Liebe Studentinnen und Studenten und sonstige Nutzer dieser Psychologie-Scripte & Lernhilfen!
An meiner Statistikauswertung kann ich sehen, daß diese Seiten sehr viel genutzt werden. Die Serverkosten sind aber recht hoch, und irgendwie muß ja das alles wieder reinkommen! BITTE setzt daher auf Euch zugänglichen websiten Links zur Startseite www.psychonomie.de und dieser Seite oder den folgenden! Dadurch kann ich die Seite für Euch kostenlos vorhalten und anderweitig damit die Kosten decken! Danke!


 

Reflexive Sozialpsychologie
Exzerpte einer Textauswahl zu Vordiplomprüfung



1. Heiner Keupp: Zur Einführung. Für eine reflexive Sozialpsychologie ; in: Zugänge zum Subjekt / Suhrkamp 1993


Was ist und zu welchem Zweck betreiben wir Sozialpsychologie?

- Bedingungen sozialen Zusammenlebens als Ordnung innerhalb biologischer Grundstrukturen
- Wirkungszusammenhänge in sozialen Kollektiven
- seelische Beeinflussung durch Vergesellschaftet sein (Simmel 1908)
- Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen unter dem Einfluß tatsächlicher oder fiktiver Anderer
Sozialpsychologie fragt aus der Perspektive des Subjekts

- Norbert Elias kritisiert:
Der Mensch wird als Individuum von der Gesellschaft herausgetrennt gedacht, als der in sich eingeschlossene Mensch, der aber dann doch wieder zu dieser Gesellschaft in Beziehung gesetzt wird.
- Zusammenmontieren von "Wechselwirkungen", "Beeinflussung" ,"soziale Faktoren"
Der Mensch als homo clausus, umgeben von einer hohen Mauer, von welcher herab geheimnisvolle Zwerge (die Umwelteinflüsse) kleine Gummibälle nach dem Betreffenden werfen, die bei ihm "Eindrücke" hinterlassen. (Elias 1972)
- Newcomb:
- grundlegende Gemeinschaftlichkeit des Individuums
Integration des Individuums in Kultur und Gesellschaft
Interaktionen bilden das Zentrum der Sozialpsychologie
Integration von Wünschen und Bedürfnissen in ein System gesellschaftlicher Rollen und Normen
- Synchronisation von Mensch und Gesellschaft
Fromm
subjektive Phänomene, die Überwindung von Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung verhindern, obwohl bereits die objektiven gesellschaftlichen Ressourcen dies möglich erscheinen lassen
-sozialpsycholgische Erscheinungen als Anpassung des Triebapparates an die sozialökonomische Situation
- wieso unterwirft sich die Majorität der Minorität
- Opferstatus als "Gewinn", Anspruch auf Mitleid
Gehlen & Portmann
- Mensch als Mängelwesen
- 1.Lebensjahr als sozialer Uterus
- Einbindung des Menschen in Institutionen >>> geistige Nähe zum Faschismus
Alexander Mitscherlich
- mangelnde individuell biographisch und kollektiv geförderten kritischen Ich-Fähigkeiten sind die Bedingung für autoritäte Unterwerfung



2.Hans-Martin Lohmann: Freud zur Einführung, Junius Verlag, 1986


Freud als Analytiker subjektiver Daseinsbedingungen
Analogie zum Marxismus ( Entzauberer objektiver Lebensverhältnisse)
Befreiung des Menschen von äußeren und inneren Zwängen
Freuds Wissenschaft steht weder links noch rechts
das "Äußere" ist nach innen gewandert und hat sich dort einen festen Platz verschafft: im Unbewußten
Lehre von den Trieben ist eine Konfliktlehre über die Auseinandersetzungen zwischen
            Individuum & Gesellschaft
            Natur & Kultur
            Triebansprüchen & Triebversagen
            Eros & Thanatos
Das Individuum hat darüber keine Kontrolle


Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
-  bei neurotischen Patienten Zusammenhang zwischen kindlicher Sexualität (polymorph pervers) und der sogenannten Perversen, sowie der Sexualität der "normalen" Erwachsenen
- Übergang zwischen Perversion, Neurose und Gesundheit ist fließend
- Perversionen liegt etwas Angeborenes zugrunde, die sich in manchen Fällen zu den Trägern der Sexualtätigkeit entwickeln (Perverse), in anderen Fällen eine ungenügende Unterdrückung (Verdrängung) erfahren
- in günstigen Fällen entsteht das normale Sexualleben

Homosexualität ist häufig das Resultat einer Erziehung mit einer sehr intensiven, aber kurzlebigen Fixierung an das Weib (Mutter), und wo ein starker Vater fehlt (>>durch die moderne Homosexualitätsforschung empirisch bestätigt)

frühkindliche Sexualität als autonome, konstitutionell verankerte Größe

neurotische Symptome knüpfen nicht an wirkliche Erlebnisse an, sondern an Wunschphantasien, für die Neurose bedeutet die psychische Realität mehr als die materielle

Trennung der Sexualität von der Genitalität
- kindliche Sexualität zeigt sich in allen Ausdrucksformen der Lustbefriedigung, die nicht unter dem Diktat der Genitalität stehen
erogene Zonen: Lippen, Zunge, andere berührungsempfindliche Stellen
PARTIALTRIEB: Trieb ist nicht primär auf andere Personen/Objekte gerichtet, sondern ist autoerotisch orientiert

Sexualität des normalen Erwachsenen konstituiert sich auf Grundlage der Partialtriebe
"normale" Sexualität ist die Art der Beherrschung der Partialtriebe

Neurose basiert auf perversen Trieben der infantilen Anlage, und ist somit das "Negativ der Perversion"

Kultur ist nach Freud das Ergebnis individueller wie kollektiver Anstrengung, den perversen Regungen des  niemals völlig zu unterdrückenden sexuellen Infantilismus durch Reaktionsbildung entgegenzutreten.
Ohne die Anomalie der Partialtriebe und ihrer Domestikation keine Kultur: Ablenkung sexueller Triebkräfte von sexuellen Zielen und Hinlenkung auf neue Ziele (Sublimierung)

Die von der Gesellschaft geforderte voreheliche sexuelle Abstinenz führt nicht zu mehr Kulturarbeit, sondern bei vielen Menschen zu nervösen Störungen, zu Impotenz und Frigidität. Im allgemeinen - so Freud - habe ich nicht den Eindruck gewonnen, daß die sexuelle Abstinenz energische, selbständige Männer der Tat oder originelle Denker, kühne Befreier und Reformer heranbilden helfe, weit häufiger brave Schwächlinge, welche später in der großen Masse eintauchen.
Und was die Frauen betreffe, ist die unzweifelhafte Tatsache ihrer intellektuellen Inferiorität nicht der Ausdruck eines physiologischen Schwachsinnes des Weibes, sondern vielmehr Resultat einer Denkhemmung, die auf sexuelle Repression zurückzuführen sei.



