artikulieren und mit den anderen vergleichen. So gelangen die Lernenden zu einer reflektierten Betrachtung ihres eigenen Lernprozesses und können sich besser beurteilen und gegebenenfalls ihre Vorgehensweise verändern (Collins, 1991;Collins&Brown, 1988, nach Gräsel, 1997).

Psychologische Bezüge

Die pädagogische Psychologie ist eine Angewandte Psychologie auf Grundlage der psychischen Funktionen Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Wissen, Denken, Gefühl und Handeln. Unterschieden wird einmal die reine Informationsverarbeitung, welche starke Bezüge zu Reiz-Reaktions-Abläufen hat, bei denen gegebenen Auslösern (Reizen) immer vorhersagbare Reaktionen folgen, instrumentelles Lernen, Begriffsbildung und Wissenserwerb sowie Problemlösen und Handeln.

In unserem Kontext steht der Erwerb von Wissen, womit sich das zu fokussierende Thema auf den Themenbereich "Unterricht" eingrenzen läßt.

"Unterricht stellt eine plan- und regelmäßige Form der Lehre dar, die besonders durch zwei Merkmale gekennzeichnet ist:

Unterricht zielt schwerpunktmäßig auf die Vermittlung von neuen Informationen. Das Hauptziel ist der Erwerb von Wissen und Können und deren potentieller Anwendung die Hauptaufgabe des Unterrichts besteht darin, die äußeren Bedingungen des Lernens so zu arrangieren, daß sie möglichst optimal den inneren Voraussetzungen des Lerners entsprechen (Gagne, 1969, Lernpsychologie, Edelmann, 5.Aufl.S.9)

Edelmann konstatiert weiter: "Für das didaktisch-methodische Vorgehen hat sich in der Pädagogischen Psychologie der Begriff der Instruktion eingebürgert. Man versteht darunter die möglichst präzise Beschreibung der Beeinflussung des Lernens.

Nach Glaser (1962,) ist die Instruktion durch folgende Punkte gekennzeichnet:

- Genaue Angabe der Instruktions- und Lernziele

- Analyse des Eingangsverhaltens des Lerners

- Wahl und Begründung der Instruktionsverfahren

- Diagnose der Lernleistung

(a.a.O.S.11)

Nach Astleitner (2000) gibt es einen wesentlichen Instruktions-Aspekt, der bislang wenig beachtet wurde: Berücksichtigung emotionaler Aspekte im Instruktionsablauf.

Emotionale Aspekte dürften in virtuellen Lernumgebungen besonders stark wirken, da hier die intrinsische Motivation besonders hoch sein muß und bleiben soll, mithin ungestört, denn intrinsische Motivation wird beschrieben als "Prinzip der Funktionslust. Danach werden Tätigkeiten insbesondere in spielerischen Zuzsammenhängen um Ihrer selbst willen ausgeübt und im Ablauf optimiert" (F.Rheinberg, 1997, S.136)

Nach Deci & Ryan und DeCharms (a.a.O, S.141) "erlebt sich im interessengeleiteten Handeln die Person nicht als von außen gedrängt, sondern als selbstbestimmt".

Gefördert wird dieses Erlebnis des "Flow" (Czikszentmihalyi,1975,1992; a.a.O.S.142), durch den "Zustand reflexionsfreien gänzlichen Aufgehens in einer glatt verlaufenden Tätigkeit" . Also einer ungestört verlaufenden Tätigkeit.

Emotional wirksame äußere Einwirkungen reduzieren jedoch die vorgenannten Voraussetzungen und Folgen intrinsischer Motivation, und wirken wesentlich auf das Lernergebnis ein.

 

 

 

 

Die Lernumgebung

Easy-start ist als Kurzeinführung in das System Baseportal gedacht. Baseportal selbst ist eine vollständig im Internet verankerte Datenbank-Plattform. Sie ist ohne Programmierkenntnisse rechner- und ortsunabhängig über einen Internetbrowser von jedem zu nutzen. Dabei kann das Aussehen der Datenbanken beliebig an die eigenen Vorstellungen angepasst werden und für erfahrene Nutzer ist auch der Einsatz eigener Programme möglich.

