Hans Steiner/ Fragen & Antworten zu Block 3
* Evaluationskriterien für virtuelle Lernumgebungen werden aus Forschungsliteratur abgeleitet 
* die  analysierte virtuelle Lernumgebung  soll bestimmteLernprozesse unterstützen 
Evaluationskriterien können sein

* Inwieweit fördert die LU selbständiges Lernen
* Wird die Motivation gefördert und wie
* Welche lernunterstützenden Maßnahmen bietet
    - die Grundstruktur der LU
    - die optische Gestaltung (Schriftgröße, Grafik, Seitenaufbau und -befüllung)
    - die Strukturierung der erwarteten Lernabläufe (Ablaufschema, Rücksprungoptionen)
    - der Instruktor/Moderator (Kommunikation)
    - die Kommunikationsmöglichkeit zu Mitlernenden/Gruppenmitgliedern
    - die impliziten Handlungsabläufe 
    - der Einbezug zusätzlicher Informationen
    - der Einbezug anderer Problemaspekte
    - der Einbezug "klassischer" Lernelemente
 

* Dimensionen des zu unterstützenden Lernprozesses
Ausdehnungsbreite der o.g. Aspekte, wobei die obige Betrachtung  möglicherweise  zu detailliert ist, und sich aus dieser heraus aus Praktikabilitätsgrünmden eine Dimensionierung des Prozesses an sich, und nicht seiner "Stellschrauben" ergeben dürfte.
Also eher inwieweit der Lernprozess sich quantitativ und qualitativ von "klassischem Lernen" unterscheidet, und welche Ziele er verfolgt (praxisorientiertes, prozedurales Wissen  vs. "träges Wissen")
* Welche Gestaltungsaspekte der virtuellen Lernumgebung können diese Dimensionen unterstützen? 
1. Förderung der Selbstausführungsbereitschaft  von Aufgaben
2. Eigenmotivation (intrinsische Motivation) fördern
3. schnelles "Wiedereinfinden" in bereits zurückliegende Lerneinheiten (Rekapitulation)
4. Orientierungshilfen, Navigation, Ablaufstruktur
5. Kommunikations-Tools  (Foren, Mail, Chat, gemeinsames Bearbeiten von Files/workgroup management)
6. Hilfe zur Selbsthilfe, aber auch Anforderung und Inanspruchnahme von Hilfe ohne Gesichtsverlust  vor Leiter und Kollegen 
7. Feedback-Elemente aus der Ebene der (inhaltlichen) LU-Gestalter
  - zeitlich kalkulierbare Feedbackschleifen (Rückversicherung der aktuellen Position)
* Wie würden die Antworten auf diese Fragen im Fall unseres virtuellen Seminars aussehen
zu jeweils
1. Schon die Anmeldung und Teilnahme bedingte hohe Eigenmotivation und Bereitschaft zur selbständigen Aktivität.
Durch die zeitliche Strukturierung und im Vorschlag eingebrachte Option der Aufteilung von Teilaufgaben innerhalb der Gruppe wird die eigene Aktivitätsbereitschaft wiederholt gestärkt (sofern in der Gruppe keine Lethargie eintritt)

2. Die sbezieht sich auch auf die intrinsische Motivation, die auch extrinsischer Inputs bedarf, um erhalten oder gar gefördert zu werden.

3. Hier besteht zwar die Möglichkeit, dies via Abscannen der bereits erfolgten Forums-Postings zu erreichen, allerdings ist das sehr unübersichtlich und fordert streckenweise erheblichen, teilweise deswegen unnötig  hohen zeitlichen und kognitiven Aufwand (was sich störend auf 1. und 2. auswirkt)
Lösungsansatz: wie hier und in anderen Gruppen praktiziert, wird eine kontinuierliche Protokollierung in einer stringenten Abfolge von Leseinheiten erstellt, so daß das Auffinden der letzten eigenen Lerneinheit erleichtert, und der dortige Einstieg ermöglicht wird. Man verliert alos keine kognitive Energie durch mühsames Suichen der "Einstiegsstelle", sondern kann wesentliche Reserven für das Erwarbeitend er nachfolgenden sequenzen einsparen.

4. Die Grundstruktur ist hier  gut erbracht, müsste aber hinsichtlich der Zuordnung der Navigationselemente nochmals überdacht werden.  Dies hat seine Ursache möglicherwiese in der Verquickung von allgemeiner und Erarbeitungs-Kommunikation mit der Ergebniszusammenstellung (sofern diese erfolgt, s.o.)

5. Vorhanden, weitere Möglichkeiten sollten einbezogen werden, wobei es nicht unbedingt schädlich sein muß, wenn man explorativ und experimentell aktuell geeignet erscheinende Elemente/Tools implementiert - von denen man sich wieder trennen kann, wenn sich diese ineffizient erweisen. Angesichts der rasend schnellen Entwisklcung im Internet-Sektor wäre das medien-adäquat.

6.Wird geleistet, wenngleich eine vertiefte Inanspruchnahme (aus allen Gruppen) Ressourcenprobleme befürchten lassen würde. Lösungsansatz: Intergruppale Kommunikationsebene schaffen.

7. Das Feedback in der Form eines "Primus-inter-Pares" hat den nachteil, daß Indifferenz bzgl. des aktuellen Fortschrittstandes (subjektiv, richtungsbezogen), als auch insgesamt besteht.
Kürzere Feedbackschleifen und Diskussionshinweise wären wünschenswert (Ressourcenproblem)
 

Zurück zum Inhaltsverzeichnis