Preis der Wahrhaftigkeit
- Krieg hebt die Tötungshemmung auf
- der Staat, welcher das Gewaltmonopol hat und dem Einzelnen die Ausübung normalerweise verbietet, ruft jetzt zur Gewalt auf
- Der Mensch hat die illusionäre Annahme, daß der zivilisierte Mensch gegen Rückfälle in die Barbarei gefeit sei
- Illusionen empfehlen sich uns dadurch, daß sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigung genießen lassen
- das Böse ist nicht aus der Welt zu schaffen, da es elementarer Natur ist, und nur durch Hemmung gebändigt werden kann
- die primitiven, wilden und bösen Impulse der Menschheit sind bei keinem Einzelnen verschwunden, sondern bestehen verdrängt im Unterbewußtsein fort
Intelligenz ist keine selbständige Macht und abhängig vom Gefühlsleben
3 schwere Kränkungen des menschlichen Narzismus:
    - kosmologisch: durch Kopernikus, der zeigte, daß die bevorzugte Stellung der Erde im Weltall eine Illusion ist
    - biologisch: durch Darwin, der uns zeigte, daß der Mensch nichts anderes als ein Tier ist
    - psychologisch: die schwerste Kränkung ist die Psychoanalyse, denn sie hat nachgewiesen, auf welch schwankendem Grund der menschliche Intellekt steht, und daß das "Ich" nicht "Herr im eigenen Hause" ist

Psychoanalyse rührt am Tabu des Todes
- das menschliche Unbewußte glaubt nicht an den Tod, es gebärdet sich wie unsterblich
- das Unbewußte, die tiefste aus Triebregungen bestehenden Schicht unserer Seele, kennt nichts Negatives, keine Verneinung
- das Verbot des Mordens zeigt, wie stark dieser Trieb ist, daß dieses Verbot sogar explizit ausgesprochen werden muß
- der Krieg bringt es an den Tag: das Individuum, darf ungestraft seinen dunkelsten Triebimpulsen nachgeben und den Fremden bzw. den Feind ohne Reuegfühle vernichten
- so "gewinnt" das Leben seinen vollen Inhalt zurück, es wird wieder interessant
- als furchtbarste Kränkung menschlicher Eigenliebe sieht Freud, daß wir den Tod nahestehender, geliebter Menschen nicht ambivalenzfrei erleben können. Eine geliebte Person ist einerseits innerer Teil von uns (damit unsterblich), andererseits ist sie Nicht-Ich, darf also nach der Logik des Unbewußten vernichtet werden



Massenpsychologie und Ich-Analyse
- psychologische Studie über die Transformation von individuellen in kollektiv wirksame psychische Dispositionen
-Le Bon:
-Individuen, die sich zu einer Masse zusammenschließen, entwickeln eine Kollektivseele
- individuelle Eigenarten, Fähigkeitend des Intellekts und Verantwortung sind aufgehoben
- in der Masse verschwindet die bewußte Persönlichkeit
- es kommt zur Vorherrschaft der unbewußten Persönlichkeit
- das Individuum wird zum "willenlosen Automaten"
- der Einzelne regrediert in der Masse zum primitiven Triebwesen
- Massen leben im Gefühl der Allmacht
Freud
-Gefühlsbindungen (Liebesbeziehungen) machen das Wesen der Massenseele aus
- Individuum gibt seine Eigenarten und Eigenschaften deswegen auf, um mit der Masse im Einvernehmen "ihnen zuliebe" zu sein
- libidinös gefärbte Bindung der Massenmitglieder untereinander
- Gefühlsambivalenzen: Liebe und Haß liegen dicht beieinander
- Identifizierung: das Ich-Ideal (Instanz im Ich, die über Funktionen der Selbstbeobachtung, der Kritik, des Gewissens wacht)
  wird durch ein idealisiertes Objekt ersetzt
- Massenindividuum erlebt das geliebte Objekt maßlos idealisiert und sich selbst unbedeutend und winzig
- Individuum partizipiert an Macht und Größe des idealisierten Objektes als Bestandteil der Masse
- Regression der seelischen Tätigkeit auf eine frühere Stufe: Wiederaufleben der Urhorde


Das Unbehagen in der Kultur
- Individuen streben unabhängig von kulturellen Rahmenbedingungen nach persönlichem Glück
- Lebenszweck gesetzt als Programm des Lustprinzips
- Fortdauer einer vom Lustprinzip ersehnten Situation ergibt Unbehagen, der Mensch ist so eingerichtet, daß er nur den
  Kontrast genießen kann, den Zustand sehr wenig
- drei Ursachen für die Abwesenheit von Glück
    - zwei natürliche: Übermacht der äußeren Natur
                                   Hinfälligkeit des menschlichen Lebens
   - eine soziale:        Institutionen, die die Beziehungen der Menschen zueinander, in Staat und Gesellschaft regeln
- Nach Freud wären wir glücklicher, wenn wir die Fesseln der Kultur abstreifen und in primitive Verhältnisse zurückfindenkönnten
- trotz der erreichten Perfektion gesellschaftlicher Naturbeherrschung, trotz enormer Fortschritte in Wissenschaft und Technik
  ist der Mensch keineswegs glücklicher geworden.
- der Aggressionstrieb als Spielart des Todestriebes stört unser Verhältnis zum Nächsten
- primäre zwischenmenschliche Feindseligkeit bedroht die Kulturgesellschaft mit Zerfall
- da der Aggressionstrieb eine ständige Bedrohung der Kultur, für alle sozialen (libidinösen) Bindungen darstellt, muß er unschädlich gemacht werden
- Aggression wird introjiziert,verinnerlicht, gegen das eigene Ich gewendet
- als Über-Ich stellt sie sich dem Ich entgegen und übt als Gewissen gegen das Ich dieselbe strenge Aggressionsbereitschaft aus, die das Ich gerne an anderen Individuen befriedigt hätte
- die Spannung zwischen dem gestrengen Über-Ich und dem  ihm unterworfenen Ich heißt Schuldbewußtsein und äußert sich als Strafbedürfnis
- die Kultur bewältigt individuelle Aggressionslust durch Verinnerlichung und Selbstüberwachung
- das Motiv hierfür ist in der Abhängigkeit des Individuums von anderen
  - Angst vor Liebesverlust
- daher wird alles gemieden, was zu Liebesverlust führen kann (das Böse)
- der Zensor in mir übt Aggression gegen mich aus
- das Gewissen ist also Folge des (sich immer weiter steigernden) Triebverzichts
- Das Individuum steht in einer paradoxen Situation:
  -lebt es seine Aggressionsneigungen aus, verliert es die Liebe der übrigen Gesellschaftsmitglieder, wird zum Feind der Kultur und bestraft
  - sieht es davon im  Eigeninteresse ab, straft es sich selbst, weil die unterdrückte Aggression als Selbstaggression wiederkehrt
- dies ist der Kern des Unbehagens in der Kultur


Die zivilisatorische Zähmung des Subjekts / Joachim Hohl
Der Beitrag von Norbert Elias zu einer historischen Sozialpsychologie
(H.Keupp: Zugänge zum Subjekt/ Suhrkamp 1993)