Durch Baseportal wird es auch für unerfahrene Nutzer möglich, Anwendungen wie z.B. Linklisten, Foren, Redaktionssysteme, Onlineshops, Adressbücher oder Mitgliederverzeichnisse im Internet zu erstellen.

Die Funktionsweise von Easy-Start

Da auch Baseportal webbasiert ist, und die Syntax, in der einfache Webseiten in der Regel definiert werden, HTML (Hypertext Markup Language) ist, ist Easy-start als HTML-Seite realisiert.

Um die Nutzer in die Grundfunktionen von Baseportal einzuführen, wird ihnen eine "guided Tour" (Rundgang durch die Seite) und das Lernmodul "Easy-start" zur Verfügung gestellt.

Easy-start ist dazu gedacht, den Benutzer innerhalb kurzer Zeit in das Erstellen von Datenbanken mit Baseportal einzuführen. Dazu werden anhand eines Beispiels gemeinsam mit dem Benutzer alle wichtigen Funktionen von Baseportal erkundet.

Mit Hilfe zweier "Frames" wird beim Aufruf der Seite der Bildschirm in zwei Hälften geteilt. In der oberen Hälfte finden sich genaue Handlungsanweisungen in Form einer HTML-Seite, im unteren Bereich läuft das Baseportalsystem von dem Zeitpunkt an, an dem der neue Benutzer sich beim System registrieren lässt.

Im Grunde legt Easy-start in die obere Bildschirmhälfte eine detaillierte Anleitung mit Handlungsanweisungen neben bzw. oberhalb - den eigentlichen Programmablauf.

Während der untere Bildschirmteil sich während des Ablaufes von "Easy Start" und den einzelnen Arbeitsschritten fortwährend ändert, bleibt der obere Bildschirmteil immer derselbe Text, der lediglich geblättert werden kann. Einzelne Teilaufgaben bzw. Lernschritte werden durch einen grauen Balken voneinander getrennt.

Kommentierte Bildschirmfotos erleichtern zu jedem Schritt das Verständnis und erklären genau das geforderte Vorgehen.

Eingestreute "Know-How" Textboxen erklären in der Manier eines Fachlexikons unklare Fachbegriffe (s. Abb. 1).

Ablauf einer Sitzung mit Easy-start

Easy-start beginnt mit der Aufforderung, Schritt für Schritt den Anweisungen zu folgen:

Zunächst soll für den Benutzer ein Zugang zum Baseportalsystem erzeugt werden. Mit Hilfe einer Grafik erklärt Easy-start detailliert die beiden Schritte, die dazu nötig sind: Felder (Benutzername, Passwort, Emailadresse) ausfüllen und den Registrierungsknopf drücken.

Geht hierbei etwas schief, z.B. ist der gewünschte Benutzername schon belegt, so erscheint in dicken roten Lettern der Hinweise, was zu tun ist: "Bitte wählen Sie einen anderen".

Ist dieser Schritt abgeschlossen, fährt Baseportal mit der normalen Abarbeitung fort und der Lernende kann seinen Blick wieder auf die obere Bildschirmhälfte richten, wo die Anweisungen für den nächsten Schritt zu finden sind.

Als nächstes soll die Wahl getroffen werden, eine eigene Datenbank zu erstellen. Der Benutzer erfährt hier auch, daß es noch die Möglichkeit gibt, Datenbankvorlagen für bestimmte Anwendungen zu verwenden.

Dann befindet sich der Benutzer in der Einstellungsmaske zur Datenbank.

