Berufsbezeichnungen in der psychologischen Beratung: Wer kann was?

Orientierung im Berater-Dschungel – von Paarcoach und Heilpraktiker bis Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater

Orientierung

Berufsbezeichnungen in der psychologischen Beratung: Wer kann was?

Orientierung im Berater-Dschungel – von Paarcoach und Heilpraktiker bis Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater

Paarcoach, Ehetherapeut/in, Paartherapeut/in, systemische/r Berater/in, psychologische/r Berater/in: Dies alles sind weitverbreitete, aber keine geschützten Berufsbezeichnungen, die jede/r auf die Visitenkarte schreiben kann, unabhängig davon, ob eine objektiv und qualitativ hochwertige, fachlich qualifizierende Ausbildung und Qualifikation vorliegt. Mit einer psychologischen „Berufsangabe“ wird so der (irreführende) Eindruck einer besonderen fachlichen Kompetenz erweckt!

Man kann aber ein mehrere Jahre dauerndes, intensives Studium an einer Universität nicht mit ein paar Abendkursen oder „Fortbildungsseminaren“ bei fantasievoll bezeichneten „Instituten“, „Akademien“ oder anderen Schulungsfirmen abdecken. Wenn es so einfach wäre, könnte man sich das Psychologie-Studium gleich sparen! Wird dann auch noch esoterischer Humbug und Firlefanz wie Schamanismus als „heilsam“ teuer verkauft, kann eine „Therapie“ bei solchen „Heilern“ und „Beratern“ auch schwere gesundheitliche und psychische Schädigungen hervorrufen.

Orientierung im Berater-Dschungel: Wegweiser mit verschiedenen Berufsbezeichnungen KI generiert

Überblick: Berufsbezeichnungen und Qualifikation

Berufsbezeichnungen in der psychologischen Beratung im Vergleich
BezeichnungSchutz bzw. ZugangQualifikation
Paarcoach, Ehetherapeut/in, Paartherapeut/in, systemische/r und psychologische/r Berater/inweit verbreitet, nicht geschütztJede/r darf die Bezeichnung verwenden, unabhängig von einer fachlich qualifizierenden Ausbildung.
Heilpraktiker/in für PsychotherapieZulassung nach Prüfung beim GesundheitsamtKeine Zugangsvoraussetzung; ein Hauptschulabschluss genügt.
Mediator/inBezeichnung nicht geschütztGemäß Mediationsgesetz mindestens 120 bzw. 200 Stunden Ausbildung.
Coachabhängig vom EinzelfallBewertung vor dem Hintergrund der beruflichen und persönlichen Erfahrung und der eigenen Ziele.
Diplom-Psychologe/in, Psychologe/in (M.Sc.)UniversitätsabschlussMindestens 8–10 Semester Studium mit Praktika.
Psychologische/r Psychotherapeut/inapprobiert, kassenzugelassenNur sie rechnen mit den Krankenkassen ab.
Psychiater/inArzt/ÄrztinMedizinische Perspektive mit Blick auf neurologische und klinische Diagnosen.

Heilpraktiker/in für Psychotherapie

Um als Heilpraktiker „zugelassen“ zu werden, braucht man keine (keine!) Voraussetzungen! Heilpraktiker kann man auch autodidaktisch oder nach Teilnahme an ein paar Abendkursen und einer „Prüfung“ beim örtlichen Gesundheitsamt werden. Es gibt keine Zugangsvoraussetzung, schon ein Hauptschulabschluss genügt. Heilpraktiker*innen bezeichnen sich gerne als „Therapeut*innen“ (das ist verboten) und offerieren „Therapie“ (dieser Begriff ist erlaubt). Dieser Unterschied ist Nichtfachleuten nicht erkennbar.

Die formale Zulassung als Heilpraktiker/in wird als „Genehmigung“ besonders hervorgehoben, erweckt dies doch den Anschein einer „amtlichen Prüfung“, aber das ist lediglich eine formell nötige und nicht weiter überprüfte Zustimmung zur Ausübung der Heilpraktiker*innentätigkeit, wenn die simple „Heilpraktiker-Prüfung“ bestanden wurde. Diese „amtliche“ Zulassung ist also zwar formal „amtlich“. Aber das ist die Anmeldung Ihres Wohnsitzes auch.

Es gibt durchaus auch verantwortlich mit belegt wirksamen, naturheilkundlichen Behandlungsmethoden arbeitende, gute Heilpraktiker/innen, aber insbesondere im Bereich der „HP für Psychotherapie“ gibt es solche, die nur minimalste Hausfrauenpsychologie als „Fachkenntnis“ vermeintlicher Qualifikationen mitbringen! Ganz gefährlich sind hanebüchene esoterische Inhalte und Astrologie, die oft als „Wundergeheimmethode“ in einen unzulässigen Zusammenhang mit psychologischen Effekten gebracht wird! Für ein die Seele entlastendes Plauderstündchen mag dies durchaus hilfreich sein – qualifizierte und zielführende Therapie kann es nicht sein, außer man will sich einfach nur mal ausweinen und danach besser fühlen.