- Elias beschreibt die zivilisatorische Entwicklung des Verhaltens der Menschen untereinander vom Mittelalter bis heute
- die Entwicklung der entsprechenden Verhaltensnormen verbreitet sich von "oben" nach "unten"
- Begriff der "Höflichkeit" als Wortbedeutung seiner Herkunft - vom Hofe des Königs
- Verhaltensvorschriften wurden durch Druck von außen durchgesetzt, Elias spricht von FREMDZWANG
- dieser wird im Verlauf der Zeit über Generationen hinweg zum SELBSTZWANG
- ist der Prozess der Verinnerlichung , also der Wandlung von Fremdzwängen in Selbstzwänge, abgeschlossen, rufen Verstöße gegen diese Konventionen (z.B. Tischsitten) bestimmte Emotionen hervor, die mit dem Gefühl der Angst verwandt sind
( Scham bei demjenigen, der gegen die Regeln verstieß  und Peinlichkeit bei demjenigen, welcher ihn dabei beobachtet hat)
Zivilisationskurve
- anfänglich sind Verhaltensweisen sozial wenig negativ belegt, die entsprechenden Bedürfnisse werden weitgehend unbeschwert ausgelebt (Nacktheit, Sexualität, Urinieren )
- im Lauf der Zeit geraten solche Verhaltensweisen unter Tabu-Druck, sie werden verpönt, mit Scham- und Peinlichkeitsgefühlen umgeben, und aus der Öffentlichkeit "hinter die Kulissen" der Privatsphäre verlegt
- Tabuisierung ergreift schließlich auch die Sprache
    - es entwickeln sich indirekte Bezeichnungen und Umschreibungen, um das "Unaussprechliche" dennoch sagen zu können
- zur Durchführung der neuen Verhaltensvorschriften entwickeln sich Gerätschaften, die solch einen Prozess erst ermöglichen, durchführbar machen und weitertreiben
-  im 1.Band befasst sich Elias mit dem Individuum
- im 2.Band wendet er sich dem Prozess der Zivilisation zu, der Gesellschaft und ihrem Wandel
- Elias beschreibt dies als Prozess der zunehmenden Differenzierung
- komplexe soziale Verhältnisse entstehen (Verstädterung, weltweiter Handel, Geldwirtschaft statt Tauschhandel)
- Interdependezketten menschlichen Handelns werden länger und verflechten sich immer stärker
- Antizipieren der Handlungen und Entscheidungen Dritter wird immer notwendiger-Entwicklung der Langsicht
- Monopolisierung der Gewalt durch zunehmende Konkurrenzkämpfe
- von den Menschen wird immer stärkere Selbstbeherrschung erwartet, Distanzierung von den eigenen Affekten
- Um nicht mit dem Gesetz des Herrschers in Konflikt zu geraten müssen eigene Bedürfnisse bezähmt, zurückgestellt oder unterdrückt werden
- an die Stelle der ursprünglichen impulshaften Bedürfnisse tritt (z.B. beim Schwertadel) die höfische Intrige
- dies erfordert andere psychologische und intellektuelle Qualiäten zur Erreichung sozialen Erfolges
- vorausschauende Kalkulation von Handlungsfolgen wird immer wichtiger
- dafür ist eine Ent-Emotionalisierung und De-Spontaneisierung des Verhaltens notwendig
- es ändert sich die Art, in der Menschen miteinander zu leben gehalten sind, deshalb verändert sich ihr Verhalten, deshalb verändert sich ihr Bewußtsein und ihr Triebhaushalt als Ganzes

Weiterentwicklungen und Anwendungen
- Beherrschung des Feuers setzt Selbstbeherrschung des Menschen voraus und ist gleichzeitig Anlaß zur Weiterentwicklung dieser Selbstbeherrschung.
- Herrschaft über das Feuer konnte nur durch einen sozialen Prozess erlangt werden
- Liberalisierung bestimmter Verhaltensformen in unsere Gesellschaft (Sexualität)
- Informalisierungsprozesse bleiben im Rahmen eines bestimmten zivilisierten Standards
- nur, wenn die entsprechenden Selbstkontrollmechanismen schon fest in der psychischen Struktur der Individuen verankert sind, kann es sich die Gesellschaft leisten, partielle Gegenbewegungen zuzulassen
- dies widerspricht nicht dem Prozess der Zivilisation, sondern setzt ihn voraus
- Informalisierung ist nur vereinbar mit einem Trend zu stärkerer Selbstkontrolle
  - werden von außen auferlegte Kontrollen schwächer, reagieren Menschen mit einer Verstärkung der Selbstkontrollstruktur,
    denn normativen Halt und soziale Orientierung müssen sie nun selbst produzieren

- Elias beschäftigt sich nicht weiter mit der Rolle der Religion

- er streift auch nur das Bürgertum, weist aber darauf hin, daß die Selbstzwangapparatur des Bürgertums, die durch die Berufsarbeit bedingt wird, in mancher Hinsicht rigider ist, als die der höfischen Aristokratie
- Gewalt : niemals gelangt der Heranwachsende zu einer Regelung seines Verhaltens ohne die Erzeugung von Angst durch andere Menschen.

Hans-Peter Duerrs Elias-Kritik
- Duerr wendet sich gegen Elias´ evolutionistische Grundannahme eines historischen Prozesses der Zivilisation
- er meint, die von Elias beschriebene linear-evolutionäre Veränderung des Affekthaushaltes ist nicht haltbar
- ideologiekritisch meint Duerr, daß eine Wertung nicht zulässig sei : auch im Mittelalter habe es bereits entsprechende Verhaltensweisen gegeben und auch Naturvölker haben hochdifferenzierte Verhaltenstandards und Affektregulierungen
- es gibt keine absolute höhere oder niedrigere Stufe der Zivilisation, sondern lediglich eine andere Art und Weise, zivilisiert zu sein.
- die zweite Kritik Duerrs ist die empirische: er führt diverse Beispiele sehr wohl vorhandener Verhaltensvorschriften an, jedoch relativiert dies nur Elias Aussagen in quantitativer Form

Elias sieht in der zunehmenden Komplexität und Vernetzung sozialer Beziehungen die Grundlage für die Erhöhung der Scham-und Peinlichkeitsbarrieren.
- steigende Anonymität und damit schwächere soziale Kontrolle
- dies führt zu einer Umkehrung von Fremd- und Selbstzwängen

Ergebnis des Vergleichs
1. Es gibt und gab keine unzivilisierten menschlichen Gesellschaften
2. Abgesehen von einigen transkulturellen Konstanten (Körperscham), hat jede Gesellschaft ihr eigenes, spezifisches Muster zivilisierten Fühlens und Verhaltens
3. Es ist nicht möglich, die Zivilisationstheorie auf außereuropäische Gesellschaften zu übertragen
    - tut man es dennoch, muß man sich den Vorwurf des Ethnozentrismus gefallen lassen
4. Innerhalb gegebener Gesellschaften lassen sich Veränderungen zivilisatorischer Standards über die Zeit beobachten
5. in den abendländischen Gesellschaften hat sich der von Elias beschriebene Zivilisationsprozess vollzogen; in diesen Gesellschaften ist er eine Funktion des Staatenbildungsprozesses und der Arbeitsteilung
6. Elias überschätzt das Ausmaß der eingetretenen Veränderungen ebenso, wie er die im Mittelalter schon herrschenden Verhaltens- und Affektmodelle unterschätzt