Es wird hier vorausgesetzt, daß der Benutzer bereits weiß, daß eine Datenbank aus Feldern besteht und sofort mit einem Beispieleintrag begonnen. Kompliziertere Sachverhalte werden mit Hilfe von "Know-How" Boxen erklärt (zum Beispiel der Eintrag in das Feld "Sortierung") oder übergangen (beispielsweise "Passwort" oder "Vorgabe").

Die Vorgehensweise beim letzten Schritt wird nun wiederholt und weitere Daten eingetragen. Nur handelt es sich bei diesem Feld um eine "textarea", im Gegensatz zum vorhergehenden Schritt ("text"). Hier wird angewiesen, eine "textarea" auszuwählen. Auf weitere Fakten, worin sich eine "textarea" von einem "text" unterscheidet, wird nicht hingewiesen. Ebenso werden die anderen Wahlmöglichkeiten, wie "checkbox", "radiobutton", "option", "hidden" nicht erklärt.

Nun soll das Aussehen der Seiten definiert werden, die die Datenbank später anzeigen sollen. Auch hier gibt es wieder die Möglichkeit, unter einigen Vorlagen zu wählen. Easy-start soll aber den Lernenden zeigen, wie das Aussehen später flexibel ohne Vorlagen verändert werden kann und es wird darauf hingewiesen "Keine Vorlage nutzen" auszuwählen. Hier wird auch darauf verwiesen, daß für wirklich befriedigende Nutzung des Systems HTML-Kenntnisse notwendig sind.

Nach dem Drücken des entsprechenden Knopfes "keine Vorlage nutzen" erscheint ein Textfeld, in das HTML-Codes eingegeben werden sollen. Dies wird im Anleitungstext von Easy-start erklärt und es wird mit Hilfe einer "Know-How" Box darauf hingewiesen, was HTML bedeutet (Abbildung 1). Anhand eines Beispiels wird in HTML-Syntax eine Zeile zur Seitenbeschreibung der späteren Datenbankseite hinzugefügt. Es sind keine genaueren Informationen zu HTML verfügbar, die über die Know-How Box hinausgehen würden.

Im nächsten Schritt wird kurz erklärt, wie die Zugriffsrechte auf die Datenbank eingestellt werden können. Auf weitere Möglichkeiten der Einstellung wie "Blättern" und "Ausgabe" wird in den Handlungsanweisungen nicht eingegangen.

Die Datenbank ist nun fertig eingegeben. Nach einem kurzen Lob wird nun erklärt, wie die Daten eingegeben werden können.

Hierzu ist es notwendig, sich beim System noch einmal anzumelden, was über einen Hyperlink geschieht. Klickt man auf diesen Link, öffnet sich ein neues Fenster im Webbrowser und der Benutzer kann sich erneut anmelden. Der Teil des Kurses, der bisher im unteren Fenster war, wird nun also in einem neuen Fenster fortgesetzt. Entsprechende Aufforderungen dazu finden sich in den Handlungsanweisungen im oberen Bildschirmteil.

Dort wird nun auch beschrieben, wie ein Eintrag in die Datenbank abläuft, man sieht nun die Eingabemaske und erhält Anweisungen, wie ein einzelner Eintrag gemacht werden kann. Abschließend fordert dieser Kursteil dazu auf, selbständig weitere Einträge zu machen.

Nach dem beschriebenen Prinzip fährt Easy-start fort, den Benutzer in weitere Programmfunktionen einzuführen. Der Benutzer befindet sich bereits im zweiten Fenster direkt im System und in der Oberfläche, mit der er später arbeiten wird. Das Easy-start Fenster erklärt weiterhin detailliert und grafisch unterstützt einzelne Arbeitsschritte.