Video mit KI erstellt

Mediatorin / Mediator

Mediator/innen haben gemäß Mediationsgesetz mindestens 120 bzw. 200 Stunden Ausbildung. Die Bezeichnung Mediator/in ist aber auch nicht als Berufsbezeichnung geschützt, jeder darf sich so nennen. Mediation ist eine sicher sinnvolle Zusatzqualifikation für Psycholog/innen oder Rechtsanwält/innen oder für betriebliche interne Kommunikationsoptimierung und Konfliktreduktion und im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Hierbei kann die „Ausbildung“ zum Mediator durchaus sehr hilfreich sein, aber die Allgemeinplätze in der Mediation kennt mittlerweile auch schon jede/r, und so sollte man die Möglichkeiten einer Mediation nicht überschätzen. Mediation kann bei Konflikten und Kommunikationsproblemen helfen, ist aber kein Wunder- oder Allheilmittel!

Coach

Was ein Coach kann, muss man vor dem Hintergrund seiner/ihrer bisherigen beruflichen und persönlichen Erfahrung und der angestrebten eigenen Ziele sehen. Erst dann kann man bewerten, ob und was diese Coachin, dieser Coach für die persönliche Fragestellung und Zielsetzung am ehesten geeignet erscheint.

Mediatorin / Mediator und CoachKI generiert

Diplom-Psychologin / Diplom-Psychologe, Psychologe M.Sc.

Universitätsstudium der Psychologie: fundiertes Wissen über psychologische WirkmechanismenKI generiert

Ein Diplom-Psychologe, eine Diplom-Psychologin (oder M.Sc.) lernt in mindestens 8–10 Semestern Universitätsstudium mit Praktika und erwirbt dadurch ein fundiertes Wissen über psychologische Wirkmechanismen. Ein Diplom-Psychologe kann automatisch auch als Heilpraktiker für Psychotherapie zugelassen werden.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

KVT, die kognitive Verhaltenstherapie, ist die dritte der von den Kassen zugelassenen Behandlungsmethoden.

Psychologischer Psychotherapeut / Psychologische Psychotherapeutin

Nur Psychologische Psychotherapeuten und Psychologische Psychotherapeutinnen sind approbiert und damit auch kassenzugelassen. Es besteht daher eine extrem hohe Nachfrage nach Psychotherapien, weil dann die Krankenkasse zahlt.

Psychiater

Ein Arzt, zum Beispiel Neurologe, der zusätzlich psychologisch wissenschaftlich ausgebildet ist, ist Psychiater. Psychiater arbeiten aus medizinischer Perspektive und schauen mehr auf neurologische und/oder klinische Diagnosen.

Häufige Fragen zu Berufsbezeichnungen in der psychologischen Beratung

Sind Paarcoach, Paartherapeut und Ehetherapeut geschützte Berufsbezeichnungen?

Nein. Paarcoach, Ehetherapeut/in, Paartherapeut/in, systemische/r Berater/in und psychologische/r Berater/in sind weitverbreitete, aber keine geschützten Berufsbezeichnungen. Jede/r kann sie auf die Visitenkarte schreiben, unabhängig von einer fachlich qualifizierenden Ausbildung.

Welche Voraussetzungen gelten für Heilpraktiker für Psychotherapie?

Es gibt keine Zugangsvoraussetzung, schon ein Hauptschulabschluss genügt. Nötig sind die Prüfung beim örtlichen Gesundheitsamt und die formale Zulassung. Ein Diplom-Psychologe kann zusätzlich als Heilpraktiker für Psychotherapie zugelassen werden.

Wie viele Stunden Ausbildung haben Mediatoren?

Gemäß Mediationsgesetz mindestens 120 bzw. 200 Stunden. Die Bezeichnung Mediator/in ist dennoch nicht als Berufsbezeichnung geschützt. Mediation ist eine sinnvolle Zusatzqualifikation, aber kein Wunder- oder Allheilmittel.

Wer ist approbiert und von den Krankenkassen zugelassen?

Nur Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind approbiert und damit kassenzugelassen. Deshalb ist die Nachfrage nach Psychotherapien sehr hoch, denn dann zahlt die Krankenkasse.

Was unterscheidet Psychologen von Psychiatern?

Psychologen lernen in mindestens 8–10 Semestern Universitätsstudium psychologische Wirkmechanismen. Psychiater sind Ärzte und arbeiten aus medizinischer Perspektive mit Blick auf neurologische und klinische Diagnosen.

Welche Qualifikation hat Hans-J. Steiner?

Hans-J. Steiner ist Diplom-Psychologe, Mediator und Heilpraktiker (beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie). Der Firmensitz ist Erding, die Beratung erfolgt in München und Bayern überregional sowie per Videochat im DACH-Raum.

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