- Hexenverfolgung nicht etwa im Mittelalter, sondern bis ins Jahr 1775
- in dieser Zeit ist der von Elias beschriebene Zivilisationsprozess bereits weit fortgeschritten
- möglicherweise keine homogene Zivilisationsentwicklung
- verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Zivilisationskurven

- auch die staatlich organisierte Ermordung von 6 Mio Juden mitten im 20.Jhdt. bleibt unbeantwortet
- Stephen Menell meint, die Affektneutralität verbunden mit einem hohen Grad an effizienter, zweckrationaler Bürokratisierung
  wie diese für "hochzivilisierte Gesellschaften" typisch sind, habe die systematische Massenvernichtung möglich gemacht

Elias behauptet von sich keine WERTUNG der Zivilisation, sondern es gehe ihm um eine Beschreibung des historischen Fortschritts, um Entwicklung im Sinne von gerichteter Veränderung
Unterschwellig wird aber immer wieder eine positive Wertung von (eurozentrierter) Zivilisation deutlich.
Letztendlich gibt er einem Optimismus auf Entstehen eines "optimalen Gleichgewichts" in der Seele des Menschen Ausdruck.
Dies steht aber im inneren Widerspruch zur Logik der gesamten Theorie.
- Zivilisationsprozess wird als unumkehrbar beschrieben
- fortschreitender Prozess mit immer weitergehender Machtmonopolisierung
- dadurch werden Fremdzwänge stärker und in der Folge Selbstzwänge
- der Theorie angemessener erscheint ein Divergieren zwischen  den individuellen Triebbedürfnissen und gesellschaftlich zugelassener Formen ihrer Befriedigung
- weitere Monopolisierung staatlicher Gewalt mit weitreichenderen sozialen Beziehungen
- Kostenseite: Verzicht des Individuums auf unmittelbare Triebbefriedigung (oder Substituierung? d.Verf)

Zivilisationstheorie und Sozialpsychologie
- Elias beschreibt die historische Entwicklung des Menschen, ohne diesen nach seinen Gefühlen befragen zu können
- es wird nur grundsätzlich nachgewiesen, daß sich der Mensch verändert hat, der Nachweis des "wie" bleibt offen
- die Veränderung individueller Erlebnis- und Verhaltensweisen ist Ergebnis gesellschaftl. Veränderungen und kein Zufall
Homo Clausus
- jeder erlebt sich als Monade (Trennung von anderen durch unsichtbare Schamschwellen, Peinlichkeitsgrenzen)
- Figuration: Gruppen, Familien, Gesellschaften bestehen aus Menschen, die miteinander in bestimmen Beziehungen stehen
- damit wird eine abstrakte Gegenüberstellung von Individuum und Gesellschaft vermieden,   stattdessen Reflexion
- Entfremdung: Hegel/Marx: die Gesellschaft als gemeinsames Produkt von Individuen tritt jedem seiner Mitglieder als fremde Macht entgegen, die - wiewohl von Menschen gemacht - nach eigenen Gesetzen funktioniert und sich so dem planenden Zugriff des Einzelnen entzieht
- Figuration ist - wie ein Tanz - ein Prozess zwischen Individuen und Gesellschaft



4. Körperkontrolle und Affektverdrängung H.P.Dreitzel in: Integrative Therapie, 1981
Zum gesellschaftlichen Hintergrund körper- und gefühlsbetonter Therapieformen


- fortschreitende Affektverdrängung bei den Interaktionsformen der öffentlichen Verhaltensbereiche (Coolness, d.Verf)
- Austrocknung der emotionalen Dimension des Lebens
- wird nur noch im "Intimbereich" der Kleinfamilie und Paarbeziehungen ausgelebt und überlastet diese Beziehungen kompensatorisch
- Elias hat eine behavioristisch verkürzte Freud-Rezeption
- bei ihm das Ich  als  eine selbständige Vermittlungsinstanz zwischen den naturhaften Triebansprüchen und den verinnerlichten Kontrollansprüchen verloren gegangen
- er versteht Konditionierung als einen gesellschaftlichen angstgesteuerten Dressurakt jenseits der Motivation des Handelnden
- Elias 1976: Niemals gelangt der Heranwachsende zu einer Regelung seines Verhaltens ohne die Erzeugung von Angst durch andere Menschen. Ohne den Hebel solcher von Menschen erzeugten Ängste wird aus dem jungen Menschentier nie ein erwachsenes Wesen, das den Namen eines Menschen verdient
- Kritik: Psychologie des 18.Jhd. ohne Kenntnisnahme der Psychoanalyse und der Ich-Psychologie
- Elias:  Zivilisationsprozess ist fortschreitende Verinnerlichung zunehmender äußerer Kontrollen über körperliche und emotionale Bedürfnisse, die Entwicklung einer Selbstzwangapparatur, die es ermöglicht, anstelle spontaner Verhaltensweisen strategisch geplante zu setzen.
- Man kann zwei Stadien unterscheiden (bei Elias unklar)
    - 1.Phase
        Verhaltensweisen werden immer strengeren formalisierten Standards unterworfen
        alltägliche Verhaltensweisen werden nun für immer mehr und spezifischere Situationen speziell vorgeschrieben
        Die Frage: "Welches Verhalten wird von mir in dieser oder jener Situation erwartet ?" führt zu neuen Erziehungspraktiken
        und einer umfangreichen Literatur über gutes Benehmen
    - 2.Phase
        formale Standards werden mit Hilfe neuer Sozialisationspraktiken internalisiert
        das moderne Über-Ich entwickelt sich als Kontrollinstanz

- Ängste sind heute weniger auf Gefahren durch den Mitmenschen als vielmehr auf den Gebrauch technischer Maschinerien
   bezogen , dies ist Folge der fortgeschrittenen Gewaltmonopolisierung beim Staat
- Gewalt ist aus dem unmittelbaren Blickfeld isoliert: Schlachten von Tieren, Krankheiten durch Isolieren von Kranken inHospitälern, usw.

- Marx, Freud und Weber haben auf ihre Weise den gleichen Entwicklungsprozess analysiert, wie Elias, er bezieht den
  zivilisatorischen Prozess jedoch auf die Körperlichkeit.
- man muß also von einer komplexen Funktionsverflechtung ausgehen

- Prinzip der geschichteten Diffusion (Peter Willmott & Michael Young/ The Symmetrical Family)
- Marschkolonnenbeispiel - vorne bestimmt die Richtung
                                        - die Hinteren kommen auch irgendwann an den Punkt, aber nie gleichzeitig mit den Ersten
                                        - außer sie brechen aus der Marschkolone aus
                                        - da sich die ganze Kolonne bewegt, können Sie auf ein Vorwärtskommen rechnen, um früher
                                           oder später einen bestimmten Punkt zu erreichen
- Verzögerte Gleichheit
- dieses Prinzip funktioniert offensichtlich auch in den letzten 150 Jahren und vermutlich noch weiter
- trotz regionaler Unterschiede gibt es relativ feste für Mittel- bzw. Unterschichten charakteristische Sozilisationsmuster
- zwei große Schichten in unserer Gesellschaft
    - Mittelschichten erziehen durch temporären Liebes/Zuwendungsentzug
    - Unterschichten verfügen über einen restringenten Sprachcode
        - dieser fördert eher Tatsachenfeststellungen als Erklärungen
        - wichtigste Sanktion ist körperliche Züchtigung