Bei diesem Arbeitsschritt wird der Zusammenhang zwischen Benutzerzugriffsrechten und der resultierenden Ausgabe erklärt. Hierzu wird angewiesen, noch einmal in den unteren Teil des Easy-start Fensters zu wechseln und einen bestimmten Link zu wählen. Bei diesem Verweis wird nun die bisherige Funktion des unteren Fensters abgewandelt. Dieses beschreibt an dieser Stelle, wie die Datenbank mit Hilfe eines Hyperlinks auf eigenen Webseiten eingebaut werden kann. Der obere Teil benutzt diesen Hyperlink nun nicht mehr, wie bisher, um die Funktionalitäten des unteren Teils so wie sie gedacht ist zu nutzen, sondern um die selbsterstellte Seite auszuprobieren, und um zu simulieren, daß ein Nutzer ohne Schreibzugriffsrechte keine Möglichkeit hat, diese Seite zu verändern.

Abschließend wird dem Nutzer zum erfolgreichen Kurs gratuliert:

"Herzlichen Glückwunsch! Wir sind ans Ende unseres kleinen baseportal-Einführungskurses angelangt - Sie haben erfolgreich bestanden! ;-) Allerdings haben Sie erst einen kleinen Teil der Möglichkeiten die Ihnen baseportal bietet kennengelernt - es gibt noch eine Menge zu entdecken... " (Easy Start 2001)

Außerdem erfährt der Lernende, wie er sich bei der nächsten Nutzung von Baseportal am System anmelden muß, um in seinen persönlichen Bereich zu gelangen, und welche Möglichkeiten er dort noch hat, Baseportal zu nutzen.

Evaluation

In diesem Kapitel werden wir der Frage nachgehen, inwieweit Easy-Start dem problemorientierten Ansatz entspricht und gleichzeitig fragen, inwieweit es ihm überhaupt entsprechen kann.

Authentisches Problem

Easy-start wendet sich an Menschen, die eine mit Baseportal eine Datenbank im Internet anlegen wollen und nicht wissen, wie das funktioniert.

Anstatt nun theoretische Abhandlungen über die Funktionen von Baseportal abzuliefern, bietet Easy-Start auf der Grundlage eines Problems (Erstellung einer Datenbank) einen authentischen Einstieg. Wie oben beschrieben wird direkt auf das Problem "Wie melde ich mich an" und "Wie kann ich meine erste Datenbank anlegen" eingegangen. Dies entspricht dem problemorientierten Ansatz, da direkt an einem authentischen Problem gelernt wird (s. Kapitel 2.3).

Situierter Kontext

Die Situiertheit des Kontextes ergibt sich aus der individuellen Bedarfssituation des Users, der sein eigenes Problem mittels einer Datenbank lösen möchte, und nun mittels Easy-Start Gelegenheit bekommt, schrittweise die vorgegebenen Vorgehensweisen mit seinen eigenen Fragestellungen in Einklang zu bringen.

Der individuelle Kontext des Lerners, der ja selbst den Umgang mit Baseportal lernen möchte, macht unserer Meinung nach einen erfundenen Kontext, z.B. mittels einer imaginären Lernperson, unnötig.

Multiple Kontexte

Neben der Authentizität der Lernumgebung, die wir bereits festgestellt haben, werden als Grundprinzip des problemorientierten Lernens noch multiple Kontexte und Perspektiven genannt.

Die Lernumgebung sollte so gestaltet werden, daß die Lernenden das zu erwerbende Wissen in verschiedenen Kontexten anwenden müssen, da Wissen ja situationsabhängig gelernt wird.

Dies wird in Easy-start nicht ermöglicht.

Hier findet der Lernende nur ein Beispiel (=Kontext). Der Lernende ist nach Easy-start lediglich dazu fähig, einen bestimmten Teil der Möglichkeiten, die Baseportal bietet zu nutzen. So wird z.B. nicht erklärt, was es mit den Feldoptionen "checkbox", "radio", "option" und "hidden" auf sich hat. Mehrere Lernbeispiele wären deshalb sinnvoll, um die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten vorführen zu können. Zu beachten ist allerdings, daß die subjektive Problembezogenheit ein erheblicher intrinsischer Motivationsfaktor ist, so daß das eigene Beispiel als Lernkontext (learning by doing) eine hohe Relevanz haben dürfte.