Zusammenfassend:
- neue Phase im Prozess der westlichen Zivilisationen mit ihrer Körperlichkeit
- diese ist durch eine reflexive Einstellung zur Natur gekennzeichnet
- neue Therapieformen haben die doppelte Aufgabe einer Lockerung verinnerlichter und obsolet gewordener Selbstkontrollen
sowie
- Ausrichtung objektlos ausgelebter Sinnlichkeit an die gesellschaftliche Lebenspraxis



5. Der methodische Standort des symbolischen Interaktionismus
Herbert Blumer in: Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen: Alltagswissen und Interaktion
Rowolth 1972


- SI beruht auf 3 Prämissen
    1. Menschen handeln "Dingen" gegenüber auf der Grundlage der Bedeutungen, die diese Dinge für sie besitzen
    - in der Psychologie und den Sozialwissenschaften gilt jedoch das Interesse dem Verhalten und den Faktoren, die man als verursachend ansieht
    - Bedeutungen, die diese Dinge (Stimuli etc) auf diesen Menschen haben, werden umgangen oder vereinnahmt, indem man sie zur Erklärung des Verhaltens heranzieht
- im symbolischen Interaktionismus wird hingegen den Bedeutungen ein selbständiger, zentraler Stellenwert zuerkannt
- Nichtbeachtung der Bedeutung führt zu einer Verfälschung
2.Die Bedeutung ist aus der sozialen Interaktion abgeleitet oder aus ihr entstanden
 Bedeutung als natürlicher Teil der objektiven Zusammensetzung des "Dinges"
- dies entspricht dem traditionellen Realismus in der Philosophie (eine Kuh ist eine Kuh)
- Bedeutung ist aber auch ein psychisch bedingter Zusatz, den eine Person, für die das "Ding" eine Bedeutung hat, an dieses heranträgt (Empfindungen, Gefühle, Ideen, Erinnerungen,Motive,Einstellungen)
Im symbolischen Interaktionismus geht die Bedeutung aus dem Interaktionsprozess zwischen verschiedenen Personen hervor
- die Bedeutung eines Dinges ergibt sich aus der Art und Weise in der andere Personen ihr gegenüber oder in bezug auf das Ding handeln. Die Handlungen dienen als Definitionen dieses Dinges für die betreffende Person
- Bedeutungen sind daher soziale Produkte
3. Bedeutungen werden in einem interpretativen Prozess gehandhabt und geändert
- Interpretation ist ein formender Prozess, in dessen Verlauf Bedeutungen als Mittel für die Steuerung und den Aufbau von Handlungen gebraucht und abgeändert werden
- das Leben jeder menschlichen Gesellschaft besteht aus einem fortlaufenden Prozess des Aufeinander-Abstimmens der Aktivitäten ihrer Mitglieder
- soziale Interaktion ist eine Interaktion zwischen Handelnden und nicht zwischen Faktoren, die diesen unterstellt werden
-soziale Interaktion ist ein Prozess, der menschliches Verhalten formt
- Menschen müssen darauf achten, was der andere tut oder tun will um eigenes Verhalten zu antizipieren
- Synchronisation eigener Handlungsabsicht mit derjeniger Anderer
- nicht-symbolische Interaktion ist direkte Antwort auf die Handlungen Anderer, ohne diese zu interpretieren (Reflex)
- ein Reagierender organisiert seine Reaktion auf der Grundlage dessen, was die Gesten ihm bedeuten
- hat die Geste für beide Beteiligten dieselbe Bedeutung, verstehen sich die Beteiligten
 MEADS triadischer Charakter der Bedeutung
- Bedeutung bewegt sich entlang von 3 Linien
    - zeigt an, was die Person, an die die Geste gerichtet ist, tun soll
    - zeigt an, was die Person, die sie setzt, zu tun beabsichtigte
    - zeigt die gemeinsame Handlung an, die aus der Verbindung der Handlungen beider hervorgehen soll

Zum Verständnis ist gegenseitige Rollenübernahme notwendig

- Welt ist zusammengesetzt aus Objekten
    - physikalische (irgendwelche Gegenstände)
    - soziale (Beziehungen zu Personen)
    - abstrakte (moralische Prinzipien, Lehrmeinungen)
- ein Objekt kann für verschiedene Personen auch unterschiedliche Bedeutungen haben
  - Baum für einen Holzfäller, Botaniker, Dichter, etc.
- gemeinsame Objekte: werden mit derselben Bedeutung von einer gegebenen Gruppe gesehen
- will man das Handeln von Menschen verstehen, muß man auch ihre Welt von Objekten verstehen
- Objekte werden geschaffen, bestätigt, umgeformt und verworfen
- das Leben und Handeln des Menschen wandelt sich in Übereinstimmung mit Wandlungen ihrer Objektwelt
- der Mensch
-  hat ein "Selbst" und kann Gegenstand seiner eigenen Handlung sein
- handelt auf der Grundlage, wie er sich selbst sieht (arm, reich, gutaussehend, jung, alt, beruflich usw.)
- das "Selbst-Objekt" entwickelt sich ebenfalls in einem Prozess sozialer Interaktion, indem andere Personen jemandem die eigene Person definieren
- Rollenübernahme als Beobachtung der eigenen Person
- Hineinversetzen in andere Positionen (Spielen) und aus dieser Position heraus Selbstbetrachtung

Symbolischer Interaktionismus versteht den Menschen als aktiv handelnden Organismus, der auf der Grundlage dessen, was er in Betracht zieht, eine Handlungslinie ausformen muß, anstatt nur eine Reaktion auf das Einwirkung einiger Faktoren auf seine Organisation freizusetzen

- gemeinsames Handeln ist eine Verkettung einzelner Handlungen der Teilnehmer
- es besteht ein festes Verständnis darüber, wie man selbst handelt, und wie andere handeln werden