Multiple Perspektiven und sozialer Kontext

Ein grundsätzlicher Mangel von Easy-start im Sinne des problemorientierten Ansatzes ist die fehlende soziale Interaktivität, die auch die multiplen Perspektiven ermöglichen würde. Zwar besteht die Möglichkeit über e-mail Kontakt zu Experten von Baseportal aufzunehmen bzw. an anderer Stelle sich mittels eines recht belebten Forums mit anderen häufig auch erfahrenen Usern auszutauschen und individuelle Fragen zu stellen, , aber es fehlt die unmittelbare Interaktion zwischen den Lernenden, die sich unterstützen und verbessern könnten.

Zudem kommt, daß der Email-Kontakt asynchron und damit auch meistens erheblich zeitverzögert ist. Die Kommunikation ist - zumindest anfänglich - relativ unpersönlich, da die Kommunikationspartner sich nur über Nicknames bzw. themenbezogen kennen.

Dies kann dazu führen, daß bestimmte Fragen erst gar nicht gestellt werden, da es dem Lernenden zu umständlich erscheint, jemanden "anzusprechen", den er gar nicht kennt, zumal manche Beantwortung sehr verspätet, auf jeden Fall zeitverzögert erfolgt, so daß der unmittelbare Leidensdruck des aktuellen Lösungsdefizites nicht reduziert wird. Wahrscheinlich wird er dahrer versuchen, die Lösung auf seine Frage selbst herauszufinden, was sehr zeitintensiv werden kann, und eine erhebliche Beständigkeit der intrinsischen Motivation erfordert, die vielfältigen eigenen Mißerfolge zu überwinden, um einen neuen Lösungsversuch zu starten.

Die soziale Komponente des Wissens, wie sie im problemorientierten Lernen gefordert wird, wird in Easy-start demnach nicht unterstützt.

Hier ist zu erwähnen, daß an anderer Stelle in der Anwendung mittels mehrfacher Hinweise auf das bereits erwähnte Forum geleitet wird, innerhalb welchem sich Anwender bezüglich praktischer Fragen austauschen können, was eine hohe Kommunikativität und schnelle Anbindung an soziale Gruppenbildung ermöglicht. Die hohe und aktive Nutzerquote dieses Forums zeigt die hohe Relevanz des hier erwähnten sozialen Kontextes.

Cognitive Apprenticeship

Ein Übereinstimmung oder zumindest Annäherung findet sich mit dem Cognitive Apprenticeship-Ansatz. So wird zwar nicht von einer Person konkret vorgeführt (modelling), wie man mit Baseportal umgeht, aber der Text und die veranschaulichenden Bilder in Easy-start kommen dem sehr nahe. Es fehlt hier nur die Möglichkeit, Fragen zu stellen bzw. Rückmeldungen zu geben. Dies mag bei einfacheren Prozessen noch kein Mangel darstellen, jedoch bei schwierigen schon. Zwar besteht, wie gesagt, die Möglichkeit, durch e-mail Kontakt zu Experten aufzunehmen, doch ist dies aufgrund der verzögerten Interaktion keinesfalls gleichwertig mit einem Experten, der dem Lernenden direkt beiseitesteht. Dies ist aber im Rahmen einer Internetseite grundsätzlich schlecht möglich, da der Experte nicht zu jedem Anwender nach Hause kommen kann, bzw. "sofortige" Beantwortung individueller Fragen einen hochqualifizierten Stand-By-Support erfordern würde, welcher aus ökonomischen Gründen kaum umzusetzen ist.

Das Prinzip des "modelling" ist also in leicht abgewandelter Form angewendet.

Ergebnis

Abschließend kann man sagen, daß Easy-start einige Aspekte des problemorientierten Ansatzes verwirklicht, jedoch vor allem die multiplen Kontexte vernachlässigt und nur begrenzte soziale Interaktion zwischen den Lernenden zuläßt. Verbesserungsvorschläge wären vor allem darin zu suchen, mehrere Beispiele einzubauen.