6. Paranoia und die Dynamik der Ausschließung
Edwin Lemert in: Die abweichende Mehrheit; Suhrkamp 1972


Psychopathisches Verhalten ist Ergebnis oder Ausdruck einer Kommunikationsstörung zwischen Individuum und Gesellschaft
Reagieren Paranoiker auf Pseudo- Realität oder auf symbolische Konstruktion?
- der Paranoiker reagiert zwar anders auf seine Umwelt, die "anderen" reagieren ihm gegenüber jedoch auch anders
- Verhaltenselemente zur Diagnose von Paranoia:
    Wahnideen, Feindseligkeit, Aggressivität, Mißtrauen, Neid, Verstocktheit, Eifersucht, Verfolgungswahn
- der paranoide Prozess beginnt mit fortwährenden interpersonalen Schwierigkeiten
- ein wirklicher oder befürchteter Statusverlust ist meist erkennbar (Tod der Eltern, Ausbleiben der Beförderung,Krankheit etc)
- zunächst tritt Arroganz, Beleidigung, Nutzung von Privilegien, Ausnutzen der Schwächen anderer auf
- dies wird innerhalb statusgleicher Gruppen zunächst toleriert
- mit der Zeit wandelt sich das Bild, aus einem als "normal" empfundenen Akteur wird ein beargwöhnter, jemand, auf den man sich nicht verlassen kann, der gefährlich ist
- es entwickelt sich eine (gruppale) paranoide "Verschwörung" mit dem Ziel, den Betreffenden zu isolieren und auszuschließen, was z.B. in beruflichem Umfeld manchmal nicht so einfach ist
- um nun die gegen ihn gerichtete Verschwörung beweisen zu können, muß der Paranoiker heftige Reaktionen provozieren, daher seine Beschuldigungen, Affronts und Attacken
- das Bedürfnis nach Kommunikation und Identität erklärt die Vorliebe der Paranoiker für schriftliche, formelle und gesetzeskonforme Kommunikationsformen, und die peinlich genaue Dokumentation von Vorgängen
- als ungerecht empfundene Maßnahmen von Sicherheitsorganen oder Einweisung in eine Klinik führen zu einem stärkeren Bedürfnis nach Identität und aggressivem Verhalten
- Anstaltsatmosphäre kann das Delirium eines Paranoikers verschlimmern
     - Pathologie der Kommunikation: Angewohnheit des Klinikpersonals, nicht den tatsächlichen Sinn der Äußerungen und  Handlungen der Patienten zu sehen, sondern vielmehr auf einen deduzierten oder vermuteten Sinn einzugehen und so eine Atmosphäre zu schaffen, in der der Patient sich "wohl fühlt"
- es kann zum Lebensinhalt eines Paranoikers werden, die Rolle einer verdächtigen Person zu übernehmen
   - findet darin eine sonst unerreichbare Identität
- Paranoiker als "Sündenbock"
- er wird damit für die Primärgruppe als Hilfe zur Integration in eine andere Gruppe genutzt, indem er Kritik und Aggressionen auf sich lenkt


7. Geschlechtsspezifische Sozialisation
Helga Bilden in: Handbuch der Sozilalisationsforschung, 1990


 - Sozialisation ist ein Prozeß, in welchem ein/e Neugeborene/r ein in seiner Gesellschaft handlungsfähiges Subjekt wird
 - grundsätzlich wird angenommen, daß geschlechtsspezifische Persönlichkeitsunterschiede belegt sind
    - Aggression, Aktivitätsniveau, Impulsivität, Angstbereitschaft, Leistung, Selbstkonzept
- andere Ergebnisse zeigen, daß das Geschlecht nur 1-5% der Varianz erklärt, sogar bei Aggression nur 5%
- einige Geschlechtsunterschiede sind verschwunden, so Differenzen in verbalen und kognitiven und räumlichen  Fähigkeiten
- daher ist es sinnvoller, Geschlecht als soziale Kategorie in sozialen Interaktionsprozessen zu fassen
      - durchdringende Wirkung von geschlechtsbezogenen Überzeugungen, Erwartungen und Stereotypen für Persönlichkeit
         Aussehen, Rollenverhalten, Beruf usw.
- soziales Handeln als geschlechtsbezogenes Handeln bezogen auf das Gegenüber und sich selbst
- Leistungen von Männern und Frauen werden nicht gleich bewertet
  - Männer schreiben ihre Erfolge ihrer Fähigkeit/Begabung zu, Mißerfolge werden mit Pech oder mangelnder Anstrengungerklärt
  - Frauen sehen Erfolge eher als eine Folge von Glück an, ihre Mißerfolge als mangelnde Begabung (Rüstemeyer 1988)
- Gechlechtsbezogene Erwartungen und Überzeugungen  können auch in der Interaktion zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden
- auch gegenüber Säuglingen wird geschlechtsbezogen interagiert (Baby X Studien mit unbekanntem Säugling)
- Gender Schema Theorie (Sandra Bem, 1981/1984) - Geschlechtskonzept
- Körpersozialisation
- Emotionale Sozialisation
- Peers
  - Kinder sozialisieren sich rigoros geschlechtsspezifisch
     - Mädchen eher prosozial-belehrend
     - Jungen eher negativ/aggressiv
- Gruppensozialisation
    - Mädchengruppen
        - sind kleiner
        - Funktion auf Gleichheitsbasis
        - Probleme mit Konflikten und Dominanz
    - Jungengruppe,
        - größer & altersheterogener
        - Status und Dominanz in der Gruppe wird umkämpft
        - wettbewerbsorientiert
        - mehr Bewegung, nehmen mehr Raum ein
- Medien
    - Darstellung stereotypisierter, traditioneller Rollen der Frau
    - Herleitung eigener Stereotype aus dem TV-Konsum
- Konstruktivismus:
    Wirklichkeit "ist" nicht, sondern wird "gemacht", sie entsteht im sozialen Handeln, ein permanenter Prozeß der Konstruktion
    von Wirklichkeit
- Veränderungstendenzen
    - geschlechtsspezifische Arbeitsteilung wird einseitig von Frauen verändert
    - ältere Formen von Männlichkeit werden infragegestellt
    - Polarität der Geschlechter bleibt bestehen als pauschale Gegenüberstellung von Mann/Frau
    - Überlappungen und Grenzüberschreitungen erfordern ständige Neuorientierung
    - Unterschiede zwischen der Bewußtseinsebene und der Verhaltensebene
    - Konfrontation von Kindern und Jugendlicher mit einer Vielzahl von Lebens- und Darstellungsmöglichkeiten von
      Männlichkeit und Weiblichkeit
     - Abwehr solcher Veränderungstendenzen durch Männer
 

8. Feministische Perspektiven in der Sozialpsychologie am Beispiel der Bulimie
Helga Bilden in: Heiner Keupp: Zugänge zum Subjekt, Suhrkamp 1993


- Psychologie faßt Frauenforschung als unakzeptabel auf, da erstere von  Wertfreiheit ausgeht
- sie ist jedoch zu verstehen unter dem Aspekt Geschlechterverhältnis(se) als soziale Konstruktion(en)
- geschlechtsspezifisches Verhalten ist also Ergebnis gesellschaftlicher Prozesse und nicht biologisch determiniert
- Individuen als Subjekte im sozialen Kontext, im lebensgeschichtlichen Gewordensein in einem kulturellen System der Zweigeschlechtlichkeit
- Frauenforschung in der Psychologie ist selbstreflexiv
- weiche, qualitative, subjektorientierte Methoden (biographische Interviews) vs. quantitativ-experimentell orientierte Psychologie
- befasst sich mit der Lebenssituation und Erfahrungen von weißen Mittelschicht-Frauen
- Ergebnisse daher nicht übertragbar auf Arbeiterfrauen, Angehörige anderer Volksgruppen (Türkinnen), andere Länder
- gender: Geschlechterverhältnis als bestimmender Faktor