Schwieriger wird es schon mit der Verbesserung der fehlenden sozialen Interaktion, da dies spezifisch für das Internet ist.

Die Aufgabe von Easy-Start, als Einführungs-Lektion in die weitaus umfangreicheren Funktionen einer Online-Datenbank zu dienen, wird zufriedenstellend erfüllt. Wo Defizite zum problemorientierten Ansatz bestehen, wären sicherlich noch Möglichkeiten einer Verbesserung vorhanden, wobei die ökonomische Frage eine sehr wesentliche Rolle spielen dürfte. Da Baseportal als kostenfreies Angebot allen Nutzern offensteht, sind hier allerdings natürliche Grenzen gegeben.

Man kann jedoch feststellen, daß durch die beschriebene und evaluierte Vorgehensweise von Easy-Start auch völligen Neueinsteigern in Datenbankanwendungen in didaktisch und pädagogisch, sowie lernpsychologisch geeigneter Weise eine Selbstlernmöglichkeit und das Erreichen anwendbarer Erfolgserlebnisse ermöglicht wird.

Zwangsläufig vorhandene Defizite virtueller Lernumgebungen begegnet Easy-Start

durch eine kontextgeführte und problembasierte Selbstentwicklungsstrategie und schafft somit auch beim Lernenden die Grundlagen für eine intrinsisch motivierte weitere Exploration der Site www.baseportal.de.

Die vielfältigen mit Hilfe von Baseportal erstellten Anwendungen, sowie die rege Kommunikation innerhalb des Forums, bestätigen die hohe Akzeptanz des Gesamtprojektes, wobei an geeigneten Stellen unter Berücksichtigung pädagogischer und kommunikationspsychologischer Erkenntnisse Optimierungsmöglichkeiten gegeben sind.

Vor allem in der Ebene zwischen dem "Neueinsteiger" und dem "Profiprogrammierer" wurde hier bereits von den Usern selbst ein "gap" in der Benutzerführung erkannt, und ist auch bei den Betreibern des Projektes innerhalb des Fragenforums thematisiert worden.

Die Umsetzung einer Hinführung vom Einsteiger zum professionellen User stellt für die Betreiber sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe dar, wobei hier kommunikationspsychologische und -pädagogische Erkenntnisse und Modelle Optimierungsmöglichkeiten bieten.

 

 

Literaturverzeichnis

Hesse, F.W., Garsoffky, B. & Hron, A. (1995)

Interface-Design für computer-unterstütztes kooperatives Lernen. In L.J. Issing & P. Klimsa (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia (S. 253-267). Weinheim: Beltz, Psychologie Verlags Union.

Reinmann-Rothmeier, G., Mandl, H., Prenzel,M. (1994). In Arzenberger,H. & Brehm, K.-H.(Hrsg), Computerunterstützte Lernumgebungen. Erlangen: Publicis MCD Verlag

Gräsel, C. (1997). Problemorientiertes Lernen: Strategieanwendung und Gestaltungsmöglichkeiten. Göttingen: Hogrefe-Verlag.

Hans-Peter Nolting, Peter Paulus (1996). Pädagogische Psychologie 2.Aufl.. Kohlhammer Verlag

Friedemann Schultz von Thun (1981/2000). Miteinander Reden 1, Rohwolt Verlag

Zimbardo, P. (1992). Psychologie, 5.Aufl.. Weltbild Verlag

Edelmann, W. (1996). Lernpsychologie, 5.Aufl. . Psychologie Verlags Union

Astleitner, H. & Leutner, D. (2000). Running head: Emotion, Instruction, and Computers. Unveröffentliches Manuskript. Salzburg: Universität Salzburg.

Falko Rheinberg (1997) Grundriß der Psychologie, Band.6 Motivation, 2.Auflage

Kohlhammer Verlag