Fünf Formen des Androzentrismus
1. Subjekt der Psychologie ist der weiße euro-amerikanische Mittelschicht Mann als Wunsch-Ebenbild für den "Menschen"
- frauenrelevante Themen wie Ungleichkeit, Dominanz, Herrschaft im Geschlechterverhältnis, werden vermieden
- keine Berücksichtigung des geschlechtsspezifisch unterschiedlicher Situationen/Erlebensumwelten
2. Forschungsergebnisse (aus dieser Sicht) werden als allgemein menschlich dargestellt, universalisiert
- biologische Erklärung von Frauen, bei Männern wird biologisch-empirisch nur die Aggressivität erklärt
- Verschleierung des Ausschlusses der Frauen durch neutrale Aussagen
- abstrakte Gleichheit des "Menschen" verdeckt die Verschiedenheit
3. Geschlechtsrollen-Stereotype werden beibehalten
4. abstrahierter Individuumsbegriff
5. Fixierung auf methodisch-quantitativ rigoros kontrollierte Untersuchungen
- weiche, interpretative Untersuchungen werden als subjektiv abgewertet

Bulimie: Eß-Brechsucht
- überwiegend Frauen betroffen
- Bulimie als Folge der Informalisierung von Eßgewohnheiten (entspr. Zivilisationstheorie v.Elias)
- die präsentierte Schicht des Körpers ist bis auf die Haut zurückgenommen
- Etikette und sexuelle Repression als frühe Kontrollformen sind ersetzt durch Schlankheitsnormen
- Fitnessbestrebungen als Individualisierungsprozesse, also der Herauslösung der Einzelnen aus vorgegebenen sozialen Bezügen
- Darstellung des selbstbearbeiteten Körpers läßt soziale Anerkennung, Erfolg und Glück erwarten
- in der individualisierten Gesellschaft muß sich jeder auf dem Markt der sozialen Beziehungen darstellen, und Job, Partner, Freunde zu erlangen
- Werbung benutzt den schlanken Körper als Glücks- und Erfolgsversprechen
- der schlanke Körper ist Konsumkörper, aber auch autonom und selbstkontrolliert
- runde, fleischige Frauenkörper werden mit Faulheit, Undiszipliniertheit assoziiert
- mit Elias: der äußere Zwang (Korsett) hat sich verinnerlicht, ist zum Selbstzwang geworden
- Aussehen als Repräsentation der sozialen Identität
- Körperbearbeitung wird als Mittel zur Lösung aller Probleme mißverstanden
- psychoanalytisch gesehen richtet sich weibliche Abwehr nach innen, Männer externalisieren (Sport, Arbeitssucht, Gewalt) eher
- frühere sexuelle Verklemmung ist heutiger Lust und Spaß an der Sexualität gewichen - ein neuer Leistungsdruck (Sex MUSS Spaß machen)
- widersprüchliche Darstellung der Frau in den Medien
    - einerseits Hausfrau und Mutter   ODER   attraktiv, jung, unabhängig : eine Doppelbotschaft
- keine Frau kann diese Vielzahl an widersprüchlichen Anforderungen erfüllen
- daraus entwickelt sich ein Superfrauen-Anforderungsprofil, dem eigene Bedürfnisse zum Opfer fallen
- Bulimikerinnen stammen meist aus leistungsorientierten, ehrgeizigen Mittelschichtfamilien
- Einstieg in die Bulimie durch heißhungriges Essen als Substituierung der Sorge um eigene Bedürfnisse (Füllen innerer Leere)
- Erbrechen als Reinigung und Gewichtskontrolle
- dies kann sich konstituieren und immer weitere Energie binden
- Heißhungeranfälle bei Auftreten unangenehmer Gefühle

Entwicklungsstadien der Bulimarexie
1.Phase
Bemühen um bessere Figur
Abmagerungskuren, Diäten
kontrolliertes Essen

erste Heißhungeranfälle

Freßtage schleichen sich ein

sehr kontrolliertes Eßverhalten
 
 

Essen aus übermächtigem Hunger

1.Erbrechen

unbelastetes Praktizieren
2.Phase Einschliffprozess, Verdrängung,Verleugnung
verbissenere Abmagerungsversuche

Kontrollversuche beim Hungern

regelmäßig auftretende Freßanfälle
Freßattacken
Freß-Brech-Durchbrüche

strenge Askese

Erbrechen als Ausweg
 

Abführmittel, Entwässerungsmittel
Appetitzügler

Verdrängung und Ignoranz aufsteigender Perversions-Gefühle
 

Verleugnung des Verhaltens vor sich selbst und anderen

3.Phase
ständiger Wechsel zwischen Zügellosigkeit und Enthaltsamkeit
dramatische Freßdurchbrüche vs. extrem asketisches Verhalten
Gefahr des Umsteigens auf (andere) Drogen
reinste Hunger Phasen

fressen um zu erbrechen
erbrechen um wieder essen zu können

Erkennen und Verzweifeln

Ausbruchversuche/Outing

zunehmende Depression

  Therapie durch Wahrnehmungsbetonung, Akzeptierung des Selbst/eigenen Körpers, kreative Methoden



9.Die Suche nach der Identität und Adoleszenzkrise
Lothar Krappmann in Handbuch der Psychotherapie, München, 1989


- E.H.Erikson
- Entwurf der Identität als Antwort auf die Erwartungen seiner Umwelt
- stufenweise Entwicklung auf Basis der vorangegangenen Entwicklungsphase

  Situation/Krise                   angemessen                unangemessen
Vertrauen Mißtrauen Stabiles Sicherheitsbewußtsein Unsicherheit,Angst
Autonomie Selbstzweifel Körperbeherrschung und Verursachererkenntnis Zweifal an eigenen Fähigkeiten zur Kontrolle
Initiative Schuld Eigeninitiative & Kreativität Selbstwertmangel
Kompetenz Minderwertigkeit Sozial-& Intellektualitätskompetenz Versagensängste
Identität Rollendiffusion Selbstvertrauen schwankendes Selbstbewußtsein
Intimität Isolierung Bindungsfähigkeit/Nähe Einsamkeit
Generativität Stagnation Familie, Zukunftsplanung Selbstbezogenheit, wenig Zukunftsorientierung
Ich-Integrität Verzweiflung Ganzheitsgefühl, Lebenszufriedenheit Vergeblichkeit, Enttäuschung
Tabelle nach Zimbardo, 5.Aufl. S.84

- Schnittstelle von persönlichen Entwürfen und sozialer Zuschreibungen
- Säugling braucht in der oralen Phase eine ungestörte Einheit mit der Mutter (Urvertrauen)
- Herauslösung aus dieser Einheit durch Entwicklung des Selbst des Kindes als Folge desselben (anale Phase)
- gelingt dies nicht, kann es zu einer Identitätsentwicklungsstörung kommen (Scham, Zweifel, Rückzug)
- zwar bildet sich durch neue Anforderungen ständig die Identität weiter, Erikson schreibt jedoch die Identitätsfindung der Adoleszenz zu
- epigenische Theorie: Fortbildung von Können auf der Grundlage des Vorangegegangenen
- Erikson beschreibt die Identitätsfindung als normative Krise
- mit der "zweiten, der sozialen Geburt" (kein Erikson-Terminus!) beginnt das Leben auf Basis erkannter eigener Begabungen und dem Wissen um soziale Anerkennung
- nicht die Krise ist Kriterium der Identitätsbildung, sondern die Auseinandersetzung mit der Entwicklungsaufgabe
- Identitäts-Diffusion: Zersplitterung des Selbstbildes
- ständig neue "Mode" als Suche nach neuen Identitätsattributen, um den anderen ein Stück voraus zu sein (auffällige Mode)
- Keupp: bunte Zusammenstellung von Identitätsmerkmalen als Patchwork-Identität
- aber:Identität ist nicht gleich individuelle Originalität
- Die Frage nach der eigenen Identität ist unausweichlich egozentriert
- Bildung einer Ich-Identität innerhalb sozialer Realität
- Gilligan: weibliche Identitätsfindung sehr unterschiedlich zu männl.
- interdependente Beziehungen werden von Erikson nicht berücksichtigt
- Jungen formuliern ihre Identität durch Trennung und Unabhängigkeit
- Mädchen trennen sich nicht, sondern gestalten ihre Beziehungsgeflechte um
- George Herbert Mead: Jeder kann sich nur mit den Augen der anderen sehen
- stufenweise Erweiterung des Sozialisationskreises
- Identität als Reflexionsfähigkeit der Erwartungen anderer

- Identität wird familien-, berufs- und milieuspezifisch ausgelegt
- dynamischer Prozerss innerhalb einer sich wandelnden Gesellschaft
- Lebenssinnkonstruktion innerhalb des Wertewandelkontextes
- Robert Kegan´s konstruktivistische Theorie der Entwicklung des Selbst
- das imperiale Selbst folgt dem impulsiven Selbst
- Kind hat nicht Impulse, sonder IST Impulse, und versucht diese gegen die Umwelt durchzusetzen (kontrolliert,beherrscht,strategisch
  vorgehen)
- alle Phasen der Entwicklung bilden Identität aus
- Jugendliche aus dem - nichtrassistischen - Norden der USA vertrat nach Umzug in den Süden eine rassistische Position
  - Kraft zur Selbstbestimmung aus der Einbettung in Rollen und Institutionen
- man ist zwar autonom, braucht aber einander doch (Arbeit, Liebesbeziehung)
 
Erikson 
(Phase/Krise)
Initiative/Kompetenz Zugehörigkeit Identität Intimität
Kegan 
(Gleichgewicht)
Imperial
unidirektional
Interpersonal
wechselseitig
Institutionell
umfassende Sozialwelt
Überindividuell
Autonomieanerkennung
Kohlberg 
(konventionelle Moral)
instrumenteller Austausch persönliche Übereinstimmungs-
synchronisation
Sozialsystem universelle
Prinzipien
- Tendenz zum Rückzug bei Störungen (ich brauche niemanden)
- fremdbestimmte Identität : "Was würde meine Mutter dazu sagen?"
- Ausbildung einer "negativen Identität" (ich gehe einen anderen Weg)
- Trotz
- Tendenz zu "Absonderlichkeiten"
- bei Nichterreichbarkeit erwünschter Identität Ausbildung einer konträren, total anderen Identität
- Intoleranz bei Identitätsausbildungsstörung (ich weiß besser, worauf es ankommt)



10.Die Suche nach der verlorenen Identität
Heiner Keupp in Keupp & Bilden (Hg) Verunsicherungen, Hogrefe 1989, S.47-69


- Inszenierung der Individualität statt Identität (Adorno)
- multiple Identitäten
- Ressourcenschöpfung aus multiplen Rollensituationen
- Einbettung in (verschiedenartige) soziale Netzwerke
-  Walker(1977): Aufrechterhaltung sozialer Identität als Funktion sozialer Netzwerke

Netzwerkforschung
- urbane Lebensformen (Single) sind nicht aus sich heraus isolationsfördernder, als "ländliche"
  - Städter haben mehr und verschiedenartigere Kontakte
- urbane Netzwerke sind räumlich weiter gefasst, sind strukturell offen und lose verknüpft
  - ländlich:  lokal dicht verbunden Solidargemeinschaft/Nachbarschaft
- im Gegensatz zu traditionellen Beziehungsmustern (Familie/Verwandschaft/Nachbarn) bildet der Städter eigene Netzwerke
  - Wahlfreiheit hinsichtlich der Kontaktrichtung
- interindividuell subjektiv unterschiedliche, bedürfnisbezogene Veränderungen der urbanen Netzwerkbildung
- keine Erosion alltäglicher Hilfeleistungen
  - bei schwerwiegenden Problemen Hilfesuche im engeren Verwandtschaftskreis
  - da diese meist in der Großstadt nicht vorliegt, wird auf Institutionen zurückgegriffen
- je höher der sozio-ökonomische Status, desto mehr Ressourcen stehen für aktive Beziehungsarbeit zur Verfügung
  - umso höher die Ausweitung des Beziehungsrahmens
  - die Zerstörung gewachsener Sozialstrukturen bringt also für sozial benachteiligte Personen Verlust an Gemeinschaft und Solidarität!
- trotz multipler Netzwerke subjektives Gemeinschaftsverlustgefühl
  -keine hohe Integrationskraft innerhalb der Gruppen
 - hohe Selbstbestimmung und Chancenvielfalt bedingt Orientierungsverlust
- Prägung durch normative Regulatorien
- höhere Reichweite der Sozialbeziehungen
  - je höher die Bildung
  - je höher das Einkommen
  - mit zunehmendem Alter werden die Netzwerke kleiner, die soziale Unterstützung wird weniger verläßlich
- Tendenz für Männer stärker als für Frauen
-  Kinder schränken soziale Vernetzung von Frauen ein, dafür haben diese mehr Verwandtschaftskontakte und vertrauensvollere soziale
   Beziehungen
- ökonomische Ressourcen bestimmen die Ausgestaltung der Netzwerkkonfigrationen und deren Größe und Beständigkeit

Patchwork-Identität
- Erikson´s Identitätskonzept aufgrund veränderter gesellschaftlicher Basis obsolet?
  - Identitätsbildung bei Nichterreichen bestimmter sozialer Rahmenbedingungen (Arbeitsstelle, Ausbildung,keine kleinfamiliäre Basis etc)
- Mead: lebenslanger, nie endender Prozess der Identitätsarbeit
- außengeleiteter Mensch , der auf Erwartungen, Veränderungen und Möglichkeiten flexibel reagiert und seine Identität anpasst
- Robert Lifton( 1986): proteischer Mensch: kann jede Gestalt annehmen außer seiner eigenen (griechische Mythologie)
  - nicht festlegen
  - psychologische Umschichtungen
- Schuldgefühle wegen der eigenen Wurzellosigkeit
-  Theorie der Bastel-Identität: Mensch als Produzent individueller Lebens-Collagen
-  proteisches Chamäleon
- Patchwork-Identität - beinhaltet kreativen Prozess der Lebensinhaltsgestaltung
  - Lebensverständnis nicht als dauerhafter olympischer Wettbewerb, in welchem andere als zu besiegende Konkurrenten wahrgenommen
    werden
Sampson: alternatives Welt- und Persönlichkeitsmodell "soziozentrisches Modell"
- Patchwork-Identity als Erosionsprozess zentral gesteuerter Ordnungsmuster
- dezentralisierte Identität
    - Ordnung und Kohärenz
    -  wird erreicht durch den sich vollziehenden Ablauf der Dinge
    - nicht abgegrenztes Personensystem
    - dezentralisierte, ungleichgewichtige Struktur


  Zur Psychologie-Inhaltsangabe
